Kfz-Haftpflichtschäden werden immer teurer

13.10.2021 – Im Straßenverkehr hat es im vergangenen Jahr coronabedingt zwar deutlich seltener geknallt. Aber wenn, dann wurde es klar teurer. Dies zeigt sich in der gemeinschaftlichen Kraftfahrt-Statistik der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht und des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft für 2020.

Die Anzahl der im Kalenderjahr gemeldeten Haftpflichtschäden von Personenkraftwagen (Wagniskennziffer (kurz: WKZ) 112) ist im vergangenen Jahr um 19 Prozent auf 2,2 Millionen zurückgegangen. Dies dürfte vor allem auf das coronabedingt niedrigere Verkehrsaufkommen zurückzuführen sein.

Dies ist der „Jahresgemeinschafts-Statistik über den Schadenverlauf in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 2019“ zu entnehmen. Die vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) gemeinsam herausgegebene Statistik beinhaltet keine Aufwendungen für die Schadenregulierung.

Andererseits hat die Zahl der versicherten Pkw um knapp 1,1 Prozent auf fast 45,6 Millionen Jahreseinheiten zugenommen. Damit bewegte sich der Zuwachs bei den Einheiten in etwa auf dem Niveau des Jahres zuvor (VersicherungsJournal 23.11.2020). Zuvor war es um 1,3 Prozent (14.1.2020) beziehungsweise 1,5 Prozent aufwärts gegangen (21.1.2019).

Immer mehr Flottenfahrzeuge

Als Flottenfahrzeug versichert waren im Berichtsjahr 5,78 Prozent der Pkw (2019: 5,74; 2018: 5,63; 2017: 5,42; 2016: 5,22; 2015: 5,02). Bei diesen ist der Statistik zufolge die Schadenhäufigkeit ein weiteres Mal zurückgegangen – auf 55 Unfälle je 1.000 versicherte Fahrzeuge (72; 76; 81; 82).

Der Schadendurchschnitt hat sich hingegen um fast 8,2 Prozent auf 3.911 Euro erhöht. Dadurch ist der für die Prämienkalkulation wichtige Schadenbedarf von 259 auf 216 Euro gesunken.

Damit liegen Flottenfahrzeuge in zwei von drei Bereichen über den Werten der Fahrzeuggattung insgesamt. 2020 hatten von je 1.000 Pkw statistisch gesehen 48 (60; 62; 64; 65) einen Haftpflichtschaden. Im Schnitt kostete jeder Fall 3.960 (3.680; 3.593; 3.451; 3.398) Euro – also rund 7,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Schadenbedarf sank von 222 auf 192 Euro.

Zweitfahrer bleiben teurer

Unverändert 84,5 (Vorjahre: 84,9; 85,4; 86,3; 86,7) Prozent der Personenkraftwagen sind als Erstwagen außerhalb einer Flotte versichert. Deren Schadenhäufigkeit belief sich im vergangenen Jahr auf 48 (59; 61; 63) je 1.000 Gefährte.

Pro Ereignis mussten die Versicherer mit im Schnitt 3.910 (3.646) Euro rund 7,2 Prozent mehr bezahlen als im Jahr zuvor. Der Schadenbedarf wird in der Statistik mit 186 (216) Euro angegeben.

Haftpflichtschäden Kfz (Bild: Wichert)

Weiterhin teurer sind die in der Prämie oft begünstigten Zweitwagen. Bei denen krachte es 2020 mit einer Quote von 51 (63; 65; 68; 72) je 1.000 Einheiten etwas häufiger als bei den Erstwagen, aber seltener als im Flottenbereich.

Der Durchschnittsschaden stieg um 10,3 Prozent auf 4.411 Euro (4.000; 3.910; 3.789; 3.746 Euro). Das liegt um etwa ein Neuntel (Vorjahr: Zehntel) über dem Durchschnitt aller Pkw. Der Schadenbedarf verminderte sich auf 223 (253; 254; 257; 270) Euro.

Erstmals mehr als zehn Milliarden Euro an Schadenaufwendungen

Der in dem Bafin-Zahlenwerk ausgewiesene Schadenbedarf für die WKZ 112 sank im vergangenen Jahr um über ein Achtel auf unter 8,73 Milliarden Euro. 570 Millionen davon entfielen auf die Flottenfahrzeuge, 7,18 Milliarden auf die Erst- und gut 980 Millionen Euro auf die Zweitwagen.

Für Flottengefährte errechnet sich bei den Kosten mit 6,5 Prozent ein um rund einen Prozentpunkt höherer Anteil als bei der Zahl der Fuhrwerke. Bei den Zweitwagen liegt der Anteil an den Aufwendungen mit 11,3 Prozent sogar um 1,6 Prozentpunkte höher. Hingegen entstehen durch Haftpflichtunfälle von Erstwagen mit 82,2 Prozent anteilsmäßig 2,3 Prozentpunkte weniger Kosten.

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Coronavirus · Haftpflichtversicherung · Pkw · Schadenregulierung · Versicherungsaufsicht
 
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