WERBUNG

Jetzt amtlich: Der Höchstrechnungszins sinkt auf 0,25 Prozent

28.4.2021

Das Bundesfinanzministerium hat den Höchstrechnungszins von 0,9 auf 0,25 Prozent gesenkt. Die Verordnung wurde am Dienstag im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Die Absenkung hat Auswirkungen auf Riester-Produkte und in Teilen auf die betriebliche Altersvorsorge. Für letztere fordert GDV-Geschäftsführer Jörg Asmussen noch in dieser Legislaturperiode zumindest eine Teilreform. Die Aktuarvereinigung warnt vor den Folgen für Arbeitnehmer.

Der Höchstrechnungszins für Lebensversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds sinkt zum 1. Januar 2022 von 0,9 auf 0,25 Prozent. Die entsprechende Fünfte Verordnung zur Änderung von Verordnungen nach dem Versicherungsaufsichts-Gesetz (PDF, 28 KB) des Bundesministerium der Finanzen wurde am Dienstag im Bundesgesetzblatt amtlich bekannt gegeben.

Eine Absenkung wird seit Längerem diskutiert (VersicherungsJournal Archiv). Ende März war schließlich ein entsprechender Entwurf des zuständigen Bundesministeriums der Finanzen öffentlich geworden. Jetzt erfolgte die amtliche Bekanntmachung.

Höchstrechnungszins in der Lebensversicherung 1942 bis 2022 (Bild: Meyer)

Die Auswirkungen sind gravierend

Die Absenkung hat erhebliche Auswirkungen, wie Dr. Henriette Meissner, Geschäftsführerin der Stuttgarter Vorsorge-Management GmbH und Vorständin der Arbeitsgemeinschaft betriebliche Altersversorgung e.V. (Aba), in einem dreiteiligen Gastbeitrag für das VersicherungsJournal bereits kürzlich skizziert hat (6.4.2021, 7.4.2021, 8.4.2021).

„Denn mit einem Höchstrechnungszins von unter 0,9 Prozent ist der Beitragserhalt […] selbst ohne Ansatz von Abschluss- und Vertriebskosten nicht mehr möglich. Riester-Produkte und betriebliche Altersversorgung mit Beitragszusage mit Mindestleistung stehen damit auf der roten Liste der aussterbenden Arten“, schreibt sie.

Der GDV fordert eine schnelle Teilreform

Jörg Asmussen (Bild: GDV)
Jörg Asmussen (Bild: GDV)

Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), sagt zur neuen Verordnung: „Die Absenkung des Höchstrechnungszinses ist angesichts der Kapitalmarktentwicklung in isolierter Betrachtung nachvollziehbar. Erforderlich sind jedoch auch in sich stimmige Änderungen des gesetzlichen Rahmens.

Denn viele Riester-Anbieter werden sich ab 2022 vom Markt zurückziehen, weil sie dann den vom Gesetzgeber verlangten 100-Prozent-Beitragserhalt unter dem neuen Höchstrechnungszins nicht mehr garantieren können. Das führt zu einer Defacto-Beerdigung der Riester-Rente.

Um diese negativen Folgen für die Altersvorsorge, auch in Teilen der betrieblichen Altersvorsorge, zu vermeiden, sollte die nun in dieser Legislaturperiode verbleibende Zeit zumindest für eine Teilreform, nämlich für eine Absenkung der 100-prozentigen Beitragsgarantien, genutzt werden.“

Aktuare warnen vor Nachteilen für junge Arbeitnehmer

Ähnlich äußert sich die Deutsche Aktuarvereinigung e.V. (DAV). Die Zinssenkung dürfe „aber nur der erste Teil eines gesamthaften Konzepts sein, um die kapitalgedeckte Altersvorsorge angesichts der anhaltenden Tiefzinssituation zukunftsfest zu machen.“

„Ohne eine Abkehr von der 100-prozentigen Beitragsgarantie heute gibt es morgen am Markt vermutlich keine Riester-Rente und Beitragszusage mit Mindestleistung (BZML) mehr, über deren Ausgestaltung gesprochen werden kann“, erklärt der scheidende DAV-Vorstandsvorsitzende Dr. Guido Bader.

Eine politisch erzwungene Schließung dieser Form der bAV konterkariere das sozialpolitische Ziel der kapitalgedeckten Altersvorsorge und hätte gravierende Nachteile gerade für die jungen Arbeitnehmer.

Leserbriefe zum Artikel:

Peter Schramm - Noch Raum für eine 100-prozentige Beitragsgarantie. mehr ...

 
WERBUNG
WERBUNG
„Amazon steigt ins Versicherungsgeschäft ein.”

Bei dieser Schlagzeile bekommen viele Vermittler Schnappatmung. Denn für sie heißt das: Ich verliere Kunden und Bestand. Wie sich das leicht vermeiden lässt, zeigt die aktuelle Podcast-Folge.

Zusätzlich profitieren Sie von unserem neuen, konzentrierten Podcast-Konzept: In jeder Folge wird nun ein einziges Schwerpunktthema mit all seinen Facetten ausführlich besprochen.

Zu den einzelnen Ausgaben gelangen Sie hier.

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
WERBUNG
Inserieren im Anzeigenmarkt

Das VersicherungsJournal ist eines der meistgelesenen Medien in der Branche, siehe Mediadaten.

So finden Sie zielsicher Ihre neuen Mitarbeiter, Arbeitgeber oder Geschäftspartner. Nutzen Sie die schnelle und direkte Zielgruppenansprache zu günstigen Konditionen. Gesuche werden kostenlos veröffentlicht.

Erteilen Sie hier Ihren Anzeigenauftrag für Angebote und Verschiedenes oder Gesuche, oder lassen sich persönlich beraten!

Beachten Sie auch die Seite Aktuelles für Stellenanbieter.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Einmaleins des Wettbewerbsrechts

WettbewerbsrechtEs gibt viele rechtliche Fallstricke, über die ein Vermittler bei seinen Werbeaktionen stolpern kann. Ein Praktikerhandbuch zeigt, wie diese zu vermeiden sind.

Interessiert? Dann klicken Sie hier!

WERBUNG