WERBUNG

Nicht an Board gelassen – aus „vertretbaren Gründen“?

2.12.2019 – Die Einreisebestimmungen einiger Länder sehen vor, dass eine Einreise mit einem bei Ablauf verlängerten, nicht aber neu ausgestellten Reisepass nicht möglich ist. In so einem Fall darf einem betroffenen Fluggast die Mitreise verweigert werden. Ein Anspruch auf eine Ausgleichszahlung im Sinne der Fluggastrechte-Verordnung besteht dann nicht, so das Amtsgericht Frankfurt am Main in einem am Freitag veröffentlichten Urteil vom 20. September 2019 (32 C 1268/19 (88)).

WERBUNG
Bewerben oder nicht bewerben?
Wer die Antwort nicht weiß, sollte selbst eine Anzeige schalten. Vielleicht entstehen dadurch gute Chancen. Stellensuchende inserieren im VersicherungsJournal kostenlos und selbstverständlich anonym.

Ein Mann hatte für sich, seine Ehefrau und seine zwei minderjährigen Kinder eine Flugreise von Frankfurt am Main nach Johannesburg gebucht. Nach ihrer Ankunft am Frankfurter Flughafen wurde der Familie jedoch die Beförderung verweigert.

Unzureichende Personaldokumente

Das begründete die Fluggesellschaft damit, dass die Reisepässe der Kinder lediglich einen Verlängerungsvermerk enthalten würden.

Nach den strengen südafrikanischen Einreisebestimmungen sei eine Einreise von Kindern jedoch nur möglich, wenn deren Pass bei Ablauf neu ausgestellt, nicht aber lediglich verlängert beziehungsweise aktualisiert worden sei.

Da der Vater zunächst neue Kinderreisepässe besorgen musste, konnte die Familie den Hinflug erst am nächsten Tag und nur gegen Zahlung eines Aufschlags und antreten. Das nahm er zum Anlass, von dem Luftverkehrsunternehmen für sich und seine Mitreisenden eine Ausgleichszahlung in Höhe von jeweils 600 Euro im Sinne der Europäischen Fluggastrechte-Verordnung zu fordern.

Zu Unrecht, befand das Frankfurter Amtsgericht. Es wies die Klage Mannes gegen die zahlungsunwillige Fluggesellschaft als unbegründet zurück.

Vertretbare Gründe

Nach Meinung der Richter darf ein Luftverkehrsunternehmen den Transport eines Passagiers nach der Fluggastrechte-Verordnung bereits dann verweigern, wenn es hierfür „vertretbare Gründe“ gibt. Dazu würden insbesondere unzureichende Reiseunterlagen gehören.

Das Auswärtige Amt habe der beklagten Fluggesellschaft bestätigt, dass die Einreisebehörde nur neu ausgestellte Kinderreisepässe zur Einreise in die Republik Südafrika akzeptieren würde. Das Unternehmen habe die Beförderung der Kinder daher zu Recht verweigert.

Denn hätte sie die Kinder mitgenommen, so wäre sie das Risiko eingegangen, ein Bußgeld zahlen und die Rückreisekosten übernehmen zu müssen. Das sei ihr nicht zumutbar gewesen.

Besondere Einreisebestimmungen

Es komme auch nicht darauf an, dass die südafrikanischen Behörden möglicherweise nicht in jedem Fall bei der Einreise auf die Einhaltung der geforderten Formalien bestehen. Denn es habe zumindest nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden können, dass man die Kinder nicht hätte einreisen lassen.

Anders als ein Pauschalreise-Veranstalter sei die Fluggesellschaft auch nicht dazu verpflichtet gewesen, den Kläger bereits bei der Buchung des Fluges auf die besonderen Einreisebestimmungen hinzuweisen. Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig.

 
WERBUNG
WERBUNG
Aufbruch in die neue bAV-Welt

Die bAV sendet positive Signale – zugleich aber nehmen technische und regulatorische Anforderungen zu.

Über Hürden und Chancen für den Vertrieb berichtet ein neues Dossier.

WERBUNG
VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
WERBUNG
Werben im Extrablatt

Mit einer Anzeige im Extrablatt erreichen Sie mehr als 14.000 Menschen im Versicherungsvertrieb, überwiegend ungebundene Vermittler. Über die Konditionen informieren die Mediadaten.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Fonds sind kein Teufelszeug

Von Fonds und Fondspolicen lassen die meisten Deutschen die Finger. Wie Sie dennoch mit dieser Produktgruppe Vertriebserfolge einfahren, zeigt ein aktuelles Praxisbuch.

Mehr Informationen erhalten Sie hier...

Weitere Artikel aus Markt & Politik
9.12.2019 – Einen Rekordwert bei den Krankheitstagen 2018 stellt der aktuelle BKK-Gesundheitsreport fest. Für den Anstieg psychischer Leiden wird in der Auswertung eine konkrete Ursache aufgeführt. (Bild: BKK) mehr ...
 
9.12.2019 – Die gesetzliche Pflegeversicherung ist nur eine Teilabsicherung. Ein Teil der Pflegekosten ist vom Pflegebedürftigen – und unter Umständen auch von Angehörigen wie seinen Kindern zu zahlen. Ein neues Gesetz entlastet nun einen Großteil der Kinder. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
9.12.2019 – Die Regierungskoalition will noch in dieser Woche das GKV-Betriebsrenten-Freibetragsgesetz verabschieden. Die Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung kritisiert das Vorhaben als „Flickwerk“ und auch andere Verbände haben erhebliche Bedenken. (Bild: Brüss) mehr ...
 
9.12.2019 – Nur rund jeder dritte Krankenversicherer wird laut einer Analyse der Zielke Research Consult mittelfristig die Prämien stabil halten können. Worauf sich die Prognose stützt und was zur Stabilisierung beitragen könnte. (Bild: Zielke Research Consult) mehr ...
 
6.12.2019 – Eine Frau hatte wegen eines familiären Pflegefalls ihre Arbeit gekündigt. Die Arbeitsagentur belegte die Arbeitslose deswegen mit einer Sperrzeit. Dagegen wehrte diese sich vor Gericht. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
6.12.2019 – Je nach Arbeitsfeld gibt es himmelweite Unterschiede, was das Risiko betrifft, einen Arbeitsunfall zu erleiden. Die Gefahr ist in der Spitze sechs Mal so hoch wie im Durchschnitt, wie aktuelle Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung zeigen. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
6.12.2019 – Glaubt man einer aktuellen Umfrage, sollten die Tarifparteien künftig umdenken. Arbeitnehmer würden durchaus auf Gehalt verzichten, wenn dafür neue Angebote der betrieblichen Vorsorge zur Wahl stünden. (Bild: Michael Gottschalk) mehr ...
WERBUNG