Mehrere Großkatastrophen im ersten Halbjahr

16.8.2019 – Nach vorläufigen Schätzungen des Swiss Re Institute kam es im ersten Halbjahr durch Natur- und von Menschen verursachte Katastrophen global zu Schäden in Höhe von 44 Milliarden Dollar, knapp die Hälfte davon versichert. Vor allem Gewitterstürme und Fluten hinterließen Schäden, umgekehrt habe vielfach zu trockenes Wetter mit Hitze und Dürre geherrscht.

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Im ersten Halbjahr 2019 belief sich der gesamtwirtschaftliche Schaden aus Natur- und von Menschen verursachten Katastrophen weltweit auf 44 Milliarden US-Dollar (zum Tageskurs vom 15. August 2019 umgerechnet rund 39,5 Milliarden Euro), schätzt das Swiss Re Institute auf Basis vorläufiger Daten.

Relativ niedriger Wert

Das wäre, langfristig betrachtet, ein relativ niedriger Wert. Er liege nämlich deutlich unter dem Halbjahresdurchschnitt der letzten zehn Jahre von 109 Milliarden Dollar (97,8 Milliarden Euro) und auch unter dem Vergleichswert von 2018 (51 Milliarden Dollar, rund 45,7 Milliarden Euro).

Auf Naturkatastrophen allein entfielen Schäden in Höhe von 40 Milliarden Dollar (rund 35,9 Milliarden Euro), nach 45 Milliarden Dollar (rund 40,4 Milliarden Euro) im ersten Halbjahr 2018. Mehr als 5.000 Menschen sind laut Swiss Re Institute in der ersten Jahreshälfte 2019 durch Katastrophenereignisse gestorben oder gelten als vermisst.

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Nicht ganz die Hälfte der Schäden versichert

Durch Versicherungen gedeckt waren nach Angaben des Instituts Schäden im Ausmaß von etwa 19 Milliarden Dollar (zirka 17 Milliarden Euro), verursacht vor allem durch Gewitterstürme und Überflutungen in verschiedenen Regionen der Welt.

Somit waren nur etwa 42 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Schäden versichert (erstes Halbjahr 2018: 52 Prozent). „Der Grund waren mehrere Großkatastrophen in Gebieten mit geringer Versicherungsdurchdringung, darunter der Zyklon Idai im südlichen Afrika und der Zyklon Fani in Indien“, erklärt das Institut.

Die durch Idai verursachten wirtschaftlichen Schäden werden laut dem Bericht auf mindestens zwei Milliarden Dollar geschätzt. Versichert seien davon lediglich etwa sieben Prozent gewesen.

Gesamtwirtschaftliche und versicherte Schäden im ersten Halbjahr

Schadenkategorie

1. Halb-jahr 2019

1. Halb-jahr 2018

+/–

Zehn-Jahres-Schnitt

Wirtschaftliche Schäden

– Naturkatastrophen

– Man-made-Katastr.

44 (39,5)

40 (35,9)

4 (3,6)

51 (45,8)

45 (40,4)

6 (5,4)

-13%

-12%

-22%

109 (97,8)

101 (90,7)

8 (7,2)

Versicherte Schäden

– Naturkatastrophen

– Man-made-Katastr.

19 (17,1)

15 (13,5)

4 (3,6)

26 (23,3)

21 (18,9)

5 (4,5)

-30%

-30%

-31%

36 (32,3)

31 (27,8)

5 (4,5)

Sekundäre Naturgefahren primäre Schadenursache

„Die Entwicklung in der ersten Jahreshälfte hat einmal mehr die große Deckungslücke in den Schwellenländern offenbart“, kommentiert Martin Bertogg, Head of Catastrophe Perils bei Swiss Re. „Die Art und die geografische Lage der Ereignisse verdeutlichen, dass sekundäre Naturgefahren mittlerweile einen größeren Anteil an den Gesamtschäden tragen.“

Sogenannte sekundäre Naturgefahren (VersicherungsJournal 11.4.2019) wie Gewitterstürme, Starkregen und Schneeschmelze seien im Übrigen in der ersten Jahreshälfte für die größten Wind- und Wasserschäden in zahlreichen Ländern verantwortlich gewesen, erläutert das Institut und nennt als Beispiele die USA, Kanada, Europa, Australien, China und den Iran.

Geschätzter wirtschaftlicher Gesamtschaden aus diesen Ereignissen: 32 Milliarden US-Dollar (28,7 Milliarden Euro), wovon etwa 13 Milliarden Dollar (11,7 Milliarden Euro) versichert waren.

Schäden in Mrd. Dollar (Bild: Swiss Re Institute)

Hitzewellen und Dürre – Prognose: zunehmend

Wie schon im ersten Halbjahr 2018 herrschten auch 2019 in verschiedenen Gebieten vielfach zu trockenes Wetter und Hitzewellen, führt das Institut weiter aus. In mehreren Regionen, vor allem in Europa, seien neue Hitzerekorde gemessen worden, die endgültigen Auswirkungen noch nicht bezifferbar.

„Extreme Hitzewellen und Dürren, wie wir sie in den letzten Jahren erlebt haben, werden in Zukunft vermutlich häufiger auftreten“, so Bertogg. „Dadurch steigt auch das Risiko für Waldbrände und Ernteausfälle.“

Weil aufgrund der höheren Temperaturen mehr Wasserdampf in die Atmosphäre gelange, sei darüber hinaus mit unbeständigeren Regenfällen zu rechnen. „Dies sind Veränderungen, auf die wir uns vorbereiten und letztlich anpassen müssen.“

Schlagwörter zu diesem Artikel
Katastrophen · Starkregen · Unwetter
 
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