Wo die Immobilien-Preise bis 2030 steigen werden

17.4.2019 – Eigentümer von Wohnungen können in vielen Regionen mit satten Wertzuwächsen rechnen, insbesondere in den Metropolen, in Süddeutschland und im Nordwesten. Verluste drohen in Ostdeutschland, im Ruhrgebiet und im Saarland. Das zeigt eine bis ins Jahr 2030 reichende Prognose, die das HWWI für die Postbank erstellt hat.

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Mit ihrer Studie „Wohnatlas 2019“ hatte die Deutsche Postbank AG kürzlich einen Marktüberblick der Quadratmeterpreise gebrauchter Eigentumswohnungen im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr veröffentlicht (VersicherungsJournal 12.3.2019, 15.3.2018).

Das Fazit: Verkäufer von Eigentumswohnungen können sich 2019 in mehr als 90 Prozent aller deutschen Landkreise und kreisfreien Städte über höhere Preise freuen.

Jetzt hat das Geldinstitut eine Prognose bis zum Jahr 2030 nachgelegt. Diese erstellte die Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut gemeinnützige GmbH (HWWI) für die regionalen Immobilienmärkte in Deutschland.

Wert von Betongold steigt bis 2030

Laut der aktuellen Berechnung steigen die Preise vor allem in und um die deutschen Großstädte weiter (VersicherungsJournal 28.3.2018). „In mehr als der Hälfte der 401 deutschen Kreise und Städte können Haus- und Wohnungsbesitzer davon ausgehen, dass ihre Immobilie bis mindestens 2030 real an Wert gewinnt“, so der Wohnatlas.

Ein Grund für die große Nachfrage am Wohnungsmarkt seien steigende Einwohnerzahlen in und um die Metropolen sowie weiterer Zuzug in Süddeutschland.

München, Düsseldorf und Köln mit höchsten Steigerungen

In Deutschlands teuerster Stadt München dreht sich die Preisspirale weiter nach oben: Die Experten prognostizieren hier ein jährliches Plus von real 1,81 Prozent. Im Schnitt 7.509 Euro pro Quadratmeter mussten Immobilienkäufer in der bayerischen Metropole bereits 2018 für die eigenen vier Wände zahlen.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen im Städte-Ranking Düsseldorf mit einer Steigerungsrate von 1,09 Prozent und Köln mit 0,98 Prozent.

In Frankfurt am Main und in Berlin sollen die Preise laut Berechnung der Experten bis 2030 jährlich um 0,76 Prozent steigen. Das sei „der langsamste Anstieg unter den größten deutschen Metropolen“, schreibt die Postbank.

Preiswachstum in den Top-Städten

Stadt

Preistrend in %

Preis pro Qm 2018 in Euro

München

1,81

7.508,93

Düsseldorf

1,09

3.772,05

Köln

0,98

3.595,60

Hamburg

0,89

4.586,63

Stuttgart

0,84

4.225,05

Frankfurt am Main

0,76

5.057,52

Berlin

0,76

4.165,77

Investoren treiben Nachfrage

Die Nachfrage ist in den Metropolen groß, das Angebot aber knapp. Das treibt die Preise zusätzlich in die Höhe.

„Eigentumswohnungen in den Großstädten sind auch bei Investoren aus dem In- und Ausland gefragt. Wer hier in die eigenen vier Wände ziehen möchte, sollte genau hinsehen. Denn einzelne Objekte etwa in den In-Vierteln könnten in einem überhitzten Markt überteuert angeboten werden“, sagt Eva Grunwald, Leiterin Immobiliengeschäft der Postbank.

Eigentumswohnungen in den Großstädten sind auch bei Investoren aus dem In- und Ausland gefragt.

Eva Grunwald, Leiterin Immobiliengeschäft, Postbank AG.

Speckgürtel der Städte legen zu

Die großen Preissteigerungen erwarten die Autoren des Wohnatlas aber nicht nur in den Großstädten. Auch abseits der Metropolen insbesondere in den Speckgürteln rechnen die Experten mit Wertzuwächsen. „Fast durchgehend gute Rahmenbedingungen für Wohnimmobilien“ sehen die Experten im Süden und Nordwesten der Republik.

Unter den Top-Ten mit den höchsten prognostizierten Wertsteigerungen sind gleich sieben bayerische Landkreise. Hier wirke sich der Boom in der Landeshauptstadt aus: Die Landkreise München, Erding und Ebersberg grenzen an die Landeshauptstadt. Die Landkreise Landsberg am Lech und Pfaffenhofen zählen die Autoren zum erweiterten Speckgürtel der Isar-Metropole.

Preisprognose Eigentumswohnungen (Bild: Postbank)

Steigende Preise in Berlin und Umland

Auch der Großraum um Berlin wird vom Hauptstadt-Bonus profitieren. Besonders stark dürfte der durchschnittliche Anstieg pro Jahr laut Prognose im Landkreis Oberhavel (plus 0,97 Prozent) im Norden der Hauptstadt verlaufen. Damit ziehen die Preise dort sogar kräftiger an als in Berlin selbst.

Potsdam, Brandenburgs Landeshauptstadt in der Nähe von Berlin, schafft es sogar unter die Top-Ten: Dort sagen die Experten jährliche Steigerungsraten von 1,69 Prozent vorher.

Den steilsten Anstieg prognostizieren die Wohnatlas-Autoren für Heilbronn. In der Stadt in Baden-Württemberg dürften Wohnimmobilien bis 2030 jährlich um 2,29 Prozent teurer werden.

Top-Ten der Preisentwicklung: Regionen 2018 bis 2030

Stadt/Kreis

Bundesland

Preistrend in %

Preis pro Qm 2018 in Euro

Heilbronn, Stadt

Baden-Württemberg

2,29

2.780,00

Erding, Landkreis

Bayern

2,14

4.383,69

Landsberg am Lech

Bayern

1,82

3.789,65

Ebersberg, Landkreis

Bayern

1,70

3.789,65

Potsdam, Stadt

Brandenburg

1,69

3.588,89

Eichstätt, Landkreis

Bayern

1,61

3.515,17

Cloppenburg, Landkreis

Niedersachsen

1,59

2.054,98

Kleinere Städte gewinnen

Preissteigerungen von mehr als einem Prozent pro Jahr bis 2030 erwarten die Experten auch für die kreisfreien Städte Landshut, Dresden, Leipzig, Aachen, Ingolstadt und Münster.

„Diese Städte profitieren davon, dass die Rekordpreise in den Metropolen in manchen Fällen abschreckend wirken und als Alternative kleinere Zentren in Betracht gezogen werden“, sagt Grunwald von der Postbank.

Wertverluste prognostizieren die Experten dagegen in strukturschwachen Regionen mit sinkender Bevölkerung. Hier nennen sie überwiegend Regionen in Ostdeutschland, im Ruhrgebiet und im Saarland.

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