Hundebiss: Auch das Opfer hat Schuld

14.9.2021 – Wer einen vermeintlich freundlichen Hund eines Fremden streichelt und dabei gebissen wird, muss sich ein Mitverschulden anrechnen lassen. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts Rheine vom 1. Juli 2021 hervor (4 C 92/20).

Geklagt hatte eine Taxifahrerin, die von einem auf dem Schoß einer Beifahrerin sitzenden Jack-Russel-Terrier in die Hand gebissen worden war. Die Hundebesitzerin war zusammen mit ihrer Tochter und dem Tier in das Taxi eingestiegen. Dabei war die Klägerin von dem Vierbeiner noch freundlich begrüßt worden, indem er ihr über die rechte Hand leckte.

Sie musste allerdings vor der Abfahrt noch einmal aussteigen, um die Kindersicherung der auf der Rückbank sitzenden Tochter zu betätigen. Nachdem sie wieder eingestiegen war, wollte sie den Hund kurz streicheln. Dabei biss er unvermittelt zu.

Spezifische Tiergefahr verwirklicht, aber…

Wegen der dabei erlittenen Verletzung und eine durch den Vorfall ausgelöste dauerhafte Angst vor Hunden, verklagte die Taxifahrerin ihren Fahrgast darauf, ihr ein Schmerzensgeld zu zahlen. Damit hatte sie nur teilweise Erfolg.

Nach Ansicht des Gerichts hat sich durch den Vorfall eine spezifische Tiergefahr im Sinne von § 833 BGB verwirklicht. Die Hundehalterin ist daher grundsätzlich dazu verpflichtet, der Verletzten ein Schmerzensgeld zu zahlen.

Die Behauptung der Beklagten, sie habe sorgfältig auf ihren Hund aufgepasst, vermag sie nach Meinung des Gerichts nicht zu entlasten. Denn wäre sie dem in ausreichendem Maß nachgekommen, wäre es nicht zu dem Hundebiss gekommen.

Mitverschulden in Höhe von 30 Prozent

Die Taxifahrerin müsse sich jedoch ein Mitverschulden in Höhe von 30 Prozent anrechnen lassen. Denn allein aus der Tatsache, dass der Hund zunächst ihre Hand abgeschleckt habe, habe sie nicht den Schluss ziehen dürfen, ihn gefahrlos streicheln zu können.

Sie sei für den Hund nämlich nach wie vor eine Fremde gewesen. Dieser habe ihre Handbewegung in seine Richtung daher durchaus als Angriff interpretieren können. Das sei ein völlig typisches Verhalten von Hunden.

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