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Neuer Präsident sieht den GDV vor einer Zeitenwende

23.9.2022 – Der neue GDV-Präsident Dr. Nobert Rollinger hielt am Donnerstag beim Versicherungstag seine Antrittsrede. Darin forderte er die Branche zum Dialog auf und dass sie schneller Ideen liefern müsse. Finanzminister kündigte auf der Veranstaltung unter anderem an, dass die geplante Vorsorgepflicht für Selbstständige nicht automatisch zur Beitragspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung führen soll.

Nach erzwungener Corona-Pause hatte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) am Donnerstag in Berlin wieder vor Ort zum jährlichen Versicherungstag eingeladen. Dort wurde der schon seit Längerem beschlossene Stabwechsel im Präsidentenamt von Dr. Wolfgang Weiler hin zu Dr. Nobert Rollinger (VersicherungsJournal 22.9.2022) offiziell vollzogen.

Weiler forderte, trotz aller Krisen mit Optimismus in die Zukunft zu schauen. Neu ist, dass die Assekuranz die Jugend in den eigenen Reihen entdeckt hat, deren Ideen die alten Versicherungsmanager auf Trab bringen könnten.

Versicherer wollen den Dialog und schneller werden

Norbert Rollinger (Bild: Brüss)
Norbert Rollinger (Bild: Brüss)

Rollinger sprach in seiner Antrittsrede als Präsident des Verbandes von „Young Leaders“. Man stehe vor einer Zeitenwende. „Auch wir müssen uns verändern.“ Auch der GDV müsse stärker in den Dialog kommen und schneller neue Ideen liefern. Er habe den Eindruck, dass auch die Politik die Hand zum Dialog reichen wolle.

Der Verbandschef will zudem im vierten Quartal durch eine Mitgliederbefragung – quasi eine Kundenbefragung – sehen, wie die Stimmungslage ist und welche Erwartungen die Basis hegt.

Daneben sieht Rollinger Handlungsbedarf beim deutlichen Ausbau der Zweigstelle in Brüssel, da die europäischen Themen dort immer wichtiger würden. Sein Kernanliegen sei der Aufbau eines großen Netzwerks vor Ort.

Nicht erspart bleibt dem Manager die Auseinandersetzung mit den aktuellen Problemen: Die galoppierende Inflation geht auch an der Assekuranz nicht spurlos vorbei, es drohen etwa zweistellige Beitragserhöhungen bei der Gebäudeversicherung (22.9.2022). Und der Stillstand bei Reformen in den drei Säulen der Altersvorsorge hält weiter an.

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Bei der Altersvorsorge setzt Lindner zunächst auf die Aktienrücklage

Christian Lindner (Bild: Brüss)
Christian Lindner (Bild: Brüss)

Dieses Thema ist bei der Ampelkoalition angesichts der Probleme an den Energiemärkten und der galoppierenden Inflation bei den Lebenshaltungskosten eher in den Hintergrund gedrängt worden.

Der Einstieg in die Aktienrente im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) steht im Koalitionsvertrag (25.11.2021, 26.11.2021). Dieses Vorhaben will Finanzminister Christian Lindner (FDP) noch dieses Jahr auf den parlamentarischen Weg gebracht wissen. Zunächst soll bei der GRV eine Aktienrücklage über zehn Milliarden Euro aufgebaut werden.

Erst am Anfang der Gespräche stehe man über Reformen in der zweiten und dritten Säule der Altersvorsorge, sagte Lindner auf dem Versicherungstag.

Er gab aber zugleich positive Signale in Richtung der Versicherungswirtschaft, dass die angedachte Vorsorgepflicht für Selbstständige nicht gleichbedeutend sei mit einem Beitritt zur GRV. Und auch was etwa die bei Riester geforderten Garantien angehe, seien Modifizierungen denkbar.

 
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