Hat das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin fast die Hälfte des Kapitals verloren?

7.11.2025 – Nach Fehlinvestitionen hat die Versorgungseinrichtung nach eigenen Angaben einen Abschreibungsbedarf im „hohen dreistelligen Millionenbereich“. Die Capital-Redaktion schätzt den Schaden sogar auf eine Milliarde Euro. Das wären pro Versichertem etwa 100.000 Euro.

„Die Finanzkrise beim Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin (VZB) ist dramatischer als bisher bekannt.“ Das schreibt Capital.de am 6. November 2025.

Bereits in den Jahren 2022 und 2023 hatte die Versorgungskasse für rund 10.000 Mitglieder knapp 110 Millionen Euro auf ihre Investments abschreiben müssen (VersicherungsJournal 12.8.2025). Doch die Verluste werden offenbar immer größer.

Laut Capital droht ein Schaden in Milliardenhöhe

Gegenüber dem Wirtschaftsmagazin räumt das Versorgungswerk einen Schaden durch Fehlinvestitionen im „hohen dreistelligen Millionenbereich“ ein. Nach Capital-Informationen könne der Abwertungsbedarf bei den Beteiligungen der Versorgungseinrichtung sogar bis zu einer Milliarde Euro betragen.

Das entspreche fast der Hälfte des Anlagevermögens von 2,2 Milliarden Euro. Das tatsächliche Ausmaß der Verluste aller Beteiligungen werde „voraussichtlich im ersten Quartal 2026 feststehen“, wird die VZB von Capital zitiert.

In die Schlagzeilen waren die Berliner bereits am Jahresanfang gekommen. Damals ging die Element Insurance AG, in die die Zahnärzteversorgung erheblich investiert hatte, in die Insolvenz (27.1.2025). Danach wurden noch andere Beteiligungen als notleidend bekannt.

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Den versicherten Zahnärzten drohen Einschnitte

Würde sich der Abschreibungsbedarf von einer Milliarde Euro bestätigen, so wären das bei 10.000 Mitgliedern für die einzelnen versicherten Zahnärzte durchschnittlich jeweils 100.000 Euro. Die fehlen für Leistungen im Alter, bei Tod und Invalidität. Bereits im Sommer warnte die VZB, dass Einschnitte bei Rentenansprüchen und höhere Beiträge nicht ausgeschlossen seien.

Mitteilungen über die Höhe der Anwartschaften werden derzeit nicht verschickt. Und auch der für das vierte Quartal angekündigte Geschäftsbericht 2024 liegt offenbar nicht vor.

Für den 29. November lädt das Versorgungswerk zu seiner ordentlichen Vertreterversammlung ein. Was dort auf den Tisch kommen soll, wird noch nicht verraten. In der Einladung steht nur: „Die Tagesordnung wird in Kürze bereitgestellt“.

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Geschäftsbericht · Invalidität · Versorgungswerk · Zahnärzte
 
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