Teils große Schritte bei HDI, Itzehoer und Münchener Verein

10.1.2020 – Die drei Versicherungskonzerne sind laut vorläufigen Geschäftszahlen im abgelaufenen Jahr zwischen zwei und sechs Prozent gewachsen. HDI gewinnt im Gewerbegeschäft und verliert bei Privatkunden, Wachstumsmotor der Itzehoer ist die Kfz-Sparte. Der Münchener Verein meldet einen Gewinnsprung um fast ein Viertel.

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Nach bisherigen Zahlen ist der Talanx-Konzern 2019 um vier Prozent auf 30 Milliarden Euro Bruttoprämie gewachsen und hat mehr als 900 Millionen Euro Gewinn erzielt. Die HDI Deutschland liege im Plan. Das sagte Dr. Jan Wicke, Vorstand der Talanx AG, verantwortlich für die HDI Deutschland AG sowie IT und Data Protection, am Donnerstag vor der Presse.

HDI wächst bei kleinen und mittelständischen Firmenkunden

Jan Wicke (Bild: Lier)
Jan Wicke (Bild: Lier)

„Sehr schön“ laufe die Wachstumsinitiative im Bereich der kleinen und mittelständischen Firmenkunden. Hier lege man doppelt so stark wie der Markt zu. Im Neugeschäft erziele der HDI in Leben ein APE von 375 Millionen Euro und damit einen Marktanteil von 4,9 Prozent. Wachstum bringt vor allem die betriebliche Altersvorsorge mit einem Plus von zehn Prozent.

Wicke räumte aber auch Verluste beim Marktanteil ein, weil man im Privatkundengeschäft weniger mit Strukturvertrieben zusammen arbeite. Diese hätten in der Vergangenheit für hohes Storno gesorgt. „In unseren Wachstumsfeldern wachsen wir“, so Wicke.

In der deutschen HDI-Gruppe soll die Digitalisierung keine Arbeitsplätze kosten. Im Rahmen des Sparprogramms „KuRS“ würden bis Jahresende noch 200 Arbeitsplätze abgebaut. „Es wird keine zusätzlichen Arbeitsmaßnahmen geben. Wir sind zufrieden mit der Umsetzung“, sagte der Manager.

Der HDI hatte 2019 rund 86 IT-Anwendungen migriert. Der parallele Lauf alter und neuer IT-Systeme sowie Investitionen in IT belastete die Kostenquote. Die dürfte mit voraussichtlich 34 Prozent über dem Marktdurchschnitt liegen. „Das sind Kosten, die wir so 2020 nicht mehr haben werden", so Wicke, der mit einem Sinken auf den Marktschnitt rechnet.

Münchener Verein erzielt Rekordergebnis trotz Unwetter

Rainer Reitzler (Bild: Münchener Verein)
Rainer Reitzler (Bild: Münchener Verein)

Die Münchener Verein Versicherungsgruppe berichtet für 2019 mit einem Gewinnsprung von 23,9 Prozent auf 116 Millionen Euro Jahresergebnis. Ursächlich für die Verbesserung sei „das sehr gute Ergebnis“ aus den um 4,9 Prozent auf über 7,2 Milliarden Euro gewachsenen Kapitalanlagen, so eine Pressemitteilung.

Dabei war die Versicherungstechnik der Schaden- und Unfallversicherung, die mit 56 Millionen Euro Beitragseinnahmen der kleinste Bereich ist, defizitär. Das verheerende Unwetter im Juni im Raum München habe das versicherungstechnische Bruttoergebnis sehr stark beeinträchtigt.

Die Schaden-Kosten-Quote sei hochgerechnet auf etwa 110 Prozent gestiegen. Gleichwohl kann dieser Bereich einen Jahresüberschuss von fast unverändert 1,7 Millionen Euro ausweisen.

Die Beitragseinnahmen der gesamten Gruppe erhöhten sich 2019 nach bisherigen Zahlen um zwei Prozent auf 743 Millionen Euro. Davon entfallen auf die Krankenversicherung rund 543 Millionen Euro. Die Zahl der natürlichen versicherten Personen in der KV nahm um rund 0,5 Prozent auf circa 333.000 zu.

Dickes Plus in der betrieblichen Altersversorgung

In der Lebensversicherung wurden 144 Millionen Euro Beitrag gebucht. Auf bestimmte strategische Geschäftsfelder zu setzen, hat sich nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden Dr. Rainer Reitzler bewährt. In der fondsgebundenen Rentenversicherung vergrößerte sich das Neugeschäft um 11,4 Prozent und im bAV-Geschäft fondsgebundene Direktversicherung um 10,2 Prozent.

In der Pressemitteilung wird – jeweils ohne Vorjahreszahlen – die Abschlusskostenquote auf hochgerechnet 4,2 Prozent beziffert. Die Verwaltungskostenquote liege bei unverändert 3,7 Prozent. Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen erreichte 3,7 Prozent.

Wachstumsmotor der Itzehoer ist die Kraftfahrtsparte

Die Itzehoer Versicherungen haben 2019 die Beitragseinnahmen um 6,2 Prozent auf 586 Millionen Euro gesteigert. Die Zahl der Verträge erhöhte sich nach Unternehmensangaben um rund 200.000 auf 3,157 Millionen. Wachstumsmotor war die Kraftfahrzeugsparte mit einem Plus von über 60.000 auf 987.000 Verträge.

Die Integration des 2018 von der Alten Leipziger Versicherung AG übernommenen Rechtsschutzbestandes (VersicherungsJournal 26.6.2017) sei erfolgreich fortgesetzt worden, so die Pressemitteilung. Nahezu unverändert gebe es 345.000 Rechtsschutzverträge. Die Ertragssituation sei erfreulich und besser als ursprünglich erwartet.

Über alle Sparten hinweg verbesserte sich die Schaden-Quote auf 71 (72) Prozent. Das Konzernjahresergebnis bewegt sich mit rund sechs Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich 2019 auf 820 (801).

 
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