Allianz Leben transformiert das Geschäftsmodell

13.9.2018 – Im ersten Halbjahr 2018 stiegen die Neubeiträge der Allianz Lebensversicherung um 12,5 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum und der Marktanteil auf 24,2 Prozent. Das Geschäftsmodell muss transformiert werden, um es weiter an die anhaltende Niedrigzinsphase und das veränderte Kundenverhalten anzupassen. Ziel bei der Kapitalanlage ist es, mittelfristig rund die Hälfte in Aktien und alternativen Investments zu halten und Staatsanleihen abzubauen. Damit sollen Renditechancen weltweit genutzt werden. Mit dem neuen volldigitalen Angebot „Fourmore“ möchte der Lebensversicherer systematischer als bisher jüngere Kunden ansprechen.

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„Wir halten die klassischen Produkte nicht mehr für Kernprodukte. Im Neugeschäft verkaufen wir Klassik so gut wie gar nicht mehr“, erklärte Markus Faulhaber, Vorstandsvorsitzender der Allianz Lebensversicherungs-AG, am Mittwoch bei einem Pressegespräch zum Thema „Wachstum und Transformation“ seines Unternehmens.

Allianz Leben wächst gegen den Markttrend

„Unsere neuen Produkte werden gut angenommen“, fasste Faulhaber die Geschäftsentwicklung zusammen. Im ersten Halbjahr 2018 stiegen die Neubeiträge um 12,5 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dabei entfielen inzwischen 90 Prozent auf moderne Produkte inklusive Risikoprodukte.

Im ersten Halbjahr 2018 wuchs der Marktanteil weiter um 0,9 Prozent auf 24,2 Prozent. „Vorsorge ist ein Wachstumsmarkt“, zeigte sich Faulhaber überzeugt. Die Allianz Lebensversicherung könne auch mit Direktversicherern konkurrieren. „Wir sind sehr positiv unterwegs“, fasste er die Finanzdaten zusammen. „Das ist unsere Stärke.“

Für die weitere Transformation des Geschäftsmodells nannte er zwei Gründe: Die Anpassung an das Niedrigzinsumfeld. Seiner Meinung nach hält es an und erfordert eine veränderte Balance zwischen Risiko und Sicherheit bei der Kapitalanlage. Des Weiteren müsse auf das veränderte Kundenverhalten in der digitalen Welt reagiert werden.

Pfandbriefe und Staatsanleihen waren Gestern

„Kunden bekommen über uns Zugang zu Kapitalanlageklassen, zu denen sie sonst keinen Zugang haben“, erläuterte Allianz-Leben-Chefanleger Andreas Lindner. „Wir wollen uns mittelfristig von Staatsanleihen verabschieden. Auch Pfandbriefe sind kein attraktives Instrument mehr.“

Ziel ist es, in drei bis vier Jahren rund die Hälfte des Kapitals in Aktien und alternativen Investments zu halten. Auf etwa 25 Prozent soll der Anteil der Unternehmensanleihen wachsen. Dies bedeute hohe Ertragschancen für die Kunden. Diese profitierten außerdem von der schieren Größe des Anlagevolumens und der Finanzkraft in Form von Kostenvorteilen.

So hat die Allianz keine Schwierigkeiten, sich an Gewerbe-, Immobilien- oder Projektfinanzierungen im Umfang von 500 Millionen Euro zu beteiligen. Bei Investments beispielsweise in Problemimmobilien, die nach Restrukturierung wieder verkauft werden, liegen die Renditeerwartungen bei durchschnittlich acht bis zwölf Prozent. Bei einer jüngst erworbenen Immobilie in Peking winken zwischen fünf und zehn Prozent Rendite.

V.li.n.re.: Franz Billinger, Leiter Kommunikation Leben/Kranken, Markus Faulhaber, Andreas Lindner (Bild: Ullrich)
V.li.n.re.: Franz Billinger, Leiter Kommunikation Leben/Kranken, Markus Faulhaber, Andreas Lindner (Bild: Ullrich)

Jeder dritte Euro der Kunden soll in alternative Anlagen fließen

Aktuell beträgt der Anteil alternativer Anlagen 23 Prozent. Als mittelfristigen Zielwert nannte Chefanleger Lindner 35 Prozent. In den nächsten drei bis vier Jahren sollen weitere 40 Milliarden Euro investiert werden. Dabei sei man weltweit unterwegs, zum Teil mit eigenen Experten, zum Teil mit spezialisierten Partnern.

„Wichtig ist weniger der Anlagezeitpunkt als vielmehr die Finanzkraft und die Diversifikation“, führte Lindner mit Blick auf die Risiken aus. Man müsse in jeder Assetklasse nach Segmenten und Regionen streuen. Bei Kurskorrekturen an den Aktienmärkten sei es zentral, solche Durststrecken durchstehen zu können und nicht verkaufen zu müssen.

Ein Hauptvorteil der Allianz seien dabei die großen Volumina. Ab 200 Millionen Euro aufwärts gäbe es weniger Wettbewerb seitens Investmentfonds. Im globalen Anlageuniversum könne man unter anderem auch Wachstumsregionen wie China oder Indien erschließen.

Volldigitales Angebot insbesondere für junge Kunden

Mit dem neuen volldigitalen Angebot „Fourmore“ möchte die Allianz Leben systematischer als bisher jüngere Kunden durch emotionale Motivatoren ansprechen (VersicherungsJournal Archiv). Es basiert auf der Kapitalanlage des Vorsorgekonzepts „KomfortDynamik“, das mit einem Absatzplus von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstumsträger ist.

Auch hier sind die Renditechancen ein starkes Verkaufsargument. Mit der ersten Einzahlung ist das Geld in typischen Laufzeiten mit über zwei Drittel in chancenreiche Anlagen wie zum Beispiel Aktien und Schwellenländeranleihen investiert. Über ein Onlineportal ist der aktuelle Wert in Echtzeit einsehbar und es können Ein- und Auszahlungen vorgenommen werden.

„Der Kunde hat die Möglichkeit, alle Kanäle zu nutzen“, so Faulhaber. Er könne allein am Bildschirm seine Vorstellungen realisieren, die Allianz anrufen oder mit einem Vertreter sprechen. „Hier werden weitere digitale Angebote gebaut“, stellte der Vorstandschef in Aussicht. Auch in die neue „FirmenOnline“ soll weiter investiert werden, um sie sukzessive zu erweitern.

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Direktvertrieb · Immobilie · Investmentfonds · Lebensversicherung · Marktanteil · Verkauf
 
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