Mischfonds sind Absatzsieger beim Privatanleger

14.2.2019 – Der Investmentfondsbranche flossen im Jahr 2018 netto rund 22 Milliarden Euro seitens Privatanlegern zu. Das sechste Jahr in Folge waren Mischfonds die mit Abstand beliebteste Fondsgruppe. Immobilienfonds folgen auf Platz zwei. Das gesamte von den BVI-Mitgliedern verwaltete Vermögen sank leicht unter die Drei-Billionen-Grenze. Davon entfielen auf Publikumsfonds knapp eine Billion und auf Spezialfonds 1,6 Billionen Euro. Ein staatliches Altersvorsorgeprodukt lehnt der BVI ab. Stattdessen plädiert er dafür, die Riester-Rente weiter zu entwickeln.

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„Trotz des schwachen Börsenjahres hat sich die Fondsbranche 2018 gut entwickelt. Investmentfonds flossen netto 119 Milliarden Euro zu“, bilanzierte Tobias C. Pross, Präsident des BVI Bundesverband Investment und Asset Management e.V. am Mittwoch vor der Presse in Frankfurt.

Im Vergleich zum Vorjahr (VersicherungsJournal 6.2.2018) hielten sich Privatanleger allerdings deutlich zurück. Sie investierten nur noch neu netto 21,8 (Vorjahr: 72,5) Milliarden Euro.

Mischfonds mit ausgewogener Anlagestrategie bleiben Absatzsieger

Das sechste Jahr in Folge waren Mischfonds die mit Abstand beliebteste Fondsgruppe. Sie sammelten neue Mittel im Wert von netto 21,6 Milliarden Euro ein. Davon wurden knapp 16 Milliarden Euro in Produkte investiert, die zu gleichen Teilen in Aktien und festverzinslichen Wertpapieren anlegen.

Über die letzten fünf Jahren regelmäßig gewachsen ist das Vertrauen in Sachwertefonds, also insbesondere Immobilien. Netto fast 6,4 Milliarden Euro wurden neu investiert. Auf Platz drei der Absatzliste stehen Geldmarktfonds. Ihnen flossen über 2,4 Milliarden Euro zu. In den Jahren 2016 und 2017 wurden noch 1,2 beziehungsweise 1,9 Milliarden abgezogen.

Aktienfonds verzeichneten Mittelzuflüsse von nur noch 0,7 Milliarden Euro nach über 18 Milliarden Euro im Vorjahr. Dazu steuerten Aktien-ETF 1,3 Milliarden Euro bei. Verlierer waren Rentenfonds. Nachdem ihnen 2017 noch rund 21 Milliarden Euro zugeflossen waren, zogen Anleger im vergangenen Jahr 5,7 Milliarden Euro ab.

Publikumsfonds (Bild: BVI)
Offene Publikumsfonds. Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: BVI)
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Schlechte Börsenentwicklung sorgt für sinkendes Fondsvermögen

„Dank der guten Börsenentwicklung und der kräftigen Nettozuflüsse verwaltet die Branche ein Rekordvermögen“, konnte Pross vor zwölf Monaten verkünden. Im Jahr 2018 sorgte die Börse für das Gegenteil. Das Fondsvermögen sank auf 2,9 (3,0) Billionen Euro.

Davon entfielen auf offene Publikumsfonds 974 (1.013) Milliarden Euro. Größte Fondsgruppe blieben zwar Aktienfonds mit 338 Milliarden Euro. Ihr Gesamtwert nahm aber um rund 27 Milliarden Euro ab. Auch das in Mischfonds angelegte Vermögen reduzierte sich, trotz Zuflüssen, von 279 auf 268 Milliarden Euro. In Rentenfonds wurden Ende 2018 nahezu unverändert 203 Milliarden Euro verwaltet.

BVI (Bild: Ullrich)
Am Mittwoch präsentierte der BVI um Vorstand Tobias C. Pross (zweiter v. li.), Hauptgeschäftsführer Thomas Richter (dritter v. li) und Geschäftsführer Rudolf Siebel (re.) vor der Presse in Frankfurt seine Zahlen für 2019 (Bild: Ullrich)

Versicherer und Altersvorsorge-Einrichtungen stabilisieren die Branche

Vom gesamten Neugeschäft der Fondsbranche entfielen 94,7 (87,5) Milliarden Euro oder rund 80 Prozent auf Spezialfonds. Bereits im dritten Jahr führen Altersvorsorge-Einrichtungen, wie Pensionskassen oder Versorgungswerke, die Absatzliste an. Neu angelegt wurden Mittel in Höhe von 37,4 Milliarden Euro. Von Versicherungs-Unternehmen flossen 17,2 Milliarden Euro netto zu.

Damit steigt die Bedeutung des Themas „Altersvorsorge“ und ihrer Träger für die Fondsindustrie weiter. Vom gesamten in offenen Spezialfonds verwalteten Vermögen in Höhe von 1,6 Billionen Euro stammen 545 Milliarden Euro von Versicherungs-Gesellschaften und 466 von Altersvorsorge-Einrichtungen.

Eine wichtige Weichenstellung bei diesem Thema: Aus den EU-Regelungen (Altersvorsorge „Pepp“; VersicherungsJournal 12.2.2019), in denen Fonds in der Ein- und Auszahlphase zugelassen sind, folgert der BVI, dass die Kommission Fonds genauso für die Altersvorsorge geeignet hält wie Lebensversicherungen.

Dauerthema Regulierung und Verbesserungen bei Riester

Wie der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (VersicherungsJournal 5.2.2019), fordert auch der Fondsverband BVI eine bessere Regulierung. BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter erinnerte „an diesen Dauerbrenner seit mehr als zehn Jahren“. Statt Prüfung und Abbau ineffizienter Regelungen wächst die Papierflut.

Waren es 2016 noch 39 EU-Richtlinien und -Verordnungen, 305 Durchführungs-Bestimmungen sowie 232 Leitlinien und Empfehlungen, so sieht sich der BVI und seine Mitglieder im laufenden Jahr mit rund doppelt so vielen EU-Regeln konfrontiert.

Vorschläge seitens Politik und Verbraucherschützern, ein staatliches Altersvorsorgeprodukt zu kreieren, erteilte Richter eine klare Absage. Ein Staatsfonds wie der schwedische „AP7“ verzerre unter anderem den Wettbewerb in der Altersvorsorge. Der BVI plädiert dafür, die Riester-Rente weiter zu entwickeln.

 
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