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So wichtig sind die einzelnen Sparten für die Lebensversicherer

27.1.2021 – Die Anteile von Renten-, Risikolebens-, Kollektiv-, Kapitallebens- und sonstigen Lebensversicherungen im Neugeschäft und im Bestand haben sich auch 2019 kräftig verschoben. Welche davon zu den Gewinnern beziehungsweise zu den Verlierern gehörten. (Bild: Wichert)

2019 hatten die deutschen Lebensversicherer mit 5,05 Millionen eingelösten Versicherungsscheinen in der Hauptversicherung einen der niedrigsten Neuzugänge in diesem Jahrtausend zu verzeichnen (VersicherungsJournal 22.12.2020).

Dies ist dem Map-Report Nummer 917 – „Bilanzrating deutscher Lebensversicherer 2019“ (22.12.2020) zu entnehmen. Noch weniger Neugeschäft verbuchten die Lebensversicherer nur 2017 (15.10.2018) sowie – Corona-bedingt – im vergangenen Jahr (20.1.2020).

Neuzugang: „Sonstige“ auf dem Spitzenrang

Im Jahr 2019 war mehr als jede vierte neu abgeschlossene Police den „Sonstigen Lebensversicherungen“ zuzuordnen. Hierzu zählen vor allem fondsgebundene Vorsorgelösungen.

In diesem Bereich waren es fast 1,34 Millionen eingelöste Versicherungsscheine. Das entspricht einer Steigerung um rund ein Sechstel im Vergleich zum Jahr zuvor (28.10.2019).

Damit löste dieses Segment die Kollektivversicherungen, worunter zum Großteil Lösungen der betrieblichen Altersversorgung (bAV) fallen, als wichtigste Sparte nach Neuverträgen ab. Für Letztere ging es um etwa ein Achtel auf unter 1,18 Millionen Stück bergab. Dadurch sank der Anteil um rund drei Prozentpunkte auf nur noch gut 23 Prozent.

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Rentenpolicen an Position drei

Mit einem Plus von 3,6 Prozent auf etwa 1,12 Millionen Neuverträge des Jahres 2019 – und damit über 22 Prozent Anteil – belegen Rentenversicherungen die zweite Position.

Erst an vierter (2018: zweiter) Stelle befinden sich die Risikoversicherungen. Mit knapp 1,06 Millionen Policen) setzte die Branche hier circa ein Zehntel weniger ab als im Jahr zuvor (27.1.2021).

Abgeschlagen auf der letzten Position liegen die Kapitallebens-Versicherungen (KLV). Der frühere Klassiker im Vorsorgegeschäft behielt mit gut 362.000 eingelösten Versicherungsscheinen (plus ein Prozent) beim Anteil die Sieben vor dem Komma.

Neuzugang (Bild: Wichert)

Minus beim KLV- und beim Kollektiv-Bestand

Der Bestand verminderte sich im Berichtsjahr um etwa 740.000 Kontrakte beziehungsweise 0,9 Prozent auf 81,1 Millionen. Sowohl nach absoluten Zahlen (minus 1,14 Millionen Stück) sowie prozentual gesehen (minus 6,2 Prozent) büßte das KLV-Segment am stärksten ein. 17,1 Millionen Policen bedeuten nur noch knapp 21 Prozent Marktanteil, was allerdings immer noch für Position zwei reicht.

Im Vergleich zu 2018 belief sich die Verminderung auf fast 1,2 Prozentpunkte. Zum Vergleich: 2006 war der Anteil mit über 42 Prozent noch mehr als doppelt so groß (12.10.2017). Dies ist wenig verwunderlich und insbesondere eine Folge des Wegfalls des Steuerprivilegs und weiterer Veränderungen im Rahmen des Alterseinkünftegesetzes (14.6.2004, 28.5.2004, 5.5.2014).

Ebenfalls nach unten zeigt die Kurve bei den Kollektivversicherungen. Hier ging es um 1,4 Prozent beziehungsweise über 200.000 Stück nach unten. In diese Kategorie fielen zuletzt nur noch 17,9 (2018: 18,0) Prozent des Gesamtbestands. In den vergangenen etwa anderthalb Jahrzehnten traten keine auffälligen Schwankungen auf.

Zuwächse in Risikoleben

Die anderen Sparte hatten Zuwächse zu verzeichnen. Im Bereich Risikoleben war eine Steigerung von rund 0,3 Prozent zu beobachten. 9,81 (2018: 9,78) Millionen Policen bedeuten für die nach wie vor kleinste Sparte einen Marktanteil von annähernd zwölf (11,8) Prozent. Allerdings hat sich der Anteil seit 2006 um etwa vier Prozentpunkte erhöht.

Das Segment „Sonstige“ wuchs um 2,9 Prozent 15,4 Millionen Stück. Der Anteil erhöhte sich von 18,1 auf 18,8 Prozent. Damit festigte die Produktgattung den dritten Rang, den sie 2018 von den Kollektivversicherungen übernommen hatte.

Die nach wie vor größte Sparte stellen die Rentenpolicen dar. Der Bestand stieg um 135.000 Verträge beziehungsweise 0,5 Prozent auf über 24,8 Millionen. Der Anteil kletterte damit erstmals über die 30-Prozent-Marke. 2006 waren es noch unter 20 Prozent.

Bestand nach Sparten (Bild: Wichert)

Bezugshinweis und weitere Studieninhalte

Der Map-Report Nummer 917 – „Bilanzrating deutscher Lebensversicherung 2019“ ist bei der Franke und Bornberg Research GmbH erschienen. Er enthält auf 203 Seiten neben den detaillierten Ratingergebnissen (30.11.2020) auch Übersichten zu zahlreichen Bilanzkennzahlen (Geschäftsjahr 2019) von 80 Anbietern.

Dazu gehören neben Neugeschäft unter anderem auch die Storno- (2.12.2020), die Abschlusskosten- (9.12.2020) und die Verwaltungskostenquoten (16.12.2020) sowie die Beitragsentwicklung (11.1.2021).

Geboten werden ferner Tabellen zu weiteren Kennziffern zur Bestands- und Neugeschäftsentwicklung. Das Heft ist als E-Paper ab 363 Euro brutto über die Bestellseite von Franke und Bornberg erhältlich.

 
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