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Riester: Gemeinsamer Plan gegen den drohenden Staatsfonds

19.11.2019 – Die Verbände GDV, BVI und die privaten Bausparkassen haben einen gemeinsamen Plan für die staatlich geförderten Altersvorsorge entwickelt, um einen Staatsfonds zu verhindert. Das schreibt die FAZ. Die Produkte sollten vereinfacht, die Garantien gelockert und der Kreis der Förderberechtigten auf alle Steuerpflichtigen ausgeweitet werden.

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Mit Lösungen wie der „Laumann-Rente“ (VersicherungsJournal 4.11.2019), der „Extrarente“ (30.4.2019), der „Deutschlandrente“ (30.4.2018) oder dem „Vorsorgekonto“ (17.1.2019) wollen deren Initiatoren der kapitalgedeckten privaten Altersversorgung neuen Schwung verleihen.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat sich gegen diese Ideen positioniert (6.11.2019). Insbesondere wird das Investment in Aktien und ohne Garantien als „wenig erfolgversprechend“ abgelehnt.

Riester unter Druck

Der Namensgeber: Walter Riester (Archivbild: Brüss)
Der Namensgeber: Walter Riester (Archivbild: Brüss)

Stattdessen solle die Riester-Rente weiterentwickelt werden, fordert der GDV (23.5.2019). Die wird von weniger als der Hälfte der 34 Millionen Förderberechtigten genutzt, Tendenz fallend (16.10.2019).

Es kommt für die Versicherer als größter Anbieter von Riester-Verträgen ein anderes Problem hinzu. Beim derzeitigen Rechnungszins von 0,9 Prozent und dem aktuellen Kostenniveau werden Beitragszahlungs-Dauern von teilweise über 30 Jahren benötigt, um den vorgeschrieben garantierten Erhalt der eingezahlten Beiträge darzustellen.

Inzwischen wird mit einem Absenken des Rechnungszinses auf 0,25 bis 0,5 Prozent ab Mitte 2020 oder Anfang 2021 gerechnet. „Dann könnte kaum noch ein Lebensversicherer Riester-Verträge verkaufen", wird der Vorstand eines Lebensversicherers von der Süddeutschen Zeitung zitiert. Auch Reiner Will, Chef der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH, erwarte ebenfalls große Probleme (Medienspiegel 8.11.2019).

Drei Verbände mit einem Vorschlag

Jetzt geht der GDV offenbar in die Offensive und verbündet sich mit dem Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI) und dem Verband der Privaten Bausparkassen e.V.

Die Organisationen hätten einen Fünf-Punkte-Plan entwickelt, der auch von den Sparkassen und den Genossenschaftsbanken gebilligt werden. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) in ihrer Dienstag-Ausgabe.

Ausgangspunkt des Fünf-Punkte-Plans ist demnach die Erkenntnis, dass nur ein abgestimmtes Vorgehen die Politik davon abhalten könne, einen Staatsfonds einzuführen, der eine kostengünstige Vorsorge für einen möglichst großen Personenkreis ermöglichen soll.

Allen ginge es darum, einen Staatsfonds zu verhindern. „Er brächte eine Wettbewerbsverzerrung nicht nur für die Anbieter von Riester-Produkten, sondern für den gesamten Anlagemarkt mit sich“, wird BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter von der Zeitung zitiert. „Die Verbreitung würde massiv sein, das würde auch andere Produkte verdrängen.“

Standard-Produkte und einfache Förderung

Der Plan, der der FAZ vorliege, solle die Garantiepflicht bei Riester-Produkten lockern, „um in Zeiten des Niedrigzinses attraktive Renditen erwirtschaften zu können.“ Dadurch würde ein höherer Aktienanteil in der Kapitalanlage möglich.

Neu verbreitete Standardprodukte sollen auf „teure Wahlmöglichkeiten (beispielsweise Entnahmen oder aufgeschobene Rentenzahlungen)“ verzichten und ohne individuelle Fondsauswahl auskommen.

Die bisherige kombinierte Förderung durch Zulagen und Steuerersparnis solle durch einen festen Zuschuss in Höhe 50 Prozent auf den geleisteten Beitrag ersetzt werden. Dies würde den Bundeshaushalt nach Verbandsangaben um 200 bis 300 Millionen Euro jährlich belasten. In den Kreis der Förderberechtigten wollen die Verbände alle Steuerpflichtigen in Deutschland einbeziehen.

Der Vorschlag solle an diesem Dienstag dem Bundeskanzleramt und Bundesministerien vorgestellt werden, schreibt die Zeitung.

Nachträgliche Ergänzung 19.11.2019:

Die Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen
im Deutschen Sparkassen- und Giroverband e.V. teilt mit: „Dem Bündnis gehören neben dem GDV und dem BVI die beiden Bausparkassenverbände (Verband der privaten Bausparkassen und Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen) an.“

Leserbriefe zum Artikel:

Axel Götz - Weitere Vorschläge zur Modifizierung. mehr ...

Volker Fleischhauer - Bausparen muss aus Riester raus. mehr ...

Roland Schmidt - Ausweitung auf alle Steuerzahler wäre hochgradig ungerecht. mehr ...

Peter Adam - In vielen Unternehmen sind die Ansprüche ans Verdienen recht hoch. mehr ...

Schlagwörter zu diesem Artikel
Altersversorgung · Altersvorsorge · Bausparen · Deutschlandrente · Rating · Rechnungszins · Rente · Riester · Verkauf
 
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