Spahn: Mehr Wagniskapital für Gesundheitswesen nötig

16.1.2020 – Gesundheitsminister Jens Spahn dankte gestern in Berlin den privaten Krankenversicherern, die einen Fonds mit Wagniskapital im Volumen von 100 Millionen Euro schaffen wollen. Der PKV-Verbandsvorsitzende Ralf Kantak verwies darauf, dass es gelungen sei, innerhalb weniger Wochen bereits 80 Millionen Euro zu mobilisieren. Die elektronische Patientenakte will Spahn ab Januar 2021 an den Start bringen.

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Bundes-Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich für mehr Wagniskapital für Start-ups im Gesundheitswesen ausgesprochen, die die Digitalisierung entscheidend voranbringen könnten.

Auf der Veranstaltung des Verbands der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband), „Digital Health made in Germany“, am Mittwoch sagte er, PKV und die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) verfügten über reichlich Reserven, von denen ein Teil ja auch in Wagniskapital angelegt werden könnten.

Jens Spahn (Bild: Brüss)
Jens Spahn (Bild: Brüss)

Er freue sich, dass die PKV einen Fonds im Volumen von erst einmal 100 Millionen Euro aufgelegt habe, sagte Spahn, der keinen Hehl daraus machte, dass er hier noch mehr erwartet, da mit zunehmendem Erfolg eines Start-ups der Kapitalbedarf auch zunehmen werde. In der GKV habe die Barmer die Vorreiterrolle übernommen, wobei im Bereich der GKV Wagniskapital gesondert abgesichert werden müsse.

PKV meldet Venture-Capital-Fonds „Heal Capital“ startklar

Der Vorstandsvorsitzende des PKV-Verbands Dr. Ralf Kantak sagte in seinem Eingangsstatement, der „Heal Capital“-Fonds (VersicherungsJournal 11.9.2019) sei jetzt startklar, damit sich junge Unternehmen in digitale Innovationen für die Gesundheitsversorgung einbringen könnten. Es sei innerhalb weniger Wochen gelungen, bei den beteiligten PKV-Unternehmen über 80 Millionen Euro für den Fonds zu mobilisieren.

Je rascher Start-ups der Markzugang gelinge, desto schneller kämen die neuen Angebote auch den GKV-Versicherten zugute. „So erweist sich der Wettbewerb im dualen System von GKV und PKV einmal mehr als gut für alle.“

Digitale Innovationen schneller in der Versorgung ankommen lassen

Die PKV wolle dazu beitragen, dass digitale Innovationen schneller in der Versorgung ankämen, sagte Kantak. Die gelte beispielhaft für Gesundheits-Apps für Menschen mit chronischen Erkrankungen oder für digitale Angebote, die Patienten in der Prävention und in der Therapie-Sicherheit bei Arzneimitteln unterstützen würden. Zudem könnte der Zugang zur ärztlicher Versorgung durch telemedizinische Angebote erleichtert werden.

Ralf Kantak (Bild: Brüss)

Dem Vernehmen nach haben sich alle größeren PKV-Unternehmen an dem Fonds beteiligt: Namentlich sind das der Debeka Krankenversicherungs-Verein a.G., die DKV Deutsche Krankenversicherung AG, die Allianz Private Krankenversicherungs-AG, und die Signal Iduna Krankenversicherung a.G. Mittlerweile sollen über ein Dutzend Gesellschaften an Bord sein. Zu den beteiligten Unternehmen äußert sich der PKV-Verband nicht.

Spahn will elektronische Patientenakte endlich an den Start bringen

Nachdem bereits seit Jahren über die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte diskutiert wurde, soll die elektronische Patientenakte jetzt zum 1. Januar 2021 Wirklichkeit werden, wie Spahn ankündigte. Die E-Karte werden nicht gleich perfekt sein, aber es mache wenig Sinn, sie solange aufzuschieben, bis man der Ansicht sei, sie sei jetzt perfekt, so der Minister.

Spahn kritisierte das permanente Misstrauen in Deutschland, dass die Daten nicht geschützt seien. Dagegen gebe es ein Grundvertrauen großen US-Konzernen und China gegenüber, obwohl diese Daten über Daten ansammelten.

Er habe den Hamburger Chaos Computer Club gebeten, die Patientenakte auf Herz und Nieren zu überprüfen. Die Patientenakte selbst habe gut abgeschnitten. Bei den Zugriffsrechten müsse wohl noch nachgebessert werden.

 
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