Bafin rechnet nicht mit Ausfällen durch Flut

16.9.2021 – Die Flutschäden durch das Tief „Bernd“ werden Erst- wie Rückversicherer laut Bafin zwar Eigenkapital kosten, aber keine Versicherungs-Gesellschaften im Bestand gefährden. Die Aufsicht hatte in einer zweiten Umfrage unter anderem rund 136 deutsche Schaden- und Unfallversicherer um eine Einschätzung des „Worst Case“ gebeten.

„Bei vielen Unternehmen geht die Bedeckungsquote zwar zurück, bei den meisten aber nur geringfügig“, resümiert Dr. Frank Grund, Exekutivdirektor Versicherungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin). Die Aufsicht hatte die von der Flutkatastrophe im Juli 2021 betroffenen Versicherer mittlerweile zum zweiten Mal gefragt, mit welcher Schadenbelastung sie im „Worst Case“ rechnen.

Hohe Rückversicherung

Die rund 136 deutschen Schaden- und Unfallversicherer erwarten dieser Abfrage zufolge im schlimmsten Fall Schäden von brutto 8,2 Milliarden Euro. Tief „Bernd“ hatte zwischen 13. und 18. Juli vor allem in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen Schäden durch Starkregen, Sturzfluten und Hochwasser angerichtet.

Nach Erkenntnis der Aufsicht sind etwa 6,3 Milliarden Euro davon rückversichert. Hiervon entfallen rund 3,3 Milliarden Euro auf Rückversicherer mit Sitz in Deutschland. Damit sind die Schadenerwartungen um 44 Prozent höher als bei der ersten Abfrage.

Im August waren die Erstversicherer von Schäden bis maximal rund 5,7 Milliarden Euro und einem Rückversicherungs-Volumen von etwa vier Milliarden Euro ausgegangen (VersicherungsJournal Medienspiegel 17.8.2021). Bezogen auf den Anteil der rückversicherten Schäden beträgt der Anstieg 17 Prozent.

Viele Großschäden

Die erwartete maximale Nettoschadenbelastung dürfte nach Berechnungen der Aufsicht in der Sparte verbundene Wohngebäudeversicherung (VGV) bei etwa 0,9 Milliarden Euro liegen. Für die verbundene Hausratversicherung sowie die Kraftfahrt-Kaskoversicherung werden jeweils etwa 0,2 Milliarden Euro veranschlagt. Die verbleibende Summe verteilt sich auf weitere Sparten wie die Sturm- und die Betriebsunterbrechungs-Versicherung.

Die deutschen Rückversicherer, die die Aufsicht befragt hat, rechnen aktuell schlimmstenfalls mit einer Bruttoschadenbelastung von rund vier Milliarden. Da auch diese Schäden zum Teil rückversichert sind, gehen die Unternehmen maximal eine Nettobelastung von rund einer Milliarde Euro netto aus.

Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat seine Schadenschätzung mehrfach korrigiert (3.9.2021, 19.8.2021, 23.7.2021). Danach gibt es eine Rekordzahl von Großschäden (ab einer Million Euro; 15.9.2021).

Spitzenschäden

Rund 400 Großschäden sollen mit einer Gesamtsumme von 1,3 Milliarden Euro zu Buche schlagen. Das hohe Großschadenniveau dürfte allerdings auch für den hohen Rückversicherungsschutz sorgen. Traditionell halten die Erstversicherer im Durchschnitt nämlich den überwiegenden Teil des VGV-Geschäfts in den eigenen Büchern.

Fakultativ werden dann beispielsweise hohe Schadenspitzen oder Großschäden abgesichert. Die Aufsicht hatte bei der zweiten Abfrage nur noch Unternehmen befragt, die in der ersten Ad-hoc-Abfrage eine Schadenbelastung aus der Flutkatastrophe angegeben hatten. Zudem wurden auch 28 Rückversicherer befragt.

 
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