Signal Iduna nennt erste Geschäftszahlen für 2018

14.2.2019 – Die Versicherungsgruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die Beitragseinnahmen in den Sparten Kranken und Komposit gesteigert und in Leben verringert. Das teilte der Konzern am Mittwoch in Hamburg mit und gab gleichzeitig einen Ausblick bis zum nächsten Jahr. Dabei spielt die Wachstumsstrategie „Vision 2023“ eine zentrale Rolle.

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Die Signal Iduna Versicherungsgruppe hat am Mittwoch in Hamburg vor Journalisten einige vorläufige Geschäftszahlen für 2018 präsentiert. Konzernchef Ulrich Leitermann fasste das Jahr 2018 so zusammen: „Insgesamt sind wir mit dem Geschäftsjahr 2018 zufrieden.“

Ulrich Leitermann (Archivbild: Meyer)
Ulrich Leitermann (Archivbild: Meyer)

Mit der Entwicklung der Sparte Krankenversicherung zeigte er sich „sehr zufrieden“. Während der Markt insgesamt circa 13.000 Vollversicherte verloren habe, komme sein Unternehmen netto auf mehr als 5.600 zusätzliche Versicherte.

Den Marktanteil seines Krankenversicherers in 2018 bezifferte er auf etwa 8,1 Prozent. „Die positive Entwicklung wird sich in 2019 fortsetzen“, gab sich Leitermann optimistisch.

Das Beitragswachstum läge mit circa 1,5 Prozent im Branchentrend, sagte der Vorstandsvorsitzende. Dass der Markt hier nicht übertroffen wurde, führte er auf vergleichsweise geringe Beitragsanpassungen zurück.

Vergleichsweise stabile Beiträge

Während die privaten Krankenversicherer die Bestandsbeiträge im Durchschnitt in den letzten zehn Jahren um drei Prozent erhöht hätten, läge die Signal Iduna darunter. Für 2018 nannte er zwei Prozent, zum 1. Januar 2019 wären es 0,9 Prozent gewesen. Der PKV-Verband hatte als diesjährigen Branchenwert 1,9 Prozent angegeben (VersicherungsJournal 11.12.2018).

In einem Vergleich der Morgen & Morgen GmbH zur Beitragsstabilität der Krankenvollversicherung waren allerdings auch diesbezüglich „schwache“ Tarife der Signal Iduna dabei (VersicherungsJournal 6.7.2018).

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Leistungen sollen billiger werden

Um die Entwicklung der Kosten zu bremsen, will Leitermann Leistungsausgaben senken, ohne die Versorgung zu verschlechtern. Dazu hat sich der Konzern an der LM+ – Leistungsmanagement GmbH beteiligt (VersicherungsJournal 4.9.2018).

In der ersten Phase gehe es um die Pharmazie. Danach wolle man sich um den Bereich Psyche und dann um die Orthopädie kümmern.

Kompositgeschäft gewachsen

Im Schaden- und Unfallversicherungs-Geschäft hätten die Beitragseinnahmen im vergangenen Jahr etwa 1,5 Milliarden Euro erreicht, sagte der Konzernchef. Das sei mehr als im Vorjahr (VersicherungsJournal 30.5.2018), der Zuwachs läge aber unter dem Branchentrend von voraussichtlich 3,3 Prozent.

Die Hauptgesellschaft in dem Geschäftszeig, die Signal Iduna Allgemeine Versicherung AG, habe dagegen mit Prämieneinnahmen von erstmals mehr als einer Milliarde Euro den Markt geschlagen.

Als Wachstumstreiber nannte er eine in 2018 neu eingeführte Tarifgeneration. Bei deren Kalkulation seien die durch Effizienzsteigerung möglich gewordenen Kosteneinsparungen eingepreist worden. Dadurch seien die Produkte deutlich konkurrenzfähiger geworden. Zum Januar 2019 habe das Vertriebsergebnis um 23 Prozent gesteigert werden können.

Im Mai werde eine überarbeitete Unfallversicherung auf den Markt gebracht, kündigte der Konzernchef an.

Lebensversicherung verliert Beiträge

In der Leben-Sparte haben sich die Beitragseinnahmen der Signal Iduna reduziert. Zwar habe sich das Neugeschäft positiv entwickelt, doch damit konnten die Abgänge nicht ausgeglichen werden.

Bis zum nächsten Jahr will Leitermann eine Trendwende schaffen. Er hält das Neugeschäft für ausbaufähig, insbesondere in der betrieblichen Altersvorsorge. Den Anteil der Fondspolicen am Zugang bezifferte er auf etwa 60 Prozent.

Genauere Angaben zum Geschäftsverlauf wurden für die Bilanzpressekonferenz angekündigt.

Wachstumsstrategie bekräftigt

Seinen Optimismus für die zukünftige Entwicklung der Versicherungsgruppe stützt der Vorstandsvorsitzende auf das im letzten Jahr vorgestellte Transformationsprogramm „Vision 2023“. Das soll binnen fünf Jahren die Beiträge um ein Viertel und den nachhaltigen rechnungsmäßigen Überschuss vor Steuern um 30 Prozent steigern.

Die Wachstumsstrategie umfasst vier Handlungsfelder:

  • Konzentration auf Fokus-Zielgruppen.
  • Mehr Nutzen stiften, der die Lebensqualität der Kunden erhöht.
  • Mehr Neues anbieten, auch Dienstleistungen über die Versicherung hinaus.
  • „Mehr wir“, gemeint ist das Mitnehmen der Belegschaften in dem Veränderungsprozess.

Für die Mitarbeiter ändere sich viel. Ihnen werde angeboten, sich entsprechend den geänderten Berufsbildern fortzubilden. Auch neue Arbeitsweisen wie Scrum und Design Thinking kämen zum Einsatz. Rund 1.000 Mitarbeiter seien bereits in Berlin in der Startup-Plattform „Open Studios“ (VersicherungsJournal 3.11.2017) zur Fortbildung gewesen.

Alle Altersgruppen sind aufgeschlossen

Für neue Arbeitsweisen und Produkte ließen sich nicht nur die jüngeren Mitarbeiter begeistern, sagte Leitermann. Alle Altersgruppen machten mit.

Doch seien die Veränderungen kein Selbstläufer, sondern es gäbe viele Hindernisse zu überwinden, räumt der Konzernchef ein. So habe sich das Unternehmen auf die „jungen Wilden“, einzustellen, die als externe Experten keine Festanstellung anstrebten, sondern sich nur für einzelne Projekte gewinnen ließen.

Auch mehr Homeoffice-Tätigkeit werde angeboten, sogar für Führungskräfte. Von neuen Arbeitsbedingungen müssten auch die Betriebsräte überzeugt werden.

Die neue Arbeitswelt hat auch Einfluss auf die Gestaltung der Büros. In der Hamburger City-Nord ist der Abriss und Neubau eines Bürohauses geplant, das Ende 2021 bezugsfertig sein soll. Dort werde zwar jeder Mitarbeiter einen Schreibtisch vorfinden, aber nicht mehr unbedingt an jedem Tag den gleichen.

 
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