Höhere Hürde zum Wechsel in die private Krankenversicherung

9.9.2019 – Der Entwurf für die Sozialversicherungs-Grenzwerte für 2020 liegt vor. Demnach steigen die Beitragsbemessungs-Grenzen (BBG) in der allgemeinen Rentenversicherung auf 82.800 Euro in den alten und 77.400 Euro in den neuen Bundesländern. Für die gesetzliche Krankenversicherung gilt dann eine BBG von 56.250 Euro, die Versicherungspflicht-Grenze steigt auf 62.250 Euro.

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Zum 1. Januar werden die Grenzwerte der Sozialversicherung erhöht. Der Versicherungsmakler Sven Hennig hat den Referentenentwurf der dafür maßgeblichen Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2020 (PDF130 KB) auf dem Blog seiner S.H.C. GmbH bereitgestellt.

Die Werte wurden für das kommende entsprechend der Lohn- und Gehaltsentwicklung in 2018 im Vergleich zu 2017 angepasst. Demnach betrugen die Steigerungsraten 3,06 Prozent in den alten und 3,38 Prozent in den neuen Bundesländern. Im Vorjahr waren es 2,46 und 2,83 Prozent (VersicherungsJournal 10.9.2018).

Werte an die Lohnentwicklung angepasst

In 2020 steigt in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der gesetzlichen Pflegeversicherung die Beitragsbemessungs-Grenze (BBG) gegenüber 2019 (5.12.2018) um jährlich 1.800 Euro auf 56.250 Euro.

Damit erhöht sich der durchschnittliche Höchstbeitrag der GKV um 21,90 Euro auf 684,38 monatlich. Die Pflegeabsicherung wird maximal fast fünf Euro teurer; Eltern zahlen dann maximal 142,97 Euro monatlich und Kinderlose 154,69 Euro.

Die Versicherungspflicht-Grenze in der Kranken- und Pflegeversicherung wird um 1.800 Euro beziehungsweise drei Prozent auf 62.550 Euro pro Jahr angehoben. Was beim Überschreiten dieser Grenze zu beachten ist, um tatsächlich in die private Krankenversicherung wechseln zu können, hat Hennig in einem Blogbeitrag erläutert (Medienspiegel 5.9.2019).

In der allgemeinen gesetzlichen Rentenversicherung erhöht sich die Beitragsbemessungs-Grenze in den westlichen Bundesländern um 2.400 Euro auf 82.800 Euro und in Ostdeutschland um 3.600 Euro auf 77.400 Euro pro Jahr. Dem entsprechend steigt der Höchstbeitrag um drei Prozent auf 1.283,40 Euro im Westen und um 4,9 Prozent auf 1.199,70 Euro in den neuen Bundesländern.

Rechengrößen der Sozialversicherung 2020 *

2020

2019

Jahr

Monat

Jahr

Monat

Bezugsgröße in der Sozialversicherung

West: 38.220

Ost: 36.120

West: 3.185

Ost: 3.010

West: 37.380

Ost: 34.440

West: 3.115

Ost: 2.870

Vorläufiges Durchschnittsentgelt in der Rentenversicherung

40.551

38.901

Versicherungspflicht-Grenze Kranken- und Pflegeversicherung

62.550

5.212,50

60.750

5.062,50

Beitragsbemessungs-Grenzen

Kranken- und Pflegeversicherung

56.250

4.687,50

54.450

4.537,50

Allgemeine Rentenversicherung und Arbeitslosen-Versicherung

West: 82.800

Ost: 77.400

West: 6.900

Ost: 6.450

West: 80.400

Ost: 73.800

West: 6.700

Ost: 6.150

Knappschaftliche Rentenversicherung

West: 101.400

Ost: 94.800

West: 8.450

Ost: 7.900

Höchstbeiträge

Krankenversicherung **

726,56

662,48

Pflegeversicherung ***

Eltern: 142,97

Kinderlose: 154,69

Eltern: 138,39

Kinderlose: 149,74

Allgemeine Rentenversicherung

West: 1.283,40

Ost: 1.199,70

West: 1.246,20

Ost: 1.143,90

Arbeitslosen-Versicherung

West: 172,50

Ost: 161,25

West: 167,50

Ost: 153,75

Zwei Stufen zum Inkrafttreten

Der Entwurf der „Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2020 (Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2020)“ wird erfahrungsgemäß im Oktober vom Bundeskabinett verabschiedet werden.

Anschließend muss noch der Bundesrat zustimmen. Die Verordnung für dieses Jahr wurde Anfang Dezember im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.

 
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