Gewinner und Verlierer unter den privaten Krankenversicherern

15.9.2021 – Im Geschäftsjahr 2020 baute die Branche die Beitragseinnahmen um 4,5 Prozent aus. Bei den einzelnen Gesellschaften hatte laut aktuellem Map-Report nur ein Anbieter Einbußen. Sechs Akteure legten mindestens doppelt so stark zu wie der Markt – in der Spitze um 158 Prozent. (Bild: Wichert)

Die privaten Krankenversicherer (PKV) haben ihre Beitragseinnahmen im vergangenen Jahr um 4,5 Prozent auf annähernd 42,7 Milliarden Euro gesteigert. Dies ist dem Map-Report Nummer 920 – „Bilanzrating private Krankenversicherung 2020“ zu entnehmen.

Ottonova mit dem relativ stärksten Wachstum

Von den 37 untersuchten Gesellschaften baute im Berichtsjahr weit über die Hälfte das Prämienvolumen markt-überdurchschnittlich aus. Dabei wuchsen sechs (Vorjahre: fünf; elf) Anbieter mindestens doppelt so stark wie die Branche (VersicherungsJournal 1.9.2020, 5.8.2019).

Spitzenreiter war erneut die 2017 gegründete Ottonova Krankenversicherung AG (23.6.2017). Sie steigerte 2020 gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr die verdienten Bruttobeiträge um knapp 158 Prozent auf 9,0 Millionen Euro.

Ein Plus von etwa 40 Prozent auf 29 Millionen Euro hatte die Vigo Krankenversicherung VVaG zu verzeichnen. Nach Unternehmensangaben resultierte die starke Zunahme „insbesondere aus der Überleitung von Tarifbeständen der AOK Rheinland/Hamburg im Bereich Zahn, Stationär und Ausland, die dort unter der Bezeichnung Wahltarife geführt wurden“. Hintergrund ist ein Urteil des Bundessozialgerichts vom 30. Juli 2019 (B 1 KR 34/18 RM; 1.8.2019).

Zuwächse von jeweils um die zehn Prozent erzielten die Concordia Krankenversicherungs-AG (auf 75,8 Millionen Euro), die Nürnberger Krankenversicherung AG (auf rund 253 Millionen Euro), die Arag Krankenversicherungs-AG (auf 430 Millionen Euro) und die Provinzial Krankenversicherung Hannover AG (auf 85 Millionen Euro).

Ein Anbieter mit schrumpfenden Einnahmen

Ein Unternehmen hatte im Vergleich zu 2019 sinkende Beitragseinnahmen zu verzeichnen. Die Hansemerkur Krankenversicherung a.G., die Dachgesellschaft der Versicherungsgruppe, büßte erneut zwei Prozent (auf rund 49 Millionen Euro) ein.

Deutlich markt-unterdurchschnittlich legten die DKV Deutsche Krankenversicherung AG (plus 1,7 Prozent auf 4.986 Millionen Euro) und die Hansemerkur Speziale Krankenversicherung AG (plus 2,1 Prozent auf 168 Millionen Euro) zu. Letztere ist hauptsächlich im Kooperationsgeschäft mit der Optikerkette Fielmann tätig.

Ebenfalls unter dem Marktschnitt wuchsen die Landeskrankenhilfe V.V.a.G. (LKH; plus 2,2 Prozent auf 871 Millionen Euro) und die Gothaer Krankenversicherung AG (plus 2,7 Prozent auf 889 Millionen Euro).

Wachstumsgewinner und Verlierer (Bild: Wichert)

Debeka steigerte die Einnahmen absolut am stärksten

In absoluten Zahlen steigerte die Branche das Prämienvolumen im Vergleich zu 2019 um fast 1.844 Millionen Euro. Davon entfiel mit 315 Millionen Euro über ein Sechstel auf den Debeka Krankenversicherungs-Verein a.G.

Vier weitere Anbieter wuchsen im dreistelligen Millionenbereich. Die Axa Krankenversicherung AG und die Allianz Private Krankenversicherungs-AG leiteten mit mehr als 171 beziehungsweise 161 Millionen Euro jeweils in etwa ein Elftel des absoluten Branchenwachstums in ihre Kassen.

Um jeweils rund 125 Millionen Euro steigerten die Signal Iduna Krankenversicherung a.G. und die Bayerische Beamtenkrankenkasse AG ihre Einnahmen.

Wachstumsgewinner absolut (Bild: Wichert)

Bezugshinweis und weitere Studieninhalte

Der Map-Report Nummer 920 – „Bilanzrating private Krankenversicherung 2020“ ist bei der Franke und Bornberg Research GmbH erschienen.

Er enthält auf 129 Seiten neben den detaillierten Ratingergebnissen (8.9.2021) auch Übersichten zu insgesamt mehr als zwei Dutzend Bilanzkennzahlen (Geschäftsjahr 2020) von bis zu 35 Anbietern. Hierzu gehören unter anderem die portierten Alterungsrückstellungen, die Rückschlüsse auf die Umdeckungsaktivitäten zulassen (13.9.2021).

Das Heft bietet auch Einzelübersichten mit acht ausgewählten Kennzahlen in der Zeitreihe von 2009 bis 2020 zu 28 Gesellschaften. Es ist als E-Paper ab 305 Euro netto über die Bestellseite von Franke und Bornberg erhältlich.

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