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Allianz SE will Widerstandskraft gegen „Schläge“ steigern

22.2.2021 – Die Covid-19-Pandemie und das anhaltende Niedrigzinsniveau hat im Geschäftsjahr 2020 auch der Allianz-Konzern stark zu spüren bekommen. Angesichts dieses „extrem herausfordernden Umfelds“ haben sich alle Geschäftsbereiche nach Einschätzung des Unternehmens jedoch als „bemerkenswert robust“ erwiesen. Trotzdem sieht Konzernchef Oliver Bäte weiterhin viel Handlungsbedarf, um die Widerstandskraft des Unternehmens noch zu steigern.

Der Druck auf die Margen und den Umsatz, der durch die Kombination von Covid-19-Epedemie und anhaltend niedrigem Zinsniveau bei der Allianz SE in den Ergebnissen 2020 deutliche Spuren hinterließ, wird weiter anhalten. Davon zeigte sich Konzernchef Oliver Bäte bei der Präsentation der vorläufigen Zahlen 2020 überzeugt.

Allianz sieht einige Vorteile gegenüber Wettbewerbern

Oliver Bäte (Archivbild: Müller)
Oliver Bäte (Archivbild: Müller)

Umso wichtiger ist aus seiner Sicht, den vor Jahren eingeleiteten Transformationsprozess hin zu Produkten und Prozessen, die einfacher, digitaler und für den weltweiten Einsatz skalierbar sind, verstärkt fortzusetzen. Die Allianz müsse, um „Schläge“ wie Covid-19 auch künftig aushalten zu können, ihre Widerstandskraft sowohl in organisatorischer wie finanzieller Hinsicht weiter erhöhen.

Die Fähigkeit dazu hat der Konzern laut Bäte insbesondere durch Vorteile, die viele Wettbewerber nicht hätten. In diesem Zusammenhang verwies er unter anderem auf die Unternehmensgröße, die Diversifikation, die Möglichkeit, Produkte zu entwickeln, die schnell weltweit ausgerollten werden können, sowie die „mit Abstand stärkste Marke“ und die ausgefeilte Technologieplattform.

Aktuell gehe es nicht zuletzt im Vertriebsbereich um weitere Produktivitäts-Fortschritte, ließ der Konzernchef anklingen, wobei das Unternehmen aber auch hier bereits „prima unterwegs“ sei. Zur Bilanzstärkung müssten in der Lebensversicherung die Garantiestrukturen weiter umgebaut werden, merkte er außerdem an.

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Ein neuer Drei-Jahres-Plan soll die Transformation fortsetzen

Weiterhin „nicht auffallen“ wolle die Allianz jedoch durch kurzfristige Restrukturierungs-Programme, „die viele Leute verunsichern“, betonte Bäte. Ende dieses Jahres werde es einen neuen Drei-Jahresplan zur Fortführung des aktuell noch laufenden Transformations-Prozesses geben, kündigte er außerdem an.

Im Berichtsjahr haben die Fortschritte bei Letzterem nach seiner Überzeugung bereits dafür gesorgt, dass sich der Konzern trotz Corona als „bemerkenswert robust“ erwies. Zu den Fortschritten zählte der Manager nicht zuletzt deutliche Steigerungen sowohl bei der Kunden- wie der Mitarbeiter-Zufriedenheit.

Er würdigte in diesem Kontext nicht zuletzt die „tollen Leistungen“ der Kollegen bei der Allianz Deutschland.

Schaden- und Unfallversicherung wächst in Deutschland um 1,7 Prozent

Im Inland konnte die Allianz die Beitragseinnahmen in der Schaden- und Unfallversicherung im Geschäftsjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr (VersicherungsJournal 24.2.2020) vor allem durch Preisanhebungen um 1,7 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro steigern. Das operative Ergebnis ging allerdings um 5,2 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zurück.

Im Konzern ging nach interner Rechnung – also bereinigt um Wechselkurs- und Konsolidierungseffekte – der Beitrag um 1,5 Prozent auf 59,4 Milliarden Euro zurück. Wegen Covid-19 wiesen vor allem die Konzerntöchter Allianz Partners aufgrund des weitgehend ausgefallenen Reiseversicherungs-Geschäfts sowie Euler Hermes hohe Umsatzrückgänge auf.

Die Schaden-Kosten-Quote stieg im Konzern – bei einer von 27,5 auf 26,8 Prozent sinkenden Kostenquote – von 95,5 auf 96,3 Prozent. Das operative Ergebnis sank um 13,4 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Ursächlich dafür war allerdings auch das um zehn Prozent auf 2,6 Milliarden Euro geschrumpfte Kapitalanlageergebnis.

Hybride Produkte legen beim Leben-Neugeschäft weiter zu

Im deutschen Lebensversicherungs-Geschäft verbesserte sich das operative Ergebnis um 4,4 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro und in der Krankenversicherung um 1,3 Prozent auf 187 Millionen Euro. Der Neugeschäftswert in der Lebensversicherung verminderte sich um 23 Prozent auf 672 Millionen Euro.

Beim Neugeschäftsmix hat sich in der Lebensversicherung den Angaben zufolge die gewünschte Veränderung hin zu hybriden Produkten in Deutschland fortgesetzt. Das werde sich im ersten Quartal 2021 niederschlagen.

Der Konzern verzeichnete im Lebens- und Gesundheits-Segment bei insgesamt um 3,1 Prozent auf 74 Milliarden Euro rückläufigen Prämieneinnahmen ein Minus beim operativen Gewinn von 7,4 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro.

Asset Management stabilisiert das operative Konzernergebnis

Giulio Terzariol (Archivbild: Müller)
Giulio Terzariol (Archivbild: Müller)

Als Stabilisator erwies sich in der Allianz SE angesichts der von der Pandemie verursachten Negativ-Effekte im Versicherungsgeschäft in Höhe von 1,3 Milliarden Euro einmal mehr der Geschäftsbereich Asset Management. Dort stieg das für Dritte verwaltete Vermögen um 1,5 Prozent auf ein neues Allzeithoch von 1,7 Billionen Euro.

Finanzvorstand Giulio Terzariol hob bei der Bilanzpressekonferenz ausdrücklich hervor, dass dazu Allianz Global Investors diesmal mit einem Plus von fünf Prozent auf 374 Milliarden Euro beigetragen habe. Bei Pimco betrug der Zuwachs 0,6 Prozent auf 1,3 Billionen Euro.

Zum operativen Ergebnis des Konzerns in Höhe von insgesamt 10,8 Milliarden Euro, was einem Rückgang um 9,3 Prozent entspricht, trug das Segment Asset Management im Berichtsjahr 2,9 Milliarden Euro bei. Das waren 5,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Dividende trotz Gewinnrückgang auf Vorjahreshöhe

Das auf die Anteilseigner entfallende Periodenergebnis des Konzerns verminderte sich um 14 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Dennoch schlägt der Vorstand eine unveränderte Dividende von 9,60 Euro je Aktie vor.

Bäte begründete dies einerseits damit, dass insbesondere zur Altersvorsorge sowohl private Investoren wie auch Pensionsfonds sich auf kontinuierliche Dividendeneinnahmen verlassen können müssen. Andererseits zeigten sich sowohl er wie Terzariol verhalten optimistisch für das Jahr 2021.

Dies resultiert einerseits aus den im Jahresverlauf 2020 ergriffenen Maßnahmen zur Abfederung der Pandemie-Folgen sowie einem bereits wieder recht starken 4. Quartal 2020. So konnte beispielsweise der zwischenzeitliche Rückgang der Solvency-II-Kapitalquote auf 187 Prozent im 2. Quartal 2020 wieder weitgehend kompensiert werden.

Ende 2020 lag die Quote bei 207 Prozent und damit fast auf der Vorjahreshöhe von 212 Prozent. Als Zielvorgabe beim operativen Gewinn im Jahr 2021 wurden zwölf Milliarden Euro ausgegeben und damit etwas mehr als im Jahr 2019 erreicht worden war. Dabei wurde die Schwankungsbreiten auf plus/minus eine Milliarde Euro verdoppelt.

 
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