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Keine mildernden Umstände bei Frühstart an roter Ampel

4.12.2018 – Ein Autofahrer, der sich vor einer für ihn auf rot stehenden Ampel von einem zu früh startenden Nebenmann mitziehen lässt, darf wegen eines qualifizieren Rotlichtverstoßes mit einem Fahrverbot bestraft werden. Das hat das Amtsgericht Dortmund mit Urteil vom 3. Juli 2018 entschieden (729 OWi-267 Js 924/18 – 145/18).

Der Beschuldigte hatte mit seinem Personenkraftwagen in Dortmund bei rot vor einer durch Ampeln gesicherten Kreuzung angehalten. Weil er beabsichtigte, nach links abzubiegen, ordnete er sich ganz links in eine von drei Linksabbiegespuren ein.

Frühstart

Auf den beiden anderen Abbiegespuren befanden sich ebenfalls Fahrzeuge. Als das auf der mittleren Spur stehende Fahrzeug anfuhr, startete der Beschuldigte ebenfalls. Das sollte sich als Fehler erweisen. Denn wie sich herausstellte, stand die Ampel zu diesem Zeitpunkt noch auf rot.

Der andere Fahrzeugführer schaffte es zwar noch, unbeschadet durch den bevorrechtigten Querverkehr der stark frequentierten Kreuzung zu gelangen. Der Beschuldigte hatte allerdings weniger Glück. Sein Auto stieß beim Abbiegen mit einem der vorfahrtsberechtigten Fahrzeuge zusammen.

Der Beschuldigte zeigte sich zwar reumütig und auch sein Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherer war dazu bereit, den gegnerischen Schaden zu bezahlen. Streit gab es jedoch wegen der gegen ihn verhängten Strafe.

Augenblickversagen?

Der Mann war zwar dazu bereit, die Geldstrafe zu bezahlen. Ein gleichzeitig verhängtes einmonatiges Fahrverbot wollte er jedoch nicht akzeptieren. Wegen des Mitzieheffektes des neben ihm startenden Fahrzeugs habe es sich um einen atypischen Rotlichtverstoß und ein dadurch ausgelöstes Augenblicksversagen gehandelt. Die Verhängung eines Regelfahrverbots sei daher nicht gerechtfertigt.

Dieser Argumentation wollte sich das Dortmunder Amtsgericht nicht anschließen. Nach Ansicht des Gerichts hat sich der Beschuldigte in grober Weise eines Verkehrsverstoßes im Sinne von § 25 des Straßenverkehrsgesetzes schuldig gemacht.

Er könne sich nämlich nicht damit entlasten, dass sich der neben ihm stehende, bei rot startende Fahrzeugführer ebenfalls eines Verkehrsverstoßes schuldig gemacht habe und er durch den Mitzieheffekt quasi Opfer dieses Verkehrsteilnehmers geworden sei.

Eigentor

Im Übrigen habe der Beschuldigte bereits am Unfallort der Polizei gegenüber eingeräumt, dass er durch die Radioübertragung eines Bundesligaspiels abgelenkt gewesen sei. Auch das spreche für einen groben Verkehrsverstoß. Der Mann muss daher für einen Monat auf sein Fahrzeug verzichten.

Übrigens: Das Bundesligaspiel zwischen Dortmund und Frankfurt endete durch ein Tor in der 94.Minute 3:2 für Dortmund. Das dürfte aber nur ein kleiner Trost für den Beschuldigten gewesen sein. Das Dortmunder Stadion erreicht man allerdings auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Gewerbeordnung · Haftpflichtversicherung
 
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