Bei diesen Krankenvollversicherern wird am meisten umgedeckt

29.7.2019 – Zwischen den privaten Krankenversicherern wurden 2018 rund 50 Millionen Euro an Alterungsrückstellungen hin und her verschoben. Auf den größten Nettozufluss kam die Hansemerkur, während die DKV im Saldo die größten Abflüsse zu verzeichnen hatte. Dies zeigt der Map-Report Nummer 910 „Bilanzanalyse: Private Krankenversicherung 2009 bis 2018“.

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Seit der Gesundheitsreform 2009 können Vollversicherte, die den Anbieter wechseln, die Alterungsrückstellungen teilweise zum neuen Versicherer mitnehmen, sofern der Vertrag ab dem 1. Januar 2009 abgeschlossen wurde.

In den Geschäftsjahren 2014 bis 2017 hatte sich der Geldfluss zwischen den privaten Krankenversicherern bei 75 bis 80 Millionen Euro stabilisiert (VersicherungsJournal 12.10.2015, 14.10.2016, 22.8.2017, 21.8.2018). In den Jahren davor waren es zum Teil weit über 100 Millionen.

Im vergangenen Jahr erhielten die Gesellschaften in Summe rund 50 Millionen Euro von anderen Unternehmen. Dies ist dem am Freitag veröffentlichten Map-Report Nummer 910 – „Bilanzanalyse: Private Krankenversicherung 2009 bis 2018“ zu entnehmen.

Rund jeder Vierte macht im Geschäftsbericht keine Angaben

Die tatsächliche Summe dürfte noch ein stückweit größer sein, denn nicht alle Anbieter weisen in ihren Geschäftsberichten aus, wie viel Alterungsrückstellungen sie von Wettbewerbern erhalten beziehungsweise an diese abgegeben haben. Hierzu gehören:

Für die Axa liegen letztmals ausführliche Daten für 2016 vor. Bei den Kölnern standen seinerzeit deutlich über fünf Millionen Euro an erhaltenen Alterungsrückstellungen fast 17 Millionen Euro an abgegebenen Rückstellungen gegenüber. Dies ergab einen negativen Saldo von 11,6 Millionen Euro.

Die Central hatte 2014 knapp 20 Millionen Euro und 2013 sogar 46 Millionen Euro mehr an Alterungsrückstellungen abgegeben als erhalten. Neuere Daten liegen hier nicht vor – denn seitdem veröffentlicht die Generali-Tochter keine Zahlen mehr zur Portabilität der Alterungsrückstellungen im Geschäftsbericht.

13 Anbieter mit positivem, zehn mit negativem Saldo

Für zehn der 24 verbleibenden, im Map-Report aufgeführten PKV-Anbieter stand ein negativer Saldo zwischen erhaltenen und abgegebenen Alterungsrückstellungen zu Buche. Das verbleibende gute Dutzend erhielt hingegen mehr Alterungsrückstellungen als abgegeben wurden. Nur bei der Bayerischen Beamtenkrankenkasse AG war der Saldo ausgeglichen (jeweils 2,4 Millionen Euro).

Am meisten verloren (knapp zehn Millionen Euro) unter den aufgelisteten privaten Krankenversicherern hatte die DKV Deutsche Krankenversicherung AG. Zwischen drei und einer Million Euro mehr abgegeben als erhalten haben die Gothaer Krankenversicherung AG, die Allianz Private Krankenversicherungs-AG, die Süddeutsche Krankenversicherung a.G. und die UKV – Union Krankenversicherung AG.

Im Vergleich zu 2017 hat sich der Saldo bei der SDK fast verdreifacht. Bei der Gothaer und der DKV rutschte er jeweils etwas tiefer Minus. Die Allianz hatte im Vorjahr noch ein Plus von 95 Millionen Euro zu verzeichnen.

Negativsalden Alterungsrückstellungen PKV (Bild: Wichert)

Die Anbieter mit den größten Zuflüssen

Den größten Nettozufluss erzielte 2018 erneut die Hansemerkur Krankenversicherung AG. Der Saldo von aktuell über 17 Millionen Euro lag deutlich über dem des Vorjahres (knapp zwölf Millionen Euro) und leicht über denen der Jahre zuvor (jeweils etwa 16 Millionen Euro).

Dahinter folgt unverändert die Signal Iduna Krankenversicherung a.G. mit fast 11,8 Millionen mehr an erhaltenen als an abgegebenen Rückstellungen. Der Wert ist mehr als drei Mal so groß wie 2017.

Für die Continentale Krankenversicherung a.G. und den Debeka Krankenversicherungs-Verein a.G. werden positive Salden von knapp 7,3 beziehungsweise gut 6,2 Millionen Euro ausgewiesen. Über der Marke von einer Million Euro im Plus lagen ansonsten nur noch die Hallesche Krankenversicherung a.G. sowie die Arag Krankenversicherungs-AG.

Dabei hatten die Continentale leichte und die Hallesche deutliche Rückgängen zu verzeichnen. Bei der Arag ging es um rund 0,3 und bei der Debeka sogar um fast 1,5 Millionen Euro bergauf.

Positivsalden Alterungsrückstellungen PKV (Bild: Wichert)

Weitere Studiendetails

Der 121-seitige Map-Report Nummer 910 – „Bilanzanalyse: Private Krankenversicherung 2009 bis 2018“ ist bei der Franke und Bornberg Research GmbH erschienen. Er enthält Übersichten und Grafiken zu diversen Geschäftszahlen wie Verwaltungskosten- und Abschlusskostenquote, Beitragseinnahmen und Marktanteilen von bis zu 38 privaten Krankenversicherungs-Gesellschaften.

Für 30 Anbieter der Krankenvollversicherung werden darüber hinaus auf jeweils zwei Seiten acht Kennzahlen im Langfristvergleich zum Markt tabellarisch und grafisch dargestellt.

Das Heft kann als E-Paper ab 363 Euro über die Bestellseite von Franke und Bornberg erworben werden.

 
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