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Neuer Markteilnehmer in der betrieblichen Krankenversicherung

14.4.2021 – Betriebliche Krankenversicherer bekommen Konkurrenz. Das US-Unternehmen Cigna nimmt in Deutschland seine Geschäftstätigkeit auf und adressiert Firmenkunden und ihre Belegschaften mit Angeboten zum Gesundheitsmanagement. Im Vertrieb setzt das Unternehmen auf Vermittler.

Ein US-Krankenversicherer tritt in den deutschen Markt ein. Ab sofort ist die Cigna European Services (UK) Ltd hierzulande aktiv und spricht Firmenkunden mit Gesundheits-Dienstleistungen für die Mitarbeiter an (VersicherungsJournal Medienspiegel 3.4.2021).

Stephan Deutsch wird als Vertriebsdirektor Deutschland den Start verantworten. Deutsche Kunden will das Unternehmen künftig „überwiegend über Vermittler ansprechen“, teilte das Unternehmen auf Nachfrage mit.

Gesundheit: Mitarbeiter im Ganzen betrachten

Stephan Deutsch (Bild: Cigna)
Stephan Deutsch (Bild: Cigna)

Die Gesellschaft gehört international zu den Größen der Branche. In der Kategorie Versicherer im weltweiten Markenwert-Ranking der Kantar Group landete der Konzern auf dem zehnten Platz. Den Wert des Unternehmens beziffern die Marktforscher auf rund sechs Milliarden US-Dollar (etwa 5,04 Milliarden Euro).

Nach eigenen Angaben verfügt Cigna in Europa „über mehr als 60 Jahre Erfahrung in der Entwicklung, Implementierung und Verwaltung von internationalen Gruppenkranken-Versicherungen und Mitarbeiter-Beteiligungsprogrammen“.

Die Angebote der Gesellschaft richten sich an in- und ausländische Beschäftigte von EU-Unternehmen, internationalen Netzwerken wie Nichtregierungs-Organisationen (NGOs) und Angestellte von Regierungen.

Das Unternehmen nimmt mithilfe von Beratern und Gesundheitsexperten eine Analyse der Belegschafts-Anforderungen des jeweiligen Firmenkunden vor. Sie erarbeiten basierend auf Mitarbeiterbefragungen „einen maßgeschneiderten Ansatz für die Umsetzung von Whole-Health-Produkten“ (etwa ganzheitlich ausgerichtete Gesundheits-Produkte).

Konzept in Konkurrenz zum betrieblichen Gesundheitsmanagement

Das sogenannte „Whole-Health-Konzept“ bietet Firmenkunden laut dem Anbieter Zugang zu einem Netzwerk von 1,5 Millionen Dienstleistern der Gesundheitsbranche. Die Angebote könnten die versicherten Mitarbeiter auch digital in Anspruch nehmen.

Der Ansatz des neuen Mitspielers im deutschen Markt kommt dem Begriff und den Inhalten des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) am nächsten. Als Beispiel dafür kann man hierzulande die Offerten der Süddeutschen Krankenversicherung a.G. (SDK) anführen.

Der Krankenversicherer bietet Firmenkunden Leistungen der „Gesundwerker“, die auch Services im betrieblichen Gesundheitsmanagement einschließen. Hier hat die SDK bereits seit 2017 ein Portfolio aufgebaut, das sich an Kranken-Vollversicherte und mittelständische Unternehmen richtet (11.12.2020).

Die betriebliche Krankenversicherung wird in Deutschland beliebter

Das Geschäft mit zusätzlicher Absicherung über den Arbeitgeber führte in Deutschland lange Zeit ein Nischendasein, gewinnt aber an Bedeutung.

So sind die betriebliche Krankenversicherung (bKV) und die betriebliche Altersversorgung (bAV) aus Arbeitnehmersicht die wichtigsten Sozialleistungen (Medienspiegel 10.3.2021). 13.500 deutsche Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern eine komplett vom Arbeitgeber finanzierten Krankenzusatz-Vorsorge an (Medienspiegel 21.1.2021).

Die Versicherer, die in dieser Sparte aktiv sind, teilten sich bisher in zwei Lager. Auf der einen Seite stehen die klassischen Angebote, bei dem die Unternehmen ihren Mitarbeitern bestimmte Bausteine finanzieren (wie zum Beispiel Zähne oder Besuche beim Heilpraktiker).

Allianz kommt mit neuem Angebot

Alternativen zu dieser klassischen Offerte stellen die sogenannten Budget-Tarife dar. Mitarbeiter erhalten hier keine bestimmte Leistung, sondern sie können ihren Versicherungsschutz überall einsetzen. Sei es für Zahnreinigung, Heil- und Hilfsmittel, Brille, Vorsorgeuntersuchungen, Facharztterminservice oder auch eine medizinische Hotline mit Ärzten nutzen.

Vorreiter in dieser Produktgattung ist die Hallesche Krankenversicherung a.G. mit ihren „Feelfree“-Tarifen, die der Versicherer vor zwei Jahren an den Start brachte (14.12.2020, 29.10.2018).

Einen neuen Vertriebsansatz gab diese Woche die Allianz Private Krankenversicherungs-AG bekannt. Bisher waren die Münchener Vertreter des bKV-Baukastenprinzips, wie Vorstandschefin Nina Klingspor noch 2020 im Interview bekräftigte (31.1.2020).

Jetzt erweitert der Versicherer seine Produktwelt unter dem Namen „gesundx“ um Budgettarife. Als einer der ersten Anbieter ermöglicht die Allianz Firmenkunden die Kombination klassischer Baukastenofferten mit der alternativen bKV.

 
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