WERBUNG

Warum Baudarlehen wieder teurer werden

17.6.2024 – Die anhaltende Inflation vereitelt vorerst ein Sinken der Zinsen für Immobilienfinanzierungen. Das glaubt der Marktbeobachter Biallo und rechnet mit einer Stabilisierung. Laut dem Europace-Transbarometer waren die Zinssätze seit April leicht gestiegen. Gesunken sind dagegen die Tilgungsraten und die Dauern der Zinsfestschreibung. Darlehenssummen und Beleihungsausläufe haben sich erhöht.

Obwohl die Europäische Zentralbank kürzlich die Leitzinsen gesenkt hat, sind die für Baudarlehen verlangten Zinsen wieder leicht gestiegen. Das zeigt eine Untersuchung der Biallo & Team GmbH.

Demnach kosten Annuitätendarlehen mit zehn Jahren Zinsfestschreibung (Stand 10. Juni) durchschnittlich 3,68 Prozent effektiven Jahreszins. Für 15 Jahre Zinsfestschreibung werden 3,85 Prozent und für 20 Jahre 3,96 Prozent verlangt.

Spitzenangebote kosten bei einer Kreditsumme von 300.000 und 60 Prozent Beleihungsauslauf und 1,5 Prozent anfänglicher Tilgung etwa 0,3 Prozentpunkte weniger.

Anhaltende Inflation hält Zinsniveau hoch

Zur Einordnung schreibt Biallo: „Dass die Bauzinsen zuletzt wieder etwas angezogen haben, dürfte damit zusammenhängen, dass die Inflation in der Eurozone sich noch immer hartnäckig zeigt.

Mittlerweile haben die Bauzinsen eine Bodenbildung vollzogen. Auch die Mehrheit der von uns befragten Experten rechnet in den nächsten Monaten mit einer Stabilisierung der Bauzinsen auf aktuellem Niveau.“

Baudarlehen: Standardrate steigt, Tilgung sinkt

Den Anstieg der Zinsen beobachtet auch die Europace AG. Deren Europace-Trendbarometer Immobilienfinanzierung (ETB) – Juni 2024 zeigt für April und Mai jeweils einen Anstieg der Durchschnittlichen Monatsrate für Zins und zwei Prozent Tilgung für ein Darlehen über 300.000 Euro bei 80 Prozent Beleihung.

Gleichzeitig ist der durchschnittlich vereinbarte Tilgungssatz innerhalb eines Jahres von 1,87 auf 1,72 Prozent gesunken. Dagegen ist die durchschnittliche Darlehenshöhe von 281.000 auf 299.000 Euro gestiegen. Der Beleihungsauslauf verschob sich von 83,47 auf 87,21 Prozent der Kaufpreise beziehungsweise Herstellungskosten.

Die Zinssätze wurden zuletzt für durchschnittlich elf Jahre und einen Monat festgeschrieben und damit 12 Monate kürzer als vor einem Jahr.

Europace-Trendbarometer Immobilienfinanzierung (ETB) – Juni 2024 Gesamt (Bild: Europace)
Europace-Trendbarometer Immobilienfinanzierung (ETB) – Juni 2024 Gesamt (Bild: Europace).
Zum Vergrößern Bild klicken.

Erstfinanzierer haben nur noch zehn Prozent Eigenkapital

Bei den Erstfinanzierungen betrug die Darlehenssumme im Mittel 338.000 (Vorjahr 327.000) Euro und der Beleihungsauslauf sprang um fast 3,3 Prozentpunkte auf 89,59 Prozent. Die Tilgungsrate sankt von 1,77 auf 1,62 Prozent.

Hier zeigt sich, dass das Eigenkapital der Darlehensnehmer nicht in gleichem Maße wie die Kauf- beziehungsweise Baupreise gestiegen sind. Außerdem akzeptieren die Banken offenbar weniger Eigenkapital und geringere Tilgungsraten.

Bei Anschlussfinanzierungen betrug die Restschuld durchschnittlich 177.000 (173.000) Euro, was einem Beleihungsauslauf von 67,39 (64,22) Prozent entspricht. Diese Kredite werden mit 2,53 (2,44) Prozent stärker getilgt als um Vorjahr. Auch hier sank die mittlere Zinsfestschreibung um ein Jahr (zehn Jahre und fünf Monate).

WERBUNG
Schlagwörter zu diesem Artikel
Darlehen · Inflation · Zinsen
 
WERBUNG
Werben im Extrablatt

Mit einer Anzeige im Extrablatt erreichen Sie mehr als 12.500 Menschen im Versicherungsvertrieb, überwiegend ungebundene Vermittler. Über die Konditionen informieren die Mediadaten.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Noch erfolgreicher Kundengespräche führen

Geraten Sie in Verkaufssituationen immer wieder an Grenzen?
Wie Sie unterschiedliche Persönlichkeitstypen zielgerichtet ansprechen, erfahren Sie im Praktikerhandbuch „Vertriebsgötter“.

Interessiert? Dann können Sie das Buch ab sofort zum vergünstigten Schnäppchenpreis unter diesem Link bestellen.

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
22.2.2024 – Das Ende des Immobilienbooms spürt auch die Assekuranz, wie Zahlen des GDV für 2023 deutlich belegen. Bei den finanzierten Wohnobjekten zeigt sich ebenfalls eine Trendumkehr. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
12.5.2023 – Betongold gilt bei deutschen Vorsorgesparern als sicherer Inflationsschutz. Im Abwärtstrend des Marktes könnte sich dieses Argument jetzt als Illusion herausstellen. Dafür gibt es diverse Belege. (Bild: Pixabay, CC0) mehr ...
 
6.12.2022 – Krieg und Inflation könnten eine Kündigungslawine bei Lebensversicherungen auslösen. Verhindern kann man das über die oft sinnvollen Policendarlehen. Doch die Konditionen sind sehr unterschiedlich, wie eine Umfrage des VersicherungsJournals zeigt. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
13.7.2022 – Die Stiftung Warentest hat Wohnungs- und Hauspreise sowie Mieten in deutschen Städten und Landkreisen verglichen. Das Fazit: Die selbstgenutzten vier Wände werden vielerorts zum Luxusgut, Mieter haben dagegen finanziell klare Vorteile. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
18.8.2015 – Vor allem die Bestandsverwaltung durch Vermittler sowie durch die Kunden selbst ist das Ziel von neuen digitalen Angeboten. Makler können sich damit unter anderem gegen die Konkurrenz von Marktneulingen wie Clark rüsten. (Bild: Screenshot Ihre-Vorsorgeluecke.de) mehr ...
 
15.10.2013 – In welche Anlageklassen die deutschen Lebensversicherer ihre knapp 800 Milliarden Euro Kapitalanlagen investiert haben, zeigen aktuelle BaFin-Zahlen. (Bild: Ullrich) mehr ...
WERBUNG