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Allianz SE lassen Naturkatastrophen und Covid-19 unbeeindruckt

11.11.2021 – Der Versicherungskonzern steigerte im dritten Quartal den Umsatz um 9,5 Prozent und das operative Ergebnis um 11,3 Prozent. Finanzchef Giulio Terzariol zeigte sich bei der Präsentation der Periodenergebnisse auch für den Rest des Jahres sehr optimistisch. Wirklich ernsthafte Sorgen hat der Konzern derzeit offenbar in kaum einem Bereich.

Die Allianz SE hat am Mittwoch ihre Konzernergebnisse im dritten Quartal 2021 sowie nach neun Monaten (PDF) präsentiert.

Der Aufbau der IT-Plattform bei der noch relativ jungen Direktversicherungs-Tochter Allianz Direct Versicherungs-AG sei „im Plan“, ließ Finanzchef Giulio Terzariol wissen. Nicht zufrieden könne man bisher hier jedoch mit der Entwicklung der Einnahmen sein.

Das allerdings war auch so ziemlich die einzige Einschränkung in den Ausführungen des Vorstandsmitglieds zur Entwicklung des Konzerns in den Berichtsperioden. Insgesamt lief es in der Gruppe sowohl im dritten Quartal wie per Ende September seinen Worten zufolge nämlich „wirklich sehr gut“.

Ziemlich positive Entwicklung selbst bei den „Problemfällen“

Giulio Terzariol (Archivbild: Müller)
Giulio Terzariol (Archivbild: Müller)

Selbst bei den erforderlich gewordenen Sanierungsmaßnahmen bei der Allianz Global Corporate & Speciality SE (AGCS) sei der Konzern inzwischen „gut unterwegs“.

Die US-Tochter Allianz Global Investors U.S. LLC, (AGI) hatte im Sommer für heftige Turbulenzen gesorgt (9.8.2021).

Hier rechnet der Manager inzwischen damit, dass schon bald alle „Unklarheiten“ in diesem Fall beseitigt werden können.

Erst dann, so führte er weiter aus, ließe auch abschätzen, ob und in welcher Höhe sich dadurch Belastungen für den Konzern ergeben.

In der Entwicklung der Investmentgesellschaft während der Berichtszeit jedenfalls hätten sich die negativen Schlagzeilen nicht niedergeschlagen,

AGI wächst trotz der Turbulenzen im US-Geschäft

Tatsächlich legte das von AGI für Dritte verwalteten Vermögen gegenüber der Jahresmitte 2021 um 1,8 Prozent auf 433 Milliarden Euro zu. Im Geschäftsbereich Asset Management insgesamt wuchs es zeitgleich um 51 Milliarden Euro auf 1,9 Milliarden Euro an. Dazu trugen neben Nettomittelzuflüssen in Höhe von 25,7 Milliarden Euro auch positive Wechselkurseffekte mit knapp 25 Milliarden Euro bei.

Das operative Ergebnis stieg im dritten Quartal im Asset Management im Vergleich zum Vorjahresquartal um 30,2 Prozent auf 882 Millionen Euro und per Ende September im Vorjahresvergleich um 23 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Das Aufwand-Ertrags-Verhältnis verbesserte sich von 62,1 auf 58,5 Prozent.

Kaum Covid-19-bedingte Schäden in der Lebens- und Unfallversicherung

Das Segment Leben/Kranken wuchs beim operativen Ergebnis um 11,8 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro im Quartalsvergleich und um 27,9 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro nach neun Monaten. Damit lag der operative Quartals-Gewinn bereits zum dritten Mal in Folge über den Erwartungen, stellte Terzariol heraus.

Zu dem Anstieg trugen neben einer verbesserten Kapitalanlagemarge ein gestiegenes technisches Ergebnis sowie höhere Verwaltungskosten-Zuschläge und Gebühren aus dem fondgebundenen Geschäft in Italien bei. Merkliche Covid-19-bedingte Auswirkungen auf die Schadenentwicklung registrierte die Allianz laut Terzariol im Lebensversicherungs-Geschäft allenfalls noch in Indonesien.

Der Gesamtumsatz im Segment Leben/Gesundheit legte im Quartalsvergleich um 9,1 Prozent auf 18,3 Milliarden Euro zu und nach neun Monaten um sieben Prozent auf 56,8 Millionen Euro. Hierzu trug allerdings auch der Abschluss eines großen Rückversicherungs-Geschäftes bei, ließ der Manager wissen.

Der Barwert der Neugeschäftsbeiträge erhöhte sich in der Gruppe von 12,9 Milliarden auf 19,7 Milliarden Euro. Im deutschen Geschäft ging er jedoch um 5,3 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro zurück.

Kennzahlen der Allianz SE für das dritte Quartal 2021 (Bild: Allianz)
Kennzahlen der Allianz SE für das dritte Quartal 2021 (Bild: Allianz).
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Naturkatastrophen prägen die Schaden- und Unfallversicherung der Allianz

In der Schaden- und Unfallversicherung erhöhte sich der Gesamtumsatz der Gruppe im Quartalsvergleich um neun Prozent auf 14,1 Milliarden und per Ende September um 2,1 Prozent auf 47,7 Milliarden Euro. Fünf Prozent des Wachstums entfielen im dritten Quartal laut Terzariol auf einen positiven Volumeneffekt und 1,5 Prozent auf Preisanstiege.

Neben Australien trugen zu diesem Anstieg vor allem AGCS und Allianz Partners SAS sowie Euler Hermes SA maßgeblich bei. Im deutschen Geschäft betrug das Beitragswachstum im Quartalsvergleich 2,2 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro.

Das operative Ergebnis verbesserte sich in der Schaden- und Unfallversicherung im Neun-Monatsvergleich um 19,2 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Im Quartalsvergleich ging es jedoch in der Gruppe um 2,1 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zurück.

Rückversicherung hilft gegen die Folgen von „Ida“ & Co.

Ursächlich dafür war neben dem Hurrikan „Ida“ insbesondere das Geschäft in Deutschland. Hier verminderte sich das operative Ergebnis vor allem aufgrund der hohen Naturkatastrophen-Belastungen im dritten Quartal um 50,7 Prozent auf 172 Millionen Euro.

Covid-19-bedingte Schäden spielten in der Schaden- und Unfallversicherung dagegen beim Konzern keine wesentliche Rolle mehr. Die Schaden-Kosten-Quote stieg bei unveränderter Kostenquote von 26,7 Prozent im dritten Quartal insgesamt leicht von 94,5 auf 94,7 Prozent. In Deutschland nahm sie allerdings um 8,6 Prozentpunkte auf 97,9 Prozent zu.

Sonderlich beunruhigt zeigte sich Terzariol davon aber nicht, da sich das versicherungstechnische Ergebnis per Ende September trotz der hohen Belastung durch Naturkatastrophen und eines niedrigeren operativen Kapitalanlage-Ergebnisses im dritten Quartal sogar deutlich verbessert hatte. Grund hierfür war hauptsächlich ein verbessertes Abwicklungsergebnis.

Auch von der Bruttobelastung in Höhe von einer Milliarde Euro durch wetterbedingte Ursachen werde sich für die Allianz dank der Rückversicherung letztlich nur ein Aufwand von rund 400 Millionen Euro ergeben, ließ er wissen. Größere Korrekturen an der strategischen Ausrichtung im Schaden- und Unfallgeschäft seien daher trotz der Erfahrungen in diesem Ausnahmejahr nicht erforderlich.

Auf gutem Weg zum oberen Ende der vorgegebenen Zielspanne

Alles in allem habe die Gruppe per Ende September den Umsatz um fünf Prozent auf 110,1 Milliarden Euro und das Periodenergebnis um 38,9 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro gesteigert. Das zeige, dass das Geschäftsmodell gut positioniert sei. Mit dem operativen Ergebnis von 9,9 Milliarden Euro seien bereits 82 Prozent der Zielvorgabe für das Gesamtjahr erreicht.

Terzariol sieht den Konzern daher jetzt sogar „auf einem guten Weg, einen operativen Gewinn am oberen Ende der Zielspanne zu erreichen“. Die ist bei zwölf Milliarden Euro plus/minus eine Milliarde Euro vorgegeben.

 
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