Wo Eigentumswohnungen teuer und wo günstig sind

12.3.2019 – Die Postbank analysierte für ihren „Wohnatlas 2019“ die Entwicklung von gebrauchten Eigentumswohnungen in deutschen Regionen. Klarer Trend: Die Preise stiegen in 90 Prozent der Landkreise und Städte weiter. Hintergrund: Wohneigentum wird Anlegern in den Metropolen zu teuer, Interessenten weichen aufs Land aus. Aber selbst hier steigen die Kosten.

WERBUNG

Die Nachfrage nach Wohneigentum ist in Deutschland ungebrochen. In den Großstädten ist der Immobilienmarkt nach wie vor hart umkämpft. Das treibt die Preise. So konnten sich Verkäufer von Eigentumswohnungen 2018 im Vergleich zum Vorjahr in mehr als 90 Prozent aller deutschen Landkreise und kreisfreien Städte über höhere Preise freuen.

Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Wohnatlas 2019“ der Deutschen Postbank AG. Das Geldhaus legte am Montag einen Marktüberblick der Quadratmeterpreise für Bestandsimmobilien im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr (VersicherungsJournal 15.3.2018) vor.

Die Auswertung wurde im Auftrag des Geldhauses von der Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut gGmbH (HWWI) erstellt. Die Zahlen beziehen sich auf die 401 Landkreise und kreisfreien Städte hierzulande.

Solange die Niedrigzinsphase anhält und Baukredite günstig sind, ist eine Trendwende nicht zu erwarten.

Eva Grunwald, Leiterin Immobiliengeschäft Deutsche Postbank AG.

Immobilienpreise steigen weiter

Die durchschnittlichen Quadratmeterpreise stiegen laut Wohnatlas in 365 von 401 Kreisen und Städten an, während im Jahr 2017 lediglich 242 Kreise eine Verteuerung verbucht worden war. Im bundesweiten Schnitt lag das Plus inflationsbereinigt bei 7,2 Prozent und fiel damit noch stärker aus als im Vorjahr, so die Auswertung.

Nicht nur die Großstädte, auch der ländliche Raum verzeichnete teils kräftige Preissteigerungen, stellten die Autoren des Reports fest. „Die Immobilienpreise kennen derzeit nur eine Richtung, nämlich aufwärts. Solange die Niedrigzinsphase anhält und Baukredite günstig sind, ist eine Trendwende nicht zu erwarten“, sagt Eva Grunwald, Leiterin Immobiliengeschäft der Postbank.

Antieg der Immobilienpreise (Bild: Postbank)

Oberbayern und Nordfriesland sind teuerste Regionen

Der aktuelle Wohnatlas zeigt ein deutliches Süd-Nord-Gefälle. Deutschlands teuerste Regionen liegen fast alle im Süden der Republik: Unter den Top-Ten sind acht bayerische Landkreise aufgeführt (Miesbach, Starnberg, Landkreis München, Fürstenfeldbruck, Ebersberg, Dachau, Freising und Erding).

In mittlerweile fünf Landkreisen hat der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Wohneigentum 5.000 Euro überschritten. Der teuerste Landkreis ist Miesbach in Oberbayern im erweiterten Speckgürtel Münchens mit durchschnittlich 5.615 Euro pro Quadratmeter.

Einen ähnlichen Effekt stellten die Autoren der Studie für den Landkreis Nordfriesland fest, zu dem auch das hochpreisige Sylt gehört. Dort wurden 2018 im Schnitt 5.588 Euro pro Quadratmeter fällig, was allerdings knapp drei Prozent weniger sind, als noch im Vorjahr.

Erstmals seit Jahren gaben die Preise damit im hohen Norden nach. „Ob der Preiszenit für Nordfriesland damit überschritten ist, wird sich in der kommenden Zeit zeigen“, so der Wohnatlas.

Immobilienpreise (Bild: Postbank)

Spitzenreiter München gefolgt von Main-Metropole

Bei den deutschen Großstädten bleibt München mit Abstand am teuersten. Im vergangenen Jahr hat der mittlere Quadratmeterpreis in der Landeshauptstadt 7.000 Euro überschritten und lag bei 7.509 Euro. Das sind inflationsbereinigt 8,7 Prozent mehr als 2017.

Frankfurt am Main bleibt im Ranking der teuersten Städte Deutschlands weiter auf Platz zwei mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 5.058 Euro. Der starke Anstieg um rund 10,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sorgt dafür, dass sich die deutsche Bankenmetropole spürbar von Hamburg absetzt.

Die Hansestadt mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 4.587 Euro und einem Plus von sieben Prozent liegt auf Platz drei. Stuttgart folgt auf Platz vier mit 4.225 Euro pro Quadratmeter, was einer Steigerung von 8,04 Prozent entspricht.

Berlin holt dagegen weiter auf und verzeichnet erneut den steilsten Preisanstieg der sieben größten deutschen Metropolen: Hier kletterten die Quadratmeterpreise um 11,4 Prozent auf im Schnitt 4.166 Euro. Im Ranking liegt die deutsche Hauptstadt damit auf Platz fünf.

Die Menschen suchen im Wohneigentum eine sichere Geldanlage, in und um die Metropolen wird es zunehmend eng und teuer, deshalb weichen Kaufinteressierte verstärkt in den ländlichen Raum aus.

Eva Grunwald, Leiterin Immobiliengeschäft Deutsche Postbank AG.

Wo Wohneigentum wenig kostet

Die stärksten Steigerungen betreffen aber nicht die Metropolen oder den klassischen Speckgürtel, wie der Postbank Wohnatlas zeigt. Von der großen Nachfrage nach Wohneigentum profitiere jetzt auch der ländliche Raum.

„Die Menschen suchen im Wohneigentum eine sichere Geldanlage, in und um die Metropolen wird es zunehmend eng und teuer, deshalb weichen Kaufinteressierte verstärkt in den ländlichen Raum aus“, erklärt Grunwald von der Postbank.

Den mit Abstand rasantesten Preisanstieg verzeichnet Suhl im Süden Thüringens, gefolgt von den Landkreisen Kronach (Oberfranken in Bayern, nahe thüringische Grenze) und Kyffhäuserkreis (Nordthüringen). Trotz kräftigem Preisanstieg bleiben Wohnimmobilien mit Quadratmeterpreisen von 1.655 Euro in Suhl, 1.729 Euro in Kronach und 893 Euro im Kyffhäuserkreis weiter vergleichsweise billig.

In einigen Regionen sind die Preise 2018 im Vergleich zum Vorjahr laut Wohnatlas eingebrochen. Am stärksten geschah dies in den Kreisen Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt (minus 37,3 Prozent), Elbe-Elster in Brandenburg (minus 34,5 Prozent) und in Deutschlands kleinster kreisfreier Stadt Zweibrücken in Rheinland-Pfalz (minus 26 Prozent).

Schlagwörter zu diesem Artikel
Immobilie · Ranking
 
WERBUNG
WERBUNG
Treffen Sie das VersicherungsJournal...

... auf den Vema-Tagen in Kassel an Stand 520.

Wir freuen uns schon auf Ihren Besuch und zahlreiche interessante Gespräche.

WERBUNG
WERBUNG
Werben im Extrablatt

Mit einer Anzeige im Extrablatt erreichen Sie mehr als 14.000 Menschen im Versicherungsvertrieb, überwiegend ungebundene Vermittler. Über die Konditionen informieren die Mediadaten.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Erfolgreich Kundengespräche führen

Geraten Sie in Verkaufssituationen immer wieder an Grenzen?
Wie Sie unterschiedliche Persönlichkeitstypen zielgerichtet ansprechen, erfahren Sie in einem Praktikerhandbuch.

Interessiert? Dann klicken Sie hier!

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
13.3.2019 – Sicherheit rückt bei deutschen Anlegern jetzt noch stärker in den Fokus. Bekannte Klassiker erleben daher ein Comeback, aber auch vermeintlich risikoreichere Produkte gewinnen Zulauf. Auch die Rolle der Lebensversicherung hat sich deutlich verändert. (Bild: Gothaer) mehr ...
 
9.11.2018 – Welchen Versicherern die Kunden in verschiedenen Kategorien das größte Vertrauen entgegenbringen, zeigt eine aktuelle Untersuchung. Für die Versicherungsbranche sind die Gesamtergebnisse alles andere als ein Ruhmesblatt. (Bild: Wichert) mehr ...
 
18.4.2018 – Innerhalb kurzer Zeit hat sich das Sparverhalten der Deutschen stark verändert. Welchen Stellenwert Altersvorsorge und Kapitalanlage dabei einnehmen, wurde in einer Untersuchung ermittelt. Die Ergebnisse dürften den Versicherungsvertrieb nur bedingt freuen. (Bild: Wichert) mehr ...
 
26.4.2017 – Wofür die Bundesbürger Geld zurücklegen, welche Sparziele sie verfolgen und welche Bankprodukte die beliebtesten sind, zeigen zwei aktuelle Studien. mehr ...
 
7.3.2016 – Weltweit boomt das Geschäft mit Insurance Technology (Insurtech). 2015 wurden über zwei Milliarden Euro investiert, aber „nur“ ein Bruchteil davon in Deutschland. An dieser Entwicklung teilhaben wollen auch eine neue Makler-App und eine neue Kontaktbörse für Kunden und Vermittler. (Bild: Finanzchef24) mehr ...
 
27.7.2015 – Der „RIA“-Indikator nimmt die Angemessenheit künftiger Renteneinkommen unter die Lupe. Wie das deutsche Rentensystem beurteilt wird und wie es sich im internationalen Vergleich schlägt. (Bild: Allianz) mehr ...
 
20.1.2014 – Innosystems hat rund 270 Produkte der Privathaftpflicht-Versicherer unter die Lupe genommen. Welche Tarife den besten Leistungsumfang und das beste Preis-/Leistungsverhältnis bieten. (Bild: Inno-Rata) mehr ...
WERBUNG