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BdV: Versicherer rechnen mit überzogener Lebenserwartung

6.5.2020 – Für heute 37-Jährige werde bei Riester-Renten die Lebenserwartung mit „etwa 100 Jahren bis hin zu 150 Jahren“ gerechnet, beanstandet der Bund der Versicherten. Dadurch streue die garantierte Rente pro 10.000 Euro Kapital von 15 bis 29 Euro. Die Verbraucherschützer fordern den Gesetzgeber auf, die Zwangsverrentung durch eine freiwillige Rentenoption zu ersetzen.

Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des Bundes der Versicherten e.V. (BdV) hat die Verrentung bei Riester- und Rürup-Renten kritisiert: „Auch wer erfolgreich und viel spart, bekommt trotzdem nur eine niedrige Riester-Rente, weil die Versicherungs-Unternehmen mit massiv überzogenen Lebenserwartungen kalkulieren.“

BdV: Versicherer kalkulieren mit Lebenserwartungen bis 150 Jahre

Axel Kleinlein (Archivbild: Schmidt-Kasparek)
Axel Kleinlein (Archivbild: Schmidt-Kasparek)

Zum Beispiel werde für heute 37-Jährige mit „etwa 100 Jahren bis hin zu 150 Jahren“ gerechnet, während das Statistische Bundesamt nur 87 bis 91 Jahren prognostiziere.

Das bedeute pro 10.000 Euro angespartem Kapital bei einem Garantiezins von 0,9 Prozent „eine immense Spreizung zwischen 15 und 29 Euro garantierter Monatsrente. Damit haben die Rentenfaktoren deutlich mehr Einfluss auf den Erfolg oder Misserfolg einer Riester-Rente als die Kapitalanlage“, erklärte der Vereinsvorsitzende.

Besonders aufgefallen ist dem Verbraucherschützer die Allianz Lebensversicherungs-AG. Sie sei „sehr intransparent, indem sie in einem einzigen Vertrag mit unterschiedlichen Faktoren kalkuliert und dabei zum Teil eine Lebenserwartung von über 140 unterstellt“, so Kleinlein. Dadurch fielen die garantierten Renten extrem gering aus, eine rentable Altersvorsorge sei so unmöglich.

Ein Sprecher der Allianz äußerte sich auf Anfrage des VersicherungsJournals dazu: „Die Vorwürfe sind so haltlos und spiegeln die Denke aus der „alten Welt“ wider, in eine derartige Debatte möchten wir gar nicht einsteigen.“

Wir fordern die Bundesregierung auf, […] auf die Zwangsverrentung zu verzichten.

Axel Kleinlein, Bund der Versicherten

Kleinlein: Rentner sollen nicht bevormundet werden

„Wir fordern die Bundesregierung auf, bei einer Neureglung der Riester-Rente auf die Zwangsverrentung zu verzichten“, so Kleinlein. Eine derartige Bevormundung der Sparer sei nicht einzusehen.

Alternativ solle die Verrentung der staatlich geförderten Produkte klar reguliert werden. In einem im März vorgestellten Modell schlagen die Verbraucherschützer vor, die Verrentung als Option anzubieten (VersicherungsJournal12.3.2020).

Leserbriefe zum Artikel:

+Dr. Wilhelm Margula - Patientenverfügungen in die Berechnung für Prämien einfließen lassen. mehr ...

Thomas Oelmann - Daraus einen finanziellen Nutzen durch Senkung der Beiträge ziehen? mehr ...

Dr. Wilhelm Margula - BGH-Urteile zur Patientenverfügung . mehr ...

Peter Schramm - Positive Maßnahme belohnen. mehr ...

Schlagwörter zu diesem Artikel
Altersvorsorge · Lebenserwartung · Lebensversicherung · Rechnungszins · Rente · Rentenfaktor · Riester · Rürup · Senioren · Verbraucherschutz
 
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