Vom Sanierungsfall zum hoch profitablen Versicherer

10.1.2019 – Die Advigon Versicherung hat ihre Schaden-/Kostenquote auf 70 Prozent gesenkt und gibt den Kunden Beitragsgarantien bis zum Jahr 2021. Nach Angaben von Geschäftsführer Godehard Laufköter im VersicherungsJournal-Gespräch wird in die Schweiz expandiert. In der Krebsversicherung sei der Standort Liechtenstein vorteilhaft.

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Die Advigon Versicherung AG hatte vor der Übernahme durch die Hansemerkur Holding AG (VersicherungsJournal 17.10.2014, 2.10.2015) hohe Verluste erwirtschaftet. Inzwischen ist die in Liechtenstein ansässige Gesellschaft hoch profitabel.

2017 erwirtschaftete das Unternehmen bei einem Bruttoprämienvolumen von 67 Millionen Schweizer Franken (umgerechnet 60 Millionen Euro) einen Gewinn von 23 Millionen Franken (21 Millionen Euro) Die kombinierte Schaden-/Kostenquote lag bei 70 Prozent.

Godehard Laufköter (Bild: Advigon)
Godehard Laufköter (Bild: Advigon)

Godehard Laufköter, Mitglied der Geschäftsleitung von Advigon, zeigt sich im Gespräch mit dem VersicherungsJournal optimistisch, auch im Jahr 2018 ein gutes Ergebnis erzielt zu haben.

Beitragsgarantie bis 2021

Das gute Ergebnis sei in der Krankenzusatz-Versicherung vor allem durch ein effektives Kosten- und Leistungsmanagement erzielt worden. Die Tarife verzichteten auf Altersrückstellungen und würden ein hohes Leistungsniveau zu einem attraktiven Preis abbilden.

„Aufgrund der soliden Situation des Unternehmens haben wir einem großen Teil unseres Bestandes eine dreijährige Beitragsgarantie bis Ende 2021 anbieten können. Die Tarife zielen auf ein Höchstmaß an Leistung sowie die Zielgruppe Familien.

Die Gefahr der Kannibalisierung zu den etablierten Produkten der Hansemerkur sehen wir nicht.“ sagt Laufköter.

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Weniger strenge Spartentrennung in Liechtenstein

Neben Krankenzusatz- bietet die Advigon nach Angaben des Managers auch Berufsunfähigkeits-, Renten-, internationale Krankenversicherungen sowie eine Krebsabsicherung an. 90 Prozent aller Policen seien noch Zahnzusatz-Versicherungen.

Nur bei der Advigon erhältlich sei eine vollumfängliche Krebsversicherung, erklärt Laufköter. Krebs sei immer noch die häufigste schwere Krankheit in Deutschland. Im Leistungsfall zahle die Advigon einmalig 10.000 Euro und daneben die üblichen Zusatzleistungen der privaten Krankenvollversicherung wie freie Krankenhauswahl, Chefarztbehandlung und Einzelzimmer.

In Liechtenstein gebe es keine vergleichbar strikte Spartentrennung wie in Deutschland, daher sei ein Krebsprodukt von dort aus leichter anzubieten.

Weitere Expansion geplant

Für Produkte der Advigon bekämen Ausschließlichkeits-Vermittler die gleichen Provisionssätze wie für Produkte der Hansemerkur, bestätigt Laufköter. Neben dem eigenen Vertrieb arbeite man mit Maklern und mit Vergleichsplattformen und verkaufe online. Bei der beratungsintensiven Berufsunfähigkeits-Absicherung stünden dagegen Makler und Ausschließlichkeit im Vordergrund.

Die Möglichkeiten des Standortes Liechtenstein, auch Geschäft in der Schweiz zu zeichnen, sollen laut Laufköter für die weitere Internationalisierung der Reiseversicherung genutzt werden. Nach Polen 2015 plant die Gesellschaft jetzt den Markteintritt in die Schweiz.

Advigon plane weiter zu expandieren, kündigt Laufköter an. „Wir beabsichtigen, ein neues Verwaltungsgebäude zu kaufen und bald umzuziehen.“

Glücksfall CSS

„Die Hansemerkur-Gruppe ist in der Vergangenheit sowohl organisch als auch durch Zukäufe gewachsen“, blickt Laufköter zurück.

Nach Übernahmen von Portfolien wie zum Beispiel der Albingia (VersicherungsJournal 29.11.2000), Ergo (VersicherungsJournal 18.2.2014), Grundeigentümer und Uelzener (VersicherungsJournal 24.9.2013) sei die Zeit vor einigen Jahren reif für eine weitere Akquisition gewesen.

„Für uns war die Übernahme der damaligen CSS Versicherungen in Liechtenstein ein Glücksfall. Der Krankenzusatz-Bestand war interessant, Leistungs- und Vertriebsprozesse konnten wir gut bei uns integrieren“, meint Laufköter.

Zahlreiche Anbieter von Liechtenstein aus in Deutschland aktiv

Neben der Advigon ist die LV 1871 der einzige weitere Versicherer deutscher Herkunft mit einer Leben-Lizenz in Liechtenstein. LV 1871 Private Assurance AG zeichnet Kapitallebens- und Rentenversicherungen.

Auch andere Liechtensteiner Versicherer wie Elips Life AG, Triesen, Zweigniederlassung Deutschland (VersicherungsJournal 18.12.2018), One Versicherung AG (VersicherungsJournal 2.2.2018), Prismalife AG (VersicherungsJournal 18.4.2018, 10.2.2016), Quantum Leben AG (VersicherungsJournal 10.9.2010) und Squarelife Lebensversicherung AG (VersicherungsJournal 29.6.2017) sind in Deutschland aktiv.

 
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