Peer-to-Peer-Versicherung noch unbekannt

11.9.2018 – Nach einer aktuellen Umfrage des Digitalverbands Bitkom kennen die meisten Verbraucher das Modell „Peer-to-Peer-Versicherung“ nicht. Nur acht Prozent haben den Begriff schon gehört oder gelesen. Entsprechend steht dem Angebot nur eine Minderheit offen gegenüber.

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Die sogenannten Peer-to-Peer-Versicherungen (P2P) sind bei den Bundesbürgern heute zwar noch weitgehend unbekannt, hätten „aber großes Potenzial“ im Verbrauchermarkt.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom). Grundlage war eine Umfrage, die die Bitkom Research GmbH im Auftrag des Digitalverbands durchgeführt hat. Dabei wurden 1.006 Bundesbürger ab 14 Jahren telefonisch befragt.

Nur acht Prozent der Deutschen ab 14 Jahren sagen, dass sie den Begriff Peer-to-Peer-Versicherung bereits gehört oder gelesen haben. 87 Prozent kennen den Ausdruck nicht.

Modell etabliert sich nur schleppend

Die Peer-to-Peer-Versicherung ist ein Produkt, bei dem verschiedene Nutzer in einen gemeinsamen Risikopool gepackt werden. Diese Kunden zahlen in den gemeinsamen Pool ein und Schadenfälle werden auf der Gemeinschaftsbasis entsprechend gedeckt.

Was dem klassischen Modell eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit ähnelt, könnte durch seinen komplett digitalen Aufbau ein völlig neues Level erreichen, meint der Blockchain-Experte Julian Hillebrand (VersicherungsJournal 4.12.2017).

Die P2P-Versicherungsmodelle könnten sich nach den Ausführungen von Hillebrand aber nur sehr langsam etablieren. Denn Versicherer seien sich noch nicht sicher, welche Rolle sie in einem solchen Konstrukt spielten und welche Kosten die Verwaltung solcher Risikopools nach sich zieht.

Ein Beispiel für P2P-Versicherungen auf dem deutschen Markt ist das Angebot von Friendsurance, einer Marke der Alecto GmbH (VersicherungsJournal 12.12.2017, 28.8.2014, 13.11.2012).

Die großen Versicherer arbeiten mit hohem Tempo an digitalen Lösungen. Daneben gibt es immer mehr Insurtech-Startups, die auf neue Geschäfts- und Risikomodelle setzen.

Fabian Nadler, Referent Digital Insurance & Insurtech bei Bitkom

Rennen zwischen Versicherern und Insurtechs

„Beim Banking ist die Digitalisierung bei den Bürgern inzwischen längst angekommen, unabhängig davon, ob sie bei einer etablierten Bank oder Sparkasse oder bei einem jungen Fintech Kunde sind. In der Versicherungsbranche ist das für viele noch nicht so spürbar, aber die Angebote werden sich in den kommenden Monaten in einem hohen Tempo digitalisieren“, sagt Fabian Nadler, Referent Digital Insurance & InsurTech beim Digitalverband Bitkom.

Die großen Versicherer arbeiten mit hohem Tempo an digitalen Lösungen, daneben gibt es immer mehr Insurtech-Start-ups, die auf teilweise völlig neue Geschäfts- und Risikomodelle setzen, erklärt Nadler weiter.

Mehrheit der Verbraucher lehrt P2P ab

Des Weiteren stellte Bitkom Research folgende Frage: „Bei Peer-to-Peer-Versicherungen versuchen die Anbieter, größere Gruppen von Versicherungsnehmern zusammenzubringen, die Risiken ohne ein etabliertes Versicherungs-Unternehmen untereinander günstiger als bei klassischen Policen absichern. Inwieweit können Sie sich vorstellen, eine solche Peer-to-Peer-Versicherung abzuschließen?“

Nach Auswertung des Digitalverbands ist jeder Fünfte (21 Prozent) aktuell skeptisch und kann sich eher nicht vorstellen, eine Peer-to-Peer-Versicherung zu nutzen. Nur vier Prozent können sich das „sehr gut vorstellen“ und zehn Prozent können sich das „eher vorstellen“. 62 Prozent der Befragten schließen die Nutzung von P2P aber grundsätzlich aus.

Akzeptanz ist Altersfrage

Allerdings gäbe es deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen, unterstreicht Bitkom. Die größte Aufgeschlossenheit gegenüber Peer-to-Peer-Versicherungen gibt es in der Altersgruppe zwischen 30 und 49 Jahren. Unter ihnen kann sich sogar rund jeder Fünfte (19 Prozent) vorstellen, ein entsprechendes Angebot zu nutzen. 59 Prozent dieser Altersgruppe kann sich das aber „überhaupt nicht vorstellen“.

Bei den Jüngeren zwischen 14 und 29 Jahren stehen dem Modell 13 Prozent positiv gegenüber, bei den 50- bis 64-Jährigen immerhin zwölf Prozent und bei den Älteren ab 65 Jahren elf Prozent.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Blockchain · Digitalisierung · Insurtech · Marktforschung
 
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