Insurtechs setzen digitale Mehrwerte für Versicherer um

19.10.2018 – Die Unternehmensberatung McKinsey machte auf der Digital Insurance Agenda (DIA) in München wichtige Trends aus, die Insurtechs für die Versicherer 2018 angehen: neue Dienste und Mehrwerte in etablierten Plattformen integrieren, künstliche Intelligenz einsetzen, digitale Kurzzeit-Versicherungen und automatisierte Schadenbearbeitung an den Start bringen.

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Die Digital Insurance Agenda (DIA), Veranstaltung für digitale Innovation im Versicherungswesen, fand vom 17. bis 18. Oktober in München statt. Vor dem Hintergrund der Digitalisierung sollten hier die alte und die neue Versicherungswelt miteinander verknüpft werden.

Die Messe bot Start-ups die Möglichkeit, ihre Lösungen in Kurzvorträgen Entscheidungsträgern, Investoren und Analysten aus der Versicherungsbranche zu präsentieren. 50 Insurtechs stellten in der bayerischen Landeshauptstadt zum zweiten Mal ihre Geschäftsideen vor. 1.200 Entscheidungsträger von 250 Unternehmen aus 50 Ländern waren nach Angaben der DIA die Adressaten.

Das Motto lautete, wie auch im Vorjahr, Geld sucht Ideen und umgekehrt (VersicherungsJournal 17.11.2017). Bereits im Mai 2018 fand die DIA in Amsterdam statt (VersicherungsJournal Medienspiegel 28.5.2018).

Neue Ökosysteme und Plattformen

Vertreter der McKinsey & Company, auf der Veranstaltung als Key-Note-Referenten dabei (VersicherungsJournal 18.10.2018), machten für 2018 vier wichtige Insurtech-Trends auf der DIA aus.

Messebetrieb auf der DIA (Bild: Winkel)
Messebetrieb auf der DIA (Bild: Winkel)

Den ersten Impuls, der von der Start-up-Szene ausgeht, nennen die Unternehmensberater „Ökosysteme und Plattformen“. Bisher spielten Versicherer eher eine passive Rolle im Leben ihrer Kunden. Das ändere sich, da die jungen Unternehmen ihre eigenen Plattformen aufbauen und ihre Dienste in etablierte Portale integrieren, so Simon Kaesler von McKinsey.

Die Teilnahme an Ökosystemen ermögliche es Versicherern, durch Netzwerke einen Mehrwert zu erzielen.

Ein Beispiel dafür sei die Kooperation zwischen Gebäude- und Hausratversicherern mit der Grohe Deutschland Vertriebs GmbH. Das Unternehmen präsentierte sich ebenfalls in München mit seiner Smart-Home-Lösung Grohe Sense: Wasserabweisende Sensoren sollen die Risiken für den Kunden reduzieren.

Als weiteres Beispiel nennen die Berater den chinesischen Online-Versicherer Zhongan Insurance, der mit Internet-Konzernen in China zusammenarbeitet, um ein umfassenden Versicherungs-Ökosystem zu schaffen. Dieses ermöglicht es den Kunden, Versicherungsprodukte direkt über Einzelhandels-Websites zu kaufen (VersicherungsJournal 13.8.2018).

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Integration in andere Systeme

Weitere Insurtechs schaffen mit standardisierte Anwendungs-Programmier-Schnittstellen (APIs) die Voraussetzungen für die Integration über verschiedene Systeme. Auf der DIA stellten sich Amodo aus Kalifornien und die deutsche Community Life GmbH vor.

Ein weiterer Aspekt dieses Trends sei die Entstehung von Versicherungs-Plattformen für Dritte. Sie ermöglichen es Versicherern und anderen Unternehmen innerhalb eines Ökosystems, Produkte und Dienstleistungen aufzubauen.

Das kalifornische Start-up Socotra Inc. zeigte auf der Bühne in München, wie ein neues Versicherungsprodukt oder eine neue Dienstleistung in wenigen Minuten erstellt werden kann.

Künstliche Intelligenz wird Schadenersatz, Vertrieb, Underwriting und Preisgestaltung neue Impulse geben.

Simon Kaesler and Felix Schollmeier von McKinsey zu den wichtigsten Trends, die Insurtechs 2018 setzen.

Künstliche Intelligenz und situative Versicherungen

Als wichtigen Faktor für die Versicherungswirtschaft sehen die Unternehmensberater Künstliche Intelligenz. Sie werde Schadenersatz, Vertrieb, Underwriting und Preisgestaltung neue Impulse geben.

Als „besonders innovativ“ bezeichnet McKinsey Insurtechs, die Werkzeuge anbieten, die auf sprachlicher Verarbeitung basierten. Eine solche Lösung präsentierte die italienische RGI S.P.A. – auch wenn die Demo des Unternehmens aufgrund von Internet-Problemen nicht rund lief.

Als weiteren Trend nennt McKinsey die Idee von „Versicherung als Dienstleistung“, die es den Menschen ermöglicht, Artikel nur dann zu versichern, wenn sie in Gebrauch sind. Diese situativen Policen spiegelten wider, wie die Richtlinien zunehmend auf den Kunden und eine jüngere Zielgruppe zugeschnitten werden, erklären die Unternehmensberater.

Insurtechs mit Geschäftsmodellen zu Kurzzeit-Versicherungen waren auf der DIA zahlreich vertreten: Hier zielten die Präsentationen auf Flugversicherungen (für Verspätungen), zeitlich begrenzte Reisegepäck-Versicherungen sowie die tageweise Absicherung von Lieblingsgegenständen wie Uhren oder Smartphones ab.

Automatisierte Schadenbearbeitung

Kunden seien zunehmend bereit, manuelle Schadenprozesse hinter sich zu lassen und zu einem rein digitalen Selbstbedienungsmodell überzugehen, sind die Berater von McKinsey überzeugt.

Um den Wert der virtuellen Verarbeitung zu erfassen, sollten Versicherer diesen Weg komplett abbilden: von einer digitalen Erstmeldung von Verlusten über Live-Videos oder Bilder vom Unfallort bis hin zu einer automatisierten Abrechnung.

Das US-Unternehmen Ui-Path zeigte in München zum Beispiel eine automatisierte Schadenabwicklung in der Kfz-Versicherung. Hier gibt der Kunde nur seinen Namen sowie seine Versicherungsnummer ein und lädt Fotos vom Schaden am Auto hoch.

 
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