WERBUNG

Ruhe vor dem Sturm beim Pensionssicherungsverein

4.5.2020 – Pleite-Panik macht sich breit: Wie viele Corona-bedingte Ausfälle kann der gesetzlich bestimmte Träger der bAV-Insolvenzsicherung schultern? Schon im Vorjahr stieg laut der Bilanz der Schadenaufwand rasant an. (Bild: PSVaG)

Sowohl die Anzahl der Sicherungsfälle wie auch die Anzahl der zu übernehmenden Renten und Anwartschaften lagen auf dem niedrigen Vorjahresniveau und damit unverändert unter dem langjährigen Mittel. Das schreibt der Vorstand des Pensionssicherungsvereins VVaG (PSVaG) zu seinem Geschäftsbericht 2019. Das dürfte sich für 2020 ändern.

Abwarten der Corona-Folgen

Schadenentwicklung PSVaG (Bild: PSVaG)

Im Zuge der Corona-Krise wird über Insolvenzen unter Mitarbeiter-starken Unternehmen wie etwa der Lufthansa spekuliert. Das könnte das Schadenvolumen wie seinerzeit beim Warenhauskonzern Arcandor (9.11.2009 und 8.11.2019) und weit darüber hinaus explodieren lassen.

2019 sank die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Vergleich zum Vorjahr (VersicherungsJournal 13.5.2019) erneut um 2,9 Prozent auf 18.749 Fälle. Der PSVaG wurde davon in 414 (397) Insolvenzen eintrittspflichtig mit 17.900 (18.800) Renten und Anwartschaften.

Da die Rentenverpflichtung durchschnittlich mehr als doppelt so hoch war wie im Vorjahr, erreichte das Schadenvolumen 1,19 Milliarden Euro nach 659,6 Millionen Euro 2018. Die Rückflüsse aus Insolvenzforderungen von rund 198 Millionen Euro sind dabei schon eingerechnet.

2020 ist alles möglich

Das Geschehen der ersten Wochen 2020 lasse vermuten, dass zumindest im ersten Halbjahr deutlich mehr Schäden eintreten als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, so der Vorstand im Geschäftsbericht 2019. Für die weitere Entwicklung könne insbesondere wegen der unkalkulierbaren Folgen der Verbreitung des Coronavirus derzeit keine Prognose abgegeben werden.

Ein zuverlässiger Schluss vom allgemeinen Insolvenzniveau auf das Schadenvolumen und die Beitragshöhe sei wegen der sehr unterschiedlichen Art und Qualität der bAV der Mitgliedsunternehmen „nur sehr eingeschränkt möglich“. Die Belastung lasse sich nicht solide schätzen.

Einzelne größere Schadenereignisse könnten unmittelbar beitragserhöhend wirken. Auch wenn das Insolvenzniveau 2020 nur leicht über dem Niveau von 2019 liege, könne die Eintrittspflicht für den PSVaG aber deutlich höher ausfallen.

Beitragssatz 2020 ist schon jetzt belastet

Wie sich der Beitragssatz 2020 voraussichtlich entwickelt, will der Verein wie immer zur Jahresmitte bekannt geben.

Fest steht bereits, dass die Überschussbeteiligung vom Konsortium der Lebensversicherer deutlich geringer als im Vorjahr ausgefallen ist. Damit werde die Beitragsentlastung voraussichtlich um 0,1 Promille geringer ausfallen.

PSVaG Kennzahlen 2019 (Bild: PSVaG)
PSVaG Kennzahlen 2019 (Bild: PSVaG)

Mehr Arbeitgeber nutzen die Pensionssicherung

Ende 2019 gehörten dem PSVaG 95.250 (95.100) Arbeitgeber mit unverändert 11,1 Millionen Versorgungsberechtigten an. Davon waren unverändert 4,0 Millionen Rentner und 7,1 Millionen Arbeitnehmer mit unverfallbaren Anwartschaften.

2019 betrug der Beitragssatz 3,1 (2,1) Promille. Dieser war zu beziehen auf die von den Mitgliedsunternehmen gemeldete Beitragsbemessungs-Grundlage von insgesamt 348 Milliarden Euro.

Der gewichtete durchschnittliche Beitragssatz aus den bisher 45 Geschäftsjahren liegt bei 2,8 Promille. Für die letzten fünf Jahre liegt er bei 1,9 Promille und für die letzten zehn Jahre bei 2,0 Promille.

Details finden sich im Geschäftsbericht (PDF, 461 KB).

 
WERBUNG
Die Alternative zum Premium-Abonnement

Möchten Sie Artikel ohne Registrierung abrufen, so können Sie jeden Text über GBI-Genios Deutsche Wirtschaftsdatenbank GmbH einzeln für einen geringen Stückpreis erhalten. Direkt auf diesen Artikel bei Genios gelangen Sie hier.

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
5.12.2018 – Die Schieflagen kommen nicht unerwartet: Die Bafin hatte schon seit langem gewarnt, die Personalmeldung vom Montag hatte bereits auf Probleme hingewiesen. Nun hat die Bafin in einem Fall das Neugeschäft untersagt. (Bild: Kölner Pensionskasse) mehr ...
 
17.5.2017 – Die Absicherung der Betriebsrenten gegen Insolvenz war 2016 dank nur weniger und „preisgünstiger“ Pleiten und Sonderfaktoren so günstig wie nie. Auch 2017 hat pleitemäßig für den Pensions-Sicherungs-Verein gut begonnen. (Bild: Wichert) mehr ...
 
13.5.2019 – Das Wirtschaftsklima in Deutschland trübt sich ein. Für den Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) hat 2019 aber (noch) gut begonnen. Das wird als Indiz für die Höhe des Beitragssatzes 2019 gesehen, hieß es anlässlich der Vorlage des Geschäftsberichts 2018. (Bild: PSVaG) mehr ...
 
17.5.2018 – Der Pensions-Sicherungs-Verein hat seinen Geschäftsbericht mit aktuellen Angaben zu Insolvenzen im vergangenen Jahr vorgelegt. Die Zahl der mitmachenden Arbeitgeber wächst, schlechter entwickeln sich aber einige weitere Zahlen. (Bild: PSV) mehr ...
 
9.11.2016 – Auch das gibt es: Die Pleitewelle ebbt immer weiter ab. Hinzu kommen für den Pensions-Sicherungs-Verein VVaG (PSVaG) noch weitere günstige Faktoren. Und dies wird an die Mitglieder weitergegeben. (Bild: Wichert) mehr ...
 
18.5.2016 – Der Pensions-Sicherungs-Verein hat seinen Geschäftsbericht mit aktuellen Angaben zu Insolvenzen im vergangenen Jahr sowie dem Beitragssatz für 2015 vorgelegt. Die Grundlagen der Beitragsberechnung wurden überprüft. (Bild: PSVaG) mehr ...
 
24.9.2015 – Nach der gesetzlichen Rentenversicherung und der privaten Vorsorge durch klassische Lebensversicherungen gerät mehr und mehr auch die betriebliche Altersvorsorge in die Bredouille. Das ist – in vielerlei Hinsicht – gefährlich. (Bild: Müller) mehr ...
WERBUNG