Zehn private Krankenversicherer schwächeln

29.9.2020 – Im diesjährigen PKV-Unternehmensrating von Morgen und Morgen haben die Alte Oldenburger, der LVM sowie die R+V die Höchstnote erzielt. Von 30 Teilnehmern schnitten 14 überdurchschnittlich und zehn unterdurchschnittlich ab. Schlusslichter sind die Bayerische Beamtenkrankenkasse, die Huk-Coburg, der VRK und die UKV.

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Die Morgen & Morgen GmbH hat am Donnerstag die aktuelle Ausgabe ihres jährlichen Unternehmensratings der privaten Krankenversicherer (PKV) vorgelegt. Darin wurden die nach Ansicht des Analysehauses wichtigsten zehn Bilanzkennzahlen von erneut 30 Anbietern (VersicherungsJournal 9.8.2019) bewertet.

Vor zwei Jahren waren es noch 31 Gesellschaften; der Deutsche Ring ist nach dem Verschmelzen auf die Signal Iduna Krankenversicherung a.G. (16.8.2017) nicht mehr dabei.

Nicht berücksichtigt hat das Analysehaus aktuell die Freie Arzt- und Medizinkasse der Angehörigen der Berufsfeuerwehr und der Polizei VVaG. Diese kam 2019 auf knapp 27.000 Vollversicherte und mit verdienten Bruttobeitragseinnahmen von 49,4 Millionen Euro auf einen Marktanteil von 0,12 Prozent. Ebenfalls fehlt die in 2017 gegründete Ottonova Krankenversicherung AG.

Zehn Kennzahlen ausgewertet

Im „M&M Rating KV-Unternehmen“ werden Kennzahlen aus drei Gruppen ausgewertet:

  • Erfolgs- und Leistungsgrößen: Abschlusskostenquote, Nettoverzinsung, versicherungs-geschäftliche Ergebnisquote, Verwaltungskostenquote;
  • Wachstums- und Bestandsgrößen: Wachstumsraten der Voll- und Ergänzungsversicherten;
  • Sicherheit und Finanzierbarkeit: Bewertungsreservequote, Eigenkapitalquote, RfB-Quote, RfB-Zuführungsquote.

Betrachtet wurden die Geschäftsjahre 2015 bis 2019. Einzelheiten zum Bewertungsverfahren haben die Analysten in ihrer Rating-Dokumentation (PDF, 549 KB) veröffentlicht. Ergebnis der Berechnungen sind Noten von fünf Sternen („ausgezeichnet“) bis ein Stern („sehr schwach“).

Nur noch drei Anbieter mit der Bestnote

Die Höchstnote erhielten aktuell drei (2019: vier; 2018: fünf) Unternehmen, und zwar wie im Vorjahr die Alte Oldenburger, der LVM und die R+V. Aus der Spitzengruppe herausgefallen ist die Signal Iduna, die zusammen mit zehn weiteren Unternehmen nun auf vier Sterne kommt.

Einen Stern weniger erhielt ansonsten nur noch die Debeka (auf drei Sterne). Einen Stern gewonnen haben die Universa (auf vier Bewertungssterne) sowie auf jeweils zwei Sterne die Continentale und die Württembergische.

Sterneverteilung (Bild: Wichert)

Dadurch gibt es nur noch vier (Vorjahr: sechs) „sehr schwache“ Gesellschaften, dafür aber sechs (vier) „schwache“. Die Zahl der unterdurchschnittlich benoteten Anbieter blieb bei zehn. Vor zwei Jahren waren es noch zwölf (3.8.2018).

M&M Ratings KV-Unternehmen

Versicherer

Sterne 2020

Sterne 2019

Alte Oldenburger Krankenversicherung AG

5

5

LVM Krankenversicherungs-AG

5

5

R+V Krankenversicherung AG

5

5

Signal Iduna Krankenversicherung a.G.

4

5

Allianz Private Krankenversicherungs-AG

4

4

Arag Krankenversicherungs-AG

4

4

DEVK Krankenversicherungs-AG

4

4

Hallesche Krankenversicherung a.G.

4

4

Hansemerkur Krankenversicherung AG

4

4

Inter Krankenversicherung AG

4

4

Landeskrankenhilfe V.V.a.G.

4

4

Mecklenburgische Krankenversicherungs-AG

4

4

Provinzial Krankenversicherung Hannover AG

4

4

Universa Krankenversicherung a.G.

4

3

Axa Krankenversicherung AG

3

3

Generali Deutschland Krankenversicherung AG (früher Central)

3

3

Debeka Krankenversicherungs-Verein a.G.

3

4

Gothaer Krankenversicherung AG

3

3

Münchener Verein Krankenversicherung a.G.

3

3

Süddeutsche Krankenversicherung a.G.

3

3

Barmenia Krankenversicherung AG

2

2

Concordia Krankenversicherungs-AG

2

2

Continentale Krankenversicherung a.G.

2

1

DKV Deutsche Krankenversicherung AG

2

2

Nürnberger Krankenversicherung AG

2

2

Württembergische Krankenversicherung AG

2

1

Bayerische Beamtenkrankenkasse AG

1

1

Huk-Coburg-Krankenversicherung AG

1

1

Versicherer im Raum der Kirchen Krankenversicherung AG (früher Pax-Familienfürsorge)

1

1

UKV – Union Krankenversicherung AG

1

1

Kapitalmarkt beeinflusst Kennzahlen

Zur Marktentwicklung im Jahr 2019 teilte Morgen & Morgen mit, dass die Wachstumsrate für natürliche Personen in der Vollversicherung bei minus 0,4 Prozent gelegen habe. Hingegen hätten sich Zusatzpolicen nach wie vor großer Beliebtheit erfreut. Die Steigerungsrate bezifferten die Analysten auf 1,50 Prozent.

Die Kostenquoten seien genauso wie das Eigenkapital konstant geblieben. Durch die positive Kursentwicklung habe sich das Kapitalanlageergebnis bei deutlich höheren Zuschreibungen und geringeren Abschreibungen verbessert.

Dadurch habe sich die Nettoverzinsung im Schnitt von 3,0 auf 3,2 Prozent erhöht. Gestiegen sei auch die Bewertungsreservequote, und zwar von 11,2 auf 17 Prozent. Leicht zugenommen um 0,5 Prozentpunkte auf 10,7 Prozent habe auch die RfB-Zuführungsquote, während die RfB-Quote im Schnitt auf 37,1 Prozent gesunken sei.

Die Versicherer reagierten auf die anhaltende Niedrigzinsphase mit Rechnungszinssenkungen im Bestand, die für den Kunden durch Beitragsanpassungen spürbar werden. Von 3,5 Prozent bis 2012 hätten sich die Rechnungszinsen in den Beständen der Versicherer bis 2019 auf durchschnittlich 2,6 (Vorjahr: 2,8) Prozent reduziert.

Corona-Auswirkungen noch nicht absehbar

Thorsten Saal, Bereichsleiter Mathematik bei dem Analysehaus aus Hofheim, kommentiert die Ergebnisse wie folgt: „Es ist jetzt aber falsch zu glauben, dass ein gutes letztes Börsenjahr in das nächste Jahr übertragen werden kann.

Erst 2021 werden wir die Auswirkungen der Corona-Pandemie absehen können“. Dennoch sehe man den PKV-Markt weiter als „stabil“ an.

 
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