Studie: Mehr Schutz gegen Arbeitsunfähigkeit gefragt

22.4.2021 – Die Pandemie hinterlässt Spuren, die finanzielle Unsicherheit nimmt in Deutschland zu. Das hat Auswirkungen auf das Bedürfnis nach einem finanziellen Sicherheitsnetz, zum Beispiel beim Verlust der eigenen Arbeitskraft. Auf der anderen Seite steigt die Angst vor Altersarmut, wie zwei Umfragen von BNP und Fidelity belegen.

Die Coronakrise verschlechtert die Stimmung der Deutschen, gerade im Hinblick auf ihre finanzielle Absicherung in verschiedenen Lebensbereichen. Das belegen zwei voneinander unabhängige Umfragen von den BNP Paribas Cardif Versicherungen und der FIL Investment Services GmbH.

Individuelles Bedürfnis nach Absicherung

Der Versicherer BNP hat im Januar 2021 eine Online-Umfrage unter 21.000 Erwachsenen, die im Haushalt für Finanzen und Versicherungen verantwortlich sind, in 21 Ländern durchgeführt. In Deutschland nahmen etwa 1.000 Personen an der Befragung teil. Die Ergebnisse hat das Unternehmen in der Studie „Protect & Project Oneself in Times of Crisis“ zusammengefasst.

Ziel der Untersuchung war es, „Erkenntnisse hinsichtlich der Auswirkungen der Covid-19-Krise auf das Empfinden der Menschen und ihr individuelles Bedürfnis nach Absicherung zu gewinnen“, wie es in einer Mitteilung zur Auswertung heißt. Die Vorgängerstudie ist aus dem Jahr 2019.

WERBUNG

Finanzielles Sicherheitsnetz bei schwerer Erkrankung

Unter den Eindrücken der Pandemie verstärke sich in Deutschland das Bedürfnis nach Schutz vor den unvorhergesehenen Risiken wie Arbeitsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit und schwere Erkrankung, schreiben die Autoren der Studie.

26 Prozent der befragten Deutschen wünschten sich eine bessere Absicherung gegen das Risiko der Arbeitsunfähigkeit. Das sei ein Plus von sieben Prozentpunkten gegenüber 2019.

Ein finanzielles Sicherheitsnetz im Falle einer schweren Erkrankung befürworten ebenfalls 26 Prozent der Befragten (plus sechs Prozentpunkte) und 19 Prozent möchten sich finanziell gegen den Verlust des Arbeitsplatzes absichern (plus sechs Prozentpunkte).

Sorge vor Altersarmut nimmt zu

Eine andere Umfrage der Kantar Deutschland GmbH im Auftrag von FIL Investment zeigt, dass die Zuversicht der Deutschen abnimmt, je länger die Pandemie andauert. Der Finanzdienstleister führt regelmäßige Befragungen unter über 2.000 Erwachsenen durch und veröffentlicht die Ergebnisse im „Verantwortungsbarometer Deutschland“.

Für die aktuelle Auswertung haben die Marktforscher die Ergebnisse von zwei Umfragen, aus November 2020 und aus März 2021, zusammengeführt. In diesem Frühjahr fühlen sich nur noch 42 Prozent der Bundesbürger finanziell ausreichend abgesichert, im vergangenen Herbst waren das noch 68 Prozent.

„War 2020 noch von verhaltenem Optimismus geprägt, machen sich immer mehr Menschen Sorgen um ihre derzeitige und zukünftige finanzielle Lage. Das ist ein alarmierendes Signal – auch im Hinblick auf die ohnehin ungewisse Absicherung vieler Menschen im Alter“, lässt sich Alexander Leisten, Deutschlandchef von Fidelity International, zu den Ergebnissen zitieren.

Geldmangel hemmt Altersvorsorge

Die Gründe, keine ausreichenden Mittel für den Ruhestand anzusparen, zeigen im Trendvergleich Veränderungen zu den Vorjahren. Geldmangel ist wieder häufiger ein Grund, keine Rücklagen zu bilden. Während 2020 noch 41 Prozent der Befragten diesen Grund nannten, sind es 2021 58 Prozent, heißt es in der Auswertung.

Das treffe, mit 65 Prozent gegenüber 56 Prozent, öfter auf Bürger im Osten als im Westen Deutschlands zu. Geldmangel bleibe aber das häufigste Motiv, keine finanzielle Absicherung für die Rente aufzubauen. Die Angst vor finanziellen Verlusten in der Geldanlage ist dagegen seltener ein Grund, nicht zu sparen (2020: 20 Prozent, 2021: 13 Prozent).

Rund 36 Prozent der Befragten erklären, keine zusätzliche Sicherung für das Alter vorzunehmen. Dieser Wert lag 2017 bei 31 Prozent und hat sich damit nur leicht erhöht. Im Bundesländervergleich zeige sich, dass die süddeutschen Bundesländer ihre Position als bisherige Spitzenreiter bei der finanziellen Absicherung eingebüßt haben.

Auch im Ländervergleich nimmt Sicherheitsgefühl ab

In Bayern, Baden-Württemberg und Hessen fühlten sich 2020 noch über 70 Prozent der Befragten finanziell abgesichert. Diese Einschätzung sei 2021 „signifikant zurückgegangen“, so die Autoren.

In Baden-Württemberg waren es nur noch 46,5 Prozent der Befragten, die mit ihrer finanziellen Situation zufrieden waren. In Bayern lag der Wert bei 43 Prozent und in Hessen bei 37 Prozent. Schlusslicht im Deutschlandvergleich sei Brandenburg mit knapp 30 Prozent, so Fidelity International.

Leserbriefe zum Artikel:

Nils Fischer - Wer sich jetzt nicht ein wenig einschränkt. mehr ...

Schlagwörter zu diesem Artikel
Altersarmut · Altersvorsorge · Arbeitsunfähigkeit · Coronavirus · Marktforschung · Rente
 
WERBUNG
WERBUNG
Wie gehen Sie mit dem zunehmenden Effizienzdruck um?

Die neue BVK-Studie deckt die Erfolgsfaktoren des Versicherungsvertriebs auf und zeigt Ihnen, wie auch Sie Ihren Betrieb effizienter gestalten und sich für die Zukunft wappnen können.

Mehr Informationen erhalten Sie unter diesem Link...

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
WERBUNG
Inserieren im Anzeigenmarkt

Das VersicherungsJournal ist eines der meistgelesenen Medien in der Branche, siehe Mediadaten.

So finden Sie zielsicher Ihre neuen Mitarbeiter, Arbeitgeber oder Geschäftspartner. Nutzen Sie die schnelle und direkte Zielgruppenansprache zu günstigen Konditionen. Gesuche werden kostenlos veröffentlicht.

Erteilen Sie hier Ihren Anzeigenauftrag für Angebote und Verschiedenes oder Gesuche, oder lassen sich persönlich beraten!

Beachten Sie auch die Seite Aktuelles für Stellenanbieter.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Einmaleins des Wettbewerbsrechts

WettbewerbsrechtEs gibt viele rechtliche Fallstricke, über die ein Vermittler bei seinen Werbeaktionen stolpern kann. Ein Praktikerhandbuch zeigt, wie diese zu vermeiden sind.

Interessiert? Dann klicken Sie hier!

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
11.8.2020 – Verbraucher formulieren trotz erschwerter Rahmenbedingungen klare Erwartungen an die Versicherungswirtschaft und Vermittler. Was die Klientel darunter konkret versteht, zeigt eine aktuelle Umfrage von Canada Life. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
29.4.2021 – Die Aktuare halten das deutsche Rentenversicherungssystem für zumindest stark reformbedürftig. Auf der Jahrestagung der DAV versprachen die rentenpolitischen Sprecher von CDU/CSU und Bündnis 90/Die Grünen vieles, was sie nach der Wahl tun würden. (Bild: Lier) mehr ...
 
16.4.2021 – Corona verschärft das Ungleichgewicht in der Altersvorsorge zwischen den Geschlechtern. Vielen Frauen ist dieses Problem gar nicht bewusst, obwohl sie direkt davon betroffen sind. Die Allianz Leben sieht Handlungsbedarf. (Bild: Allianz) mehr ...
 
15.4.2021 – Die Coronakrise hat bei den Generationen Y und Z den Blick für das Thema Geld geschärft. Sie sehen Handlungsbedarf bei ihren Finanzanlagen und suchen nach Orientierung. Für Vermittler ist ein Aspekt besonders wichtig, wenn sie mit der Zielgruppe ins Gespräch kommen. (Bild: Swiss Life) mehr ...
 
13.4.2021 – Der Bausparkassenverband hat in einer Umfrage ermittelt, wer die „Corona-Anlegergewinner“ sind. Ein zuletzt stark abgerutschtes Vorsorge-Produkt der Lebensversicherer erhält wieder mächtig Auftrieb. (Bild: Backhaus) mehr ...
 
3.3.2021 – Seit Ausbruch der Pandemie finden die Bürger es zunehmend wichtig, Geld zu besitzen. Wie es außerdem um die aktuelle Einstellung zu Konsum, Sparen und Altersvorsorge bestellt ist. (Bild: Backhaus) mehr ...
 
24.2.2021 – Eine Studie hat untersucht, wie gut sich die Deutschen in alltäglichen Themenfeldern auskennen. Versicherungen schneiden gut ab, wenn es um die grobe Einschätzung geht. Doch wie sieht es mit dem Detailwissen aus? (Bild: VersicherungsJournal) mehr ...
 
29.1.2021 – In einer Vermittlerumfrage hat das Institut für Vorsorge und Finanzplanung Markttrends im Vorsorgegeschäft und in der Arbeitskraftabsicherung erhoben. Ermittelt wurde auch, wie der Abschied von der Beitragsgarantie beurteilt wird und wie sich dies auf das Geschäft auswirkt. (Bild: Wichert) mehr ...
WERBUNG