Nächster Versicherer im Run-off

4.4.2018 – Die Frankfurter Leben übernimmt die Prudentia Pensionskasse von der Cofra-Gruppe. Betroffen sind 15.000 Rentenempfänger und 11.000 Anwärter. Es ist die vierte Übernahme des Run-off-Spezialisten.

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Die auf das Abwickeln von Lebensversicherungen (Run-off) spezialisierte Frankfurter Leben-Gruppe erwirbt mit der Prudentia Pensionskasse AG einen weiteren Versicherer.

Das Unternehmen war nach eigenen Angaben 1971 als Prudentia-Lebensversicherungs-AG gestartet und firmiert seit 2016 als Prudentia Pensionskasse AG. Die Gesellschaft erbringt betriebliche Altersversorgungs-Leistungen für die Mitarbeiter der Cofra-Gruppe in Deutschland, zu der auch das Modeunternehmen C&A gehört.

Diese Altersversorgungs-Verträge würden unverändert fortgeführt, teilte die Frankfurt Leben mit. „Die Bestandsverwaltung der Prudentia wird mit jener der Frankfurter Leben-Gruppe zusammengeführt, so dass die Prudentia von Synergieeffekten profitiert“, wird Anja van Riesen, Vorstand Operations und IT, in einer Pressemitteilung zitiert.

Übertragung unter Vorbehalt

Die Übertragung der Prudentia stehe – wie die der Pro bAV Pensionskasse AG – unter dem Vorbehalt des Inhaber-Kontrollverfahrens durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin).

Vorbehaltlich dieser Genehmigung übernehme die Frankfurter Leben-Gruppe rund 50.000 Verträge mit insgesamt circa 1,8 Milliarden Euro Kapitalanlagen.

Mit dem Kauf der Prudentia erhöhe die Gruppe ihr Bestandsvolumen auf circa zehn Milliarden Euro Kapitalanlagen und rund 700.000 Altersvorsorgeverträge, wurde mitgeteilt.

Vierter Ankauf der Frankfurter Leben

Insgesamt hat die Frankfurter Leben vier Versicherungsbestände erworben. Zuletzt war das die Pro bAV Pensionskasse AG mit rund 260.000 Verträgen, die der Axa-Gruppe gehörten (VersicherungsJournal 30.1.2018).

Davor waren von der Arag-Gruppe (VersicherungsJournal 15.6.2017, 16.12.2016) und der Basler Leben AG Direktion für Deutschland AG (VersicherungsJournal 9.1.2017) rund 400.000 Verträge übernommen worden.

Verlust in 2016

Laut dem letzten im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftsbericht hatte die Prudentia im Jahr 2016 einen Verlust von 16 Millionen Euro erwirtschaftet. Dieser wurde im Rahmen eines Ergebnis-Abführungsvertrages von der C&A Mode ausgeglichen. Für 2017 wurde mit einem Verlust von bis zu 53 Millionen Euro gerechnet.

Bei verdienten Beiträgen von 34 Millionen Euro in 2016 mussten 42 Millionen Euro für die Zinszusatzreserve aufgewendet werden, die nun den allergrößten Teil des Versicherungsbestandes betreffe.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2016 sank die Anzahl der Rentenempfänger um 167 auf 15.066 Personen. Die Zahl der Anwärter ging um 375 Personen auf 11.229 zurück. „Damit setzt sich die langfristige Bestandsabwicklung infolge der nahezu vollständig geschlossenen Pensionspläne der Arbeitgeber-Gesellschaften fort“, wird im Geschäftsbericht erläutert.

Nachträgliche Ergänzung 4.4.2018:

Die C&A Europe teilt mit, dass der Bilanzverlust der Prudentia Pensionskasse in 2017 nicht so hoch ausgefallen ist, wie im Geschäftsbericht 2016 für möglich gehalten wurde, sondern nur bei rund 15 Millionen Euro gelegen habe.

 
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