Knapp 45 zulässige Vermittlerbeschwerden in Leben

23.5.2019 – Wie aus dem am Mittwoch noch vom langjährigen Versicherungsombudsmann Professor Dr. Günter Hirsch zu verantwortenden Jahresbericht hervorgeht, gab es im vergangenen Jahr 45 zulässige Beschwerden gegen Versicherungsvermittler im Bereich der Lebensversicherung. Und die Erfolgsquote bei den insgesamt 103 zulässigen Vermittlerbeschwerden lag bei 31,4 Prozent, ohne dass hier nach Sparten aufgeschlüsselt wurde.

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Der langjährige Versicherungsombudsmann Professor Dr. Günter Hirsch und sein Nachfolger Dr. Wilhelm Schluckebier (VersicherungsJournal 18.3.2019) stellten am Mittwoch vor der Presse in Berlin den Jahresbericht 2018 des Versicherungsombudsmann e.V. vor. Sie nahmen dabei Stellung zu aktuellen Entwicklungen in der außergerichtlichen Streitbeilegung.

Die meisten Vermittlerbeschwerden waren unzulässig

Wilhelm Schluckebier (Bild: Brüss)
Wilhelm Schluckebier (Bild: Brüss)

Die Beschwerden gegen Versicherungsvermittler bewegten sich weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau, sagte Ombudsmann-Geschäftsführer Horst Hiort im Rahmen seiner Analyse der Beschwerde-Statistik.

Die Zahl der Vermittlerbeschwerden sank 2018 insgesamt um 4,7 Prozent auf noch 282. Im Vorjahr hatte sie bei 297 gelegen (VersicherungsJournal 30.5.2018).

Von den 282 Reklamationen waren überhaupt nur 36,4 Prozent oder 103 zulässig. Und davon betrafen wiederum 43,7 (Vorjahr: 58,6) Prozent den Bereich der Lebensversicherung.

Selbst wenn man hier die allgemeine, nicht weiter aufgeschlüsselte Erfolgsquote bei Vermittlerbeschwerden von 31,4 Prozent unterstellen würde, dann wären gerade einmal zwölf Vermittler von Lebensversicherungen negativ aufgefallen.

Vermittlerbeschwerden kaum im Promille-Bereich

Beachtet man, dass es Ende 2018 noch gut 200.000 registrierte Versicherungsvermittler gab (VersicherungsJournal 3.4.2019) und nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) allein im Jahr 2018 rund 4,7 Millionen neue Lebensversicherungs-Verträge abgeschlossen werden konnten (VersicherungsJournal 5.3.2019), dann kann man die Vermittlerbeschwerden kaum im Promille-Bereich darstellen.

Günter Hirsch (Bild: Brüss)
Günter Hirsch (Bild: Brüss)

Ein Großteil der Eckdaten für die Beschwerdeeingänge hatte der Ombudsmann bereits Anfang Februar in seinem Tätigkeitsbericht für 2018 veröffentlicht (VersicherungsJournal 4.2.2019, 5.2.2019).

Bemerkenswert ist in der Branchenbetrachtung der Beschwerderückgang im Bereich der Lebensversicherung im vergangenen Jahr. Die zulässigen Beschwerden gingen um 19,7 Prozent oder 762 auf noch 3.115 zurück.

Niedrigste Beschwerdequote in Leben seit 2010

Geschäftsführer Hiort präsentierte auch eine Rückschau bis zum Jahr 2010. Danach erreichte die Zahl der zulässigen Beschwerden im Bereich Leben im vergangenen Jahr den niedrigsten Stand seit 2010, als noch 4.892 Eingaben als zulässig eingeordnet worden waren.

In der abschließenden kurzen Bilanz seiner elfjährigen Amtszeit wies Hirsch darauf hin, dass es in diesem Zeitraum über 200.000 Eingaben beim Versicherungsombudsmann gegeben hat. Er habe damals den Weg vom „Richter zum Schlichter“ vollzogen. Die Arbeit für die Anliegen der Verbraucher habe ihm viel gegeben, sagte Hirsch.

Leserbriefe zum Artikel:

+Erwin Daffner - Ombudsmann verteidigt nur die Regulierungspraxis der Versicherer. mehr ...

Norman Wirth - Schlichtungsstelle ist mit Sicherheit ein Erfolgsmodell. mehr ...

Hans-Jürgen Kaschak - Zu lange Wartezeiten. mehr ...

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Dr. Ulf Hoenicke - Keine neuen Grundsätze für den Nachweis des Schadens. mehr ...

 
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