Wachstum in allen Sparten und ein Überraschungsrekord

12.2.2019 – Die R+V hat 2018 voraussichtlich Marktanteile hinzugewonnen. Wachstum erzielte auch die Talanx, die aber, nicht unerwartet, weniger verdiente. Bei der Stuttgarter ging das Beitragsaufkommen hingegen wegen geringeren Einmalbeitrags zurück. Die Metallrente meldet einen Überraschungsrekord und Fonds Finanz satte Zuwächse.

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Die R+V Versicherung AG ist 2018 nach bisherigen Zahlen gruppenweit um 4,2 Prozent auf 16,9 Milliarden Euro Prämie gewachsen. Im inländischen Erstversicherungs-Geschäft gab es ein Plus von 2,9 Prozent auf 14,05 Milliarden Euro. Da der deutsche Gesamtmarkt nur 2,1 Prozent zulegte, hat die R+V im Vergleich zu 2017 (VersicherungsJournal 21.3.2018, 8.2.2018) weitere Marktanteile hinzugewonnen.

Bis zum 100-jährigen Jubiläum im Jahr 2022 will der zur genossenschaftlichen Finanzgruppe gehörende Versicherer seine Beitragseinnahmen auf 20 Milliarden Euro steigern. Die Zahl der Kunden erhöhte sich nach Unternehmensangaben 2018 um rund 200.000 auf insgesamt 8,6 Millionen. Der Konzern-Jahresabschluss soll am 10. April 2019 vorgestellt werden.

Neue Garantieprodukte treiben das Wachstum

Die R+V Lebens- und Pensionsversicherung wuchs um ein Prozent auf 7,8 Milliarden Euro Prämie. Dazu trug ein um 0,6 Prozent auf knapp 4,4 Milliarden Euro gestiegener Neubeitrag bei. Die laufenden Neubeiträge legten um 7,5 Prozent auf 742 Millionen Euro überproportional zu und überkompensierten damit einen um 0,7 Prozent geringeren Einmalbeitrag.

Bei den neuen Garantieprodukten verdoppelte sich der Neubeitrag fast auf rund 1,4 Milliarden Euro. Sie hatten damit nach Unternehmens-Beschreibung den größten Anteil am Neugeschäft. Auf die „R+V-PrivatRente Performance“ entfiel ein Neubeitrag von 1,1 Milliarden Euro. 1,2 Milliarden Euro Neubeitrag wurden in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) akquiriert.

Die neuen Garantiepodukte machten 2018 mit 1,6 Milliarden Euro Prämie bereits rund ein Fünftel des Gesamtbestandes aus. Das klassische private Vorsorgegeschäft und die betriebliche Altersversorgung haben hier mit jeweils rund 2,3 Milliarden Euro nach wie vor den größten Anteil.

Die R+V Krankenversicherung wuchs um 5,9 Prozent auf 584 Millionen Euro Prämie. Hier werden für die Vollversicherung Zuwächse von 1,6 Prozent und für die Zusatzversicherung von 9,7 Prozent genannt.

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Zuwachs in Kraftfahrt

Die Schaden-/ Unfallversicherung legte mit einem Plus von 5,1 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro Prämie deutlich stärker als der Markt zu, der um 3,3 Prozent wuchs. In der Kraftfahrtversicherung erhöhte die R+V ihre Beitragseinnahmen um fünf Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Der Bestand stieg um mehr als 150.000 auf 4,5 Millionen versicherte Fahrzeuge.

Für die Sachversicherung meldet die R+V ein Beitragsplus von 5,2 Prozent auf rund 1,6 Milliarden Euro und für die Kreditversicherung von 7,4 Prozent auf 445 Millionen Euro. Die aktive Rückversicherung erhöhte ihre Beitragseinnahmen um 12,3 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro.

Punktlandung nach Korrektur

Die Talanx AG meldet für 2018 einen Gewinnanstieg um 4,9 Prozent. Auf Basis konsolidierter, nicht testierter vorläufiger Zahlen sei ein Konzernergebnis von 703 Millionen Euro erzielt worden (2017: 670; VersicherungsJournal 8.2.2018). Damit sei fast punktgenau das erreicht worden, was im Oktober bei einer Gewinnwarnung prognostiziert worden war (VersicherungsJournal Medienspiegel 17.10.2018). Die gebuchten Beiträge stiegen um 5,5 Prozent auf 34,9 Milliarden Euro.

Nach Unternehmensangaben stieg der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um zwölf Prozent auf 2,0 Milliarden Euro. Neben der erfreulichen Entwicklung im deutschen und internationalen Geschäft mit Privat- und Firmenkunden sowie in der Rückversicherung sei das Konzernergebnis geprägt von einer außergewöhnlichen Großschadenbelastung sowie einer Häufung von Frequenzschäden insbesondere in der industriellen Feuerversicherung.

Dieser Belastung will der Konzern mit dem Programm „20/20/20“ begegnen. Das Programm zielt darauf ab, die kombinierte Schaden- und Kostenquote in den belasteten 20 Prozent des Industrieportfolios bis 2020 um mindestens 20 Prozentpunkte zu senken.

Sanierung bei den Industriekunden kommt voran

Diese Sanierung des betroffenen Portfolios zeigt eigenem Bekunden nach bereits „sehr gute“ Zwischenergebnisse. Bis Ende Januar 2019 seien rund 87 Prozent der insgesamt bis 2020 angestrebten Mindest-Ratensteigerungen kontrahiert worden. Für 2019 wird mit einem ausgeglichenen versicherungs-technischen Ergebnis in der Industrieversicherung gerechnet.

Finale Finanzkennzahlen, ein Dividendenvorschlag sowie den vollständigen Konzernabschluss will der Konzern am 18. März 2019 veröffentlichen.

Viel bAV-Geschäft

Die Stuttgarter Lebensversicherung a.G. hat 2018 weniger Einmalbeitragsgeschäft geschrieben und ist daher leicht auf 594,5 Millionen Euro Gesamtbeitrag geschrumpft (2017: 604,5; VersicherungsJournal 26.2.2018). Dabei erhöhten sich die Beitragseinnahmen nach laufendem Beitrag um ein Prozent auf 531,7 Millionen Euro.

Im Neugeschäft sanken der Neuzugang nach laufenden Beiträgen um 10,3 Prozent auf 48,5 Millionen Euro und das Einmalbeitragsgeschäft um fast 20 Prozent auf 62,8 Millionen Euro. Dabei entwickelten sich jedoch die Bereiche bAV und Arbeitskraftabsicherung positiv, wie mitgeteilt wird.

Das bAV-Neugeschäft wuchs den Angaben zufolge um 18,3 Prozent und machte damit 21,4 (20,3) Prozent der gesamten Produktion aus. Für das Neugeschäft mit Arbeitskraftabsicherungs-Produkten wird ein Plus von 22,7 Prozent genannt.

Eigenkapital

56,6 Prozent des gesamten Neugeschäftes entfallen auf die kapitalmarkt-orientierten Altersvorsorgelösungen, die Indexrente „Index-safe“ (18,5 Prozent; VersicherungsJournal 16.2.2018) und die fondsgebundene Rente mit Garantie „Performance-safe“ (38,1 Prozent; VersicherungsJournal 7.5.2015, 23.4.2013).

2018 wurde das Eigenkapital auf 157 (149,0) Millionen Euro angehoben. Damit verbesserte sich die Eigenkapitalquote auf 3,12 (3,04) Prozent. Der Zinszusatzreserve wurden 30,1 Millionen Euro zugeführt. Das gesamte Ergebnis 2018 wird mit dem Geschäftsbericht im 2. Quartal 2019 auf www.stuttgarter.de/kennzahlen veröffentlicht.

Wachstum auch mit Arbeitskraftabsicherung

Das Neugeschäft der Metallrente GmbH ist 2018 um 47 Prozent auf 72.000 Altersvorsorgeverträge gewachsen. Die Neubeiträge erhöhten sich um 40 Prozent auf 83 Millionen Euro. Der Bestand für Verträge der kapitalgedeckten Altersversorgung nahm nach Angaben des Versorgungswerkes des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall und der IG Metall seit 2017 um neun Prozent zu.

„Das stärkste Wachstum in der Geschichte unseres Versorgungswerks Metallrente ist ein echter Überraschungsrekord“, wird Geschäftsführer Heribert Karch in einer Pressemitteilung zitiert. Die Zahl der angeschlossenen Unternehmen erhöhte sich im Vergleich zu 2017 (VersicherungsJournal 2.2.2018) um rund 3.000 auf 42.500 Firmen.

Deutlich gewachsen sind nach Angaben von Metallrente chancenorientierte Vorsorgelösungen (ohne weitere Umsatzangaben). 22.000 Arbeitnehmer hätten sich 2018 für die Absicherung ihrer Arbeitskraft mit den Vorsorgelösungen des Versorgungswerks entschieden.

Damit vergrößerte sich der Bestand um 22 Prozent auf 100.000 Verträge. Neben einer privaten Berufsunfähigkeits-Versicherung, einer Pflegerente und einer Erwerbsminderungsrente (EMI) wird seit 2018 auch eine Grundfähigkeits-Versicherung angeboten (VersicherungsJournal 3.7.2018).

Fonds Finanz: Produktbereiche gewachsen

Die Fonds Finanz Maklerservice GmbH hat 2018 eigenen Angaben zufolge Umsatzerlöse von über 160 (134,9) Millionen Euro erzielt. Das Vermittlungsvolumen (zugleich Abschlussvolumen) sei in der Sparte Baufinanzierung und Bankprodukte 2018 erheblich gestiegen.

Alle Produktbereiche seien zweistellig gewachsen. In den Bereichen Baufinanzierung wuchs das Vermittlungsvolumen um 57 Prozent und bei den Ratenkrediten um 55 Prozent.

 
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