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So (un)profitabel sind die Marktgrößen in Rechtsschutz

10.7.2024 – Auf Sechsjahressicht kam die Allianz mit über 100 Prozent auf die höchste Combined Ratio unter den Platzhirschen der Branche. Am besten agierte die Huk-Coburg – trotz eines riesigen Ausreißers nach oben. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2017-2022: Rechtsschutzversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.

Mit 91 Prozent erzielten die Rechtsschutzversicherer 2022 die mit Abstand niedrigste kombinierte Schaden- und Kostenquote seit 2007. Fast alle der 25 nach Umsatz größten Marktteilnehmer schafften versicherungstechnisch den Sprung in der Gewinnzone. Einzige Ausnahme war die Concordia Rechtsschutzversicherungs-AG mit 101,2 Prozent (VersicherungsJournal 14.12.2023).

Dies zeigt der „Branchenmonitor: Rechtsschutzversicherung 2017-2022“ der V.E.R.S. Leipzig GmbH. In ihm werden zahlreiche Kennzahlen der 25 größten Akteure mit 98 Prozent Marktanteil dargestellt.

Ein Platzhirsch über 100 Prozent

Auf Sechsjahressicht betrachtet landeten sieben Anbieter versicherungstechnisch in den roten Zahlen. Mit der Allianz Versicherungs-AG gehört einer von ihnen zu den Platzhirschen (mehr als 250 Millionen Euro Umsatz oder mehr als 1,4 Millionen Verträgen im Bestand) (1.2.2024). Für den Anbieter wird eine Combined Ratio von 100,4 Prozent im Schnitt der Jahre 2027 bis 2022 ausgewiesen (10.6.2024).

Nur so gerade eben in die Gewinnzone schaffte es die Örag Rechtsschutzversicherungs-AG. Jeweils um die vier Cent Gewinn pro Beitragseuro erwirtschafteten im Sechsjahresschnitt die Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG und die Arag SE.

Kombinierte Schaden-Kosten-Quoten von im Schnitt etwa 93 Prozent standen für die ADAC Versicherung AG, die Advocard Rechtsschutzversicherung AG und die Ergo Versicherung AG zu Buche. Am profitabelsten unter den Branchenschwergewichten war die Huk-Coburg-Rechtsschutzversicherung AG mit einer Quote von 90 Prozent.

Rechtsschutzversicherung Combined Ratio Marktgrößen (Bild: Wichert)

Allianz dreimal im roten Bereich

Die Allianz war der einzige Platzhirsch, der in Beobachtungszeitraum dreimal über der Marke von 100 Prozent lag. Dabei ging der Wert nach drei Zunahmen zunächst leicht und zuletzt dann sehr deutlich nach unten. Das Minus um 28 Prozentpunkte war ausschließlich schadenseitig bedingt. So sanken die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle um fast 30 Prozent auf 309 Millionen Euro.

Im Geschäftsbericht 2022 (PDF, 2,6 MB) wird zum Hintergrund erläutert: „In der Rechtsschutzversicherung sank der Schadenaufwand aufgrund eines besseren Abwicklungsergebnisses. Dieses war im Vorjahr durch den Dieselskandal negativ beeinflusst.“ Dem standen um etwa fünf Prozent auf fast 564 Millionen Euro gestiegene Bruttobeitragseinnahmen gegenüber.

Ausreißer-Jahr 2021 bei der Huk-Coburg

Ansonsten schrieben nur noch die Örag (2021) und die Huk-Coburg (2020) in einem Jahr rote Zahlen. Dabei lag die Combined Ratio Ersterer ohne größere Schwankungen zwischen 98 und 101 Prozent.

Bei der Huk-Coburg blieben die Quoten in den ersten drei Jahren des Betrachtungszeitraums zum Teil deutlich unter der Marke von 90 Prozent. 2020 stieg der Wert sprunghaft um fast 19 Prozentpunkte an. Dies ging fast ausschließlich auf die gestiegene Schadenquote zurück.

Laut Geschäftsbericht 2020 (PDF, 591 KB) hat sich die Corona-Pandemie negativ auf das Schadengeschehen ausgewirkt, „insbesondere im Vertrags- und Sachenrecht sowie Arbeitsrechtsschutz“. Belastend wirkten auch Sondereffekte wegen der Abgas-Thematik und der RVG-Reform. Zuletzt sank die Quote auf unter 80 Prozent.

Rechtsschutzversicherung Combined Ratio Zeitreihe (Bild: Wichert)

Der „Branchenmonitor 2017-2022: Rechtsschutz-Versicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die rund 50-seitige Studie kann als PDF-Version für 553,35 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

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