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In welchen Jobs die Furcht vor Berufsunfähigkeit am größten ist

11.2.2020 – Freiberufler und Unternehmer haben weniger Sorgen, dass sie ihr Arbeitsplatz krank macht, als Angestellte. Lehrer sind mit der Wahl ihres Arbeitsplatzes zufrieden, beschäftigen sich aber kaum mit dem Risiko der Berufsunfähigkeit. Während Beschäftigte in der Gesundheitsbranche, insbesondere Ärzte, genau diese Gefahr kennen und fürchten.

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Selbstständige gehen gelassener mit Risiken um als Angestellte. Sorgen um berufliche Fragen korrespondieren bei beiden Gruppen allerdings auch mit der Höhe des Einkommens. Lehrer und Ausbilder beschäftigen sich kaum mit den Risiken von Berufskrankheiten. Berufstätige im Gesundheitswesen fürchten dagegen, nicht bis zum regulären Rentenalter durchzuhalten.

Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle „Berufe-Studie“ der HDI Versicherungen. Über das Online-Panel des Forschungsinstituts Yougov GmbH wurden im Auftrag des Konzerns über 3.600 Berufstätige ab 15 Jahren befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ nach Alter und Geschlecht für alle Erwerbstätigen in Deutschland.

Selbstständige: Weniger Angst vor Berufskrankheiten

Auf die Frage: „Sehen Sie gesundheitliche Gefahren bei der Ausübung ihres derzeitigen Berufs?“, schätzen Selbstständige im Schnitt die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung durch den Job geringer ein als angestellt Beschäftigte. Die Teilnehmer konnten das Risiko einer berufsbedingten Erkrankung auf eine Skala von Null bis 100 Prozent beziffern.

Mit bis zu 30 Prozent schätzen 57 Prozent der Selbstständigen im Schnitt die Wahrscheinlichkeit einer berufsbedingten Erkrankung ein. Bei den Angestellten waren es 45 Prozent.

Einschätzung des Risikos einer Berufskrankheit

Auf mehr als 30 bis 60 Prozent bezifferten 21 Prozent der Selbstständigen das Risiko einer Berufskrankheit und 23 Prozent der Arbeitnehmer. Mehr als 60 Prozent nannten nur 17 Prozent der freiberuflich Tätigen und 23 Prozent der Angestellten.

Entspannter sind Unternehmer auch beim Thema Digitalisierung. Sorge davor, dass ihr eigener Arbeitsplatz durch neue digitale Technologien verloren gehen könnte, haben nur 16 Prozent der Selbständigen, unter Angestellten sind es 23 Prozent.

Einschätzung des Risikos berufsbedingter Erkrankungen (Bild: HDI)
n=3.647 (Bild: HDI)

Sorgen sind abhängig von der Einkommenshöhe

Die Sorge um den eigenen Job ist auch abhängig von der Einkommenshöhe. So sehen bei den Berufstätigen mit einem monatlichen Nettoeinkommen unter 2.000 Euro im Monat 24 Prozent ihren Job durch die Digitalisierung gefährdet. Bei denen mit höherem Einkommen sind es 21 Prozent und unter Spitzenverdienern mit mehr als 5.000 Euro netto im Monat nur 16 Prozent.

Laut HDI-Studie sind Lehrer und Ausbilder mit ihrer Berufswahl am zufriedensten. Drei von vier Befragten (75 Prozent) „bedeutet ihr Beruf sehr viel“. 82 Prozent der Lehrer und Ausbilder würden ihren Job wiederwählen.

Furcht, nicht bis zur Rente durchzuhalten

Bei den Gesundheitsberufen zeigt sich eine andere Tendenz: Pfleger, Krankenschwestern und Ärzte schätzen die Wahrscheinlichkeit, nicht bis zum regulären Rentenalter zu arbeiten, auf über 50 Prozent. Nur jeder Zweite, der im Gesundheitswesen arbeitet, würde jungen Menschen seinen Job heute noch empfehlen (51 Prozent).

Das ist sonst laut Studienunterlagen nur noch im Touristik-Bereich der Fall. Niedriger sei der Wert nur noch bei den Beschäftigten des Sicherheits- und Reinigungsgewerbes (45 Prozent).

Die Folge im Gesundheitswesen: Jeder dritte Mediziner (33 Prozent) würde seinen Beruf heute nicht wiederergreifen. Eine mögliche Ursache für diese Bewertung liegt darin, dass Mediziner stärker als jede andere Berufsgruppe das Risiko für berufsbedingte Erkrankungen sehen. Knapp zwei Drittel unter ihnen (60 Prozent) taxieren das Risiko auf mehr als 50 Prozent.

Gedanken zu einer möglichen Berufsunfähigkeit

Am wenigsten Gedanken zu den Folgen einer möglichen Berufsunfähigkeit haben sich laut Auswertung Beschäftigte im Bau- und Architekturbereich gemacht. Nur etwa die Hälfte aller Befragten (53 Prozent) hat sich mit diesem Thema beschäftigt.

Zugleich ist ihnen, verglichen mit anderen Berufsgruppen, eine Absicherung für diesen Fall auch am wenigsten wichtig. Stärker als alle anderen sind sie dagegen an Haftpflicht-Versicherungen interessiert.

Bemerkenswert finden die Autoren der Studie folgenden Punkt: Lehrer und Ausbilder rangieren nach den Architekten auf Platz zwei der Berufsgruppen, die sich noch nie konkrete Gedanken zu einer möglichen Berufsunfähigkeit gemacht hat.

Leserbriefe zum Artikel:

Nils Fischer - Fragestellung müsste anders lauten. mehr ...

 
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