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Makler-Bestände rechtssicher zukaufen

10.2.2020 – Auf dem Vermittlerkongress der Rechtsanwälte Jöhnke und Reichow berichtete Jens Reichow von einem günstigen Umfeld für den Kauf von Maklerbeständen. Dabei drohten allerdings Fallen beim Übernehmen der Kunden und der Courtagezusagen. Die ließen sich durch den Erwerb ganzer Maklergesellschaften umgehen, dafür müssten aber Haftungsrisiken in Kauf genommen werden. Zu beachten seien auch die Rechte der bisherigen Mitarbeiter und die Form der Mitarbeit des Verkäufers in der Übergangszeit.

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Am Donnerstag haben die Jöhnke & Reichow Rechtsanwälte in Partnerschaft mbB in Hamburg ihren jährlichen Vermittlerkongress in Hamburg veranstaltet. Dabei war der Erwerb von Maklerbeständen eines der Themen.

Reichow: Günstiges Umfeld für den Erwerb von Maklerbeständen

Jens Reichow (Archivbild: Meyer)
Jens Reichow (Archivbild: Meyer)

Rechtsanwalt Jens Reichow berichtete von seinen aktuellen Erfahrungen seiner Mandanten beim Erwerb von Maklerbeständen. Derzeit sei das Umfeld für Käufer günstig. Die Kaufpreise lägen selten über dem Zweifachen der Jahrescourtage.

Dabei sei allerdings Einiges zu beachten. Das gelte insbesondere, wenn nicht ein ganzes Unternehmen (Share Deal), sondern nur der reine Bestand (Asset Deal) übernommen werde.

So müsse beim Bestandserwerb beachtet werden, dass hier die Zustimmung der Kunden und der Versicherer notwendig sei. Die Versicherungsnehmer könnten der Weitergabe ihrer Daten an den Erwerber widersprechen.

Einsprüche unter Berufung auf die DSGVO seien allerdings selten. „Seien Sie sensibel“, riet Reichow zum Umgang mit dem Datenschutz.

Beim Kauf ganzes Firmen werden die Haftungsrisiken mit erworben

Die Produktpartner könnten sich weigern, die Courtagezusagen mit dem Nachfolger fortzusetzen. Für diese Fälle sollte im Kaufvertrag eine Notfall-Regelung getroffen werden.

Die Probleme mit dem Datenschutz und den Courtagezusagen entfielen beim Share Deal, weil hier die bestehenden Geschäftsbeziehungen unangetastet blieben. Die Wahlmöglichkeit bestünde nur bei Personen- oder Kapitalgesellschaften.

„Share-Deal ist einfacher“, sagte Reichow. Zugleich wies er darauf hin, dass in diesem Falle auch Haftungsrisiken mit übernommen würden. Aus Käufersicht sinnvoll erscheint es dem Referenten, den Kaufpreis von der zukünftigen Bestandsentwicklung abhängig machen. Bei Rentenmodellen sollte der Verkäufer vorsichtig sein, hier drohe die sofortige Steuerpflicht des Kaufpreises.

Der Jurist empfahl, auf jeden Fall einen eigenen Rechtsbeistand hinzuzuziehen und nicht ungeprüft einen Kaufvertragsentwurf des Verkäufers zu akzeptieren: „Ein Rechtsanwalt kann nicht beide Vertragsparteien beraten.“

Für einen Bestand doppelt zu zahlen ist denkbar ungünstig.

Rechtsanwalt Jens Reichow

Ärger droht nach der Übernahme des Maklerbestandes

Zu beachten sei auch, dass eine Bestands-Übernahme ein Betriebsübergang nach 613a BGB sein könne. Dann hätten Klagen der Mitarbeiter auf Weiterbeschäftigung gute Aussichten auf Erfolg. Problemlos kündigen ließen sich diese dann nur, wenn die Schwelle von zehn Mitarbeitern unterschritten werde, ab der das Kündigungsschutzgesetz gelte.

Reichow empfahl auch die Verträge mit dem Verkäufer für die Mitarbeit in der Übergangszeit mit Bedacht zu schließen. Ein Handelsvertreter-Verhältnis hält er für problematisch, weil es einen Ausgleichsanspruch auslöse. Er warnte: „Für einen Bestand doppelt zu zahlen ist denkbar ungünstig“.

Als Alternativen nannte der Referent Tippgeber-Vereinbarung, Beratervertrag und Anstellungsvertrag.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Ausgleichsanspruch · Datenschutz · Maklercourtage · Mitarbeiter · Rente
 
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