Indexpolicen: Oftmals nur eine Nullrendite

12.2.2019 – Die Verzinsungselemente sind bei den Indexpolicen durchschnittlich attraktiver als in den Tarifen der Neuen Klassik oder der herkömmlichen Klassik. Lohnend sind die Policen aber nur bei einer entsprechenden Börsenentwicklung – und daran haperte es 2018.

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Die gute Nachricht vorweg: Dank des produktimmanenten Kapitalerhalts haben die Besitzer von Indexpolicen 2018 kein Geld verloren, obwohl der Leitindex Dax um 18 Prozent sank.

Der Preis dieses Sicherheitsnetzes: Policeninhaber partizipieren lediglich anteilig an der Wertentwicklung der entsprechenden Indizes.

Dieses ausgeprägte Sicherheitsnetz ist 2018 vielfach zum Tragen gekommen, erläuterte Lars Heermann, der bei der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH den Bereich Analyse leitet, bei der Vorstellung der aktuellen Marktstudie zu den Überschussbeteiligen und Garantien in der Lebensversicherung (VersicherungsJournal 8.2.2019, 11.2.2019). Darin untersuchte Assekurata Indexpolicen zum vierten Mal.

Mustervertrag – Laufzeit verlängert

Eine aufgeschobene private Rentenversicherung im Normaltarif für einen 30-Jährigen. Jährlich werden vorschüssig 1.200 Euro eingezahlt. Die Versicherungs- sowie die Beitragszahlungsdauer betragen jeweils 35 Jahre. Es gibt eine fünfjährige Rentengarantiezeit. Verstirbt der Kunde in der Ansparphase, werden die Beiträge zurückerstattet. Vereinbart ist eine monatliche Rentenzahlung.

Bei der diesjährigen Analyse wurde die Laufzeitvorgabe für den Mustervertrag auf 35 Jahre verlängert. Einzelne Anbieter hätten bereits früher die Überschusswerte zum Mustervertrag mit 25-jähriger Aufschubzeit nicht liefern können, sagte Assekurata-Bereichsleiter Lars Heermann.

Wie es funktioniert

Die Assekurata-Studie befasst sich mit 14 Indexpolicen von Lebensversicherern mit einem Marktanteil von insgesamt 46,1 Prozent. Bei den Indexpolicen fließt der Sparbeitrag in das Sicherungsvermögen. Zu bestimmten Stichtagen entscheiden die Kunden, ob sie statt der sicheren Verzinsung, die 2018 bei durchschnittlich 2,53 Prozent lag, die Überschussbeteiligung lieber in einen Indexfonds investieren.

Hinsichtlich des Versicherungsschutzes bieten alle garantierte Rückkaufwerte sowie eine garantierte lebenslange Mindestrente. Bei den weiteren Garantieelementen sowie der Art und Ausgestaltung der Indices bestehen große Unterschiede. So gewähren neun Anbieter beispielsweise eine vollständige Bruttobeitragsgarantie, die von Mindestvertrags-Laufzeiten zwischen zehn und 30 Jahren abhängig ist.

Die übrigen Fünf versprechen keinen vollständigen Beitragserhalt. In der Aufschubphase sind fünf Tarife mit einem Mischzins unter 0,9 Prozent ausgestattet; der Rest kennt keinen Garantiezins. In der Rentenbezugsphase werden 0,9 Prozent von acht und ein Mischzins unterhalb von 0,9 Prozent von zwei weiteren Tarifen garantiert.

Große Index-Vielfalt

Assekurata beobachtete zudem einen Trend, sich auch bei der Anlage von Standards abheben zu wollen. Die Barmenia Lebensversicherung a.G., die Ergo Vorsorge Lebensversicherung AG, die HDI Lebensversicherung AG, die Stuttgarter Lebensversicherung a.G., die SV Sparkassenversicherung Lebensversicherung AG und die Württembergische Lebensversicherung AG bieten speziell konzipierte Zielindizes, die teils mehrere Investmentklassen abdecken.

Die Allianz Lebensversicherungs-AG, die Axa Lebensversicherung AG, die Barmenia, die Deutsche Ärzteversicherung AG und die Nürnberger Lebensversicherung AG bieten zwei Indizes zur Auswahl. Die SV und die Volkswohl-Bund Lebensversicherung a.G. stellen drei Indizes zur Auswahl, die dann auch kostenlos gewechselt werden können. Der Studie zufolge können bei einigen Tarifen auch mehrere Indizes ausgewählt und sogar mit einer sicheren Verzinsung vermischt werden.

„Die Flexibilität des Kunden wird durch die verschiedenen Anlageoptionen erhöht, parallel steigt allerdings der Informations- beziehungsweise Beratungsbedarf“, so die Studie. Die Mehrzahl der untersuchten Tarife summiert die monatliche Wertentwicklung des Index auf, wobei für positive Monate gegebenenfalls die Renditebeschränkung in Form eines „Caps“ (Deckel) oder einer Quote greift.

Garantieelemente (Bild: Assekurata)
Einordnung der Garantieelemente für die untersuchten Indexpolicen.
Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: Assekurata, Marktstudie 2019)

2017 lief es besser

Dabei scheint an der Börse wirklich nur schlecht Geld zu verdienen zu sein. Bei 47 Prozent der mehr als 100 zurückliegenden Indexstichtage seit 2014 betrug die gutzuschreibende Rendite null. Bei zwei Drittel dieser Stichtage lag sie zwischen null und maximal vier Prozent und nur bei 3,7 Prozent waren mehr als zehn Prozent möglich.

„Aufgrund des kurzen Betrachtungszeitraums lassen sich noch keine allgemeingültigen Aussagen treffen“, so Heermann. Rund 80 Prozent der Policeninhaber erzielten 2018 keine Rendite – und mehr als vier Prozent waren 2018 für keinen möglich. Dafür lief es allerdings 2017 besonders gut: Alle Tarife erzielten der Studie zufolge eine positive Rendite und bei 40 Prozent der Gutschriften lag die Rendite zwischen sechs und acht Prozent.

Laufende Verzinsung (Bild: Assekurata)
Laufende Verzinsung (für Indexbeteiligung). Zum Vergrößern Bild klicken
(Bild: Assekurata, Marktstudie 2019)

Laufende Verzinsung bei 2,80 Prozent

Laut Assekurata liegt die laufende Verzinsung für die Indexbeteiligung konstant zum Vorjahr (VersicherungsJournal 13.2.2018) bei durchschnittlich 2,80 (2,79) Prozent. Hohe Überschussdeklarationen seien zwingend notwendig, um die Renditechance aus der Indexpartizipation hoch zu halten, so Heermann.

Die Werte liegen über denen der Neuen Klassik (2,40 Prozent) und einem klassischen Mustervertrag, der allerdings nur auf 25 Jahre ausgelegt ist und auf 2,46 Prozent kommt.

Die „Marktstudie 2019: Überschussbeteiligungen und Garantien – Licht am Ende des Korridors“ kann unter diesem Link bei Assekurata ab 1.089 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer) bestellt werden.

 
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