Für „Eberhard“ muss die Assekuranz tief in die Tasche greifen

12.3.2019 – Am Sonntag fegte das Sturmtief „Eberhard“ über die Mitte und den Süden Deutschlands, zog eine Schneise der Verwüstung hinter sich und forderte mindestens ein Todesopfer. Die Aktuare von Meyerthole Siems Kohlruss schätzen den versicherten Sachschaden auf 600 Millionen Euro, der Makler Aon sogar auf 700 bis 800 Millionen Euro.

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Im ersten Märzdrittel haben gleich zwei schwere Sturmereignisse in Deutschland jeweils versicherte Schäden in dreistelliger Millionenhöhe verursacht.

„Bennet“ verursacht rund 200 Millionen Euro Schaden

Am Rosenmontag (4. März) zog das Sturmtief „Bennet“ von Frankreich über die Beneluxländer nach Deutschland. Hier verursachte er laut der Meyerthole Siems Kohlruss Gesellschaft für aktuarielle Beratung mbH (MSK) die größten Schäden.

Das Unwetter war auf einer weiten Fläche aktiv und wehte mit Windgeschwindigkeiten von in der Spitze über 100 km/h über die Bundesrepublik. Da erst ab solchen Werten signifikante Schäden entstünden, hält MSK die Auswirkungen für „insgesamt überschaubar“.

Die Gesellschaft schätzt den versicherten Schaden für die Sachversicherer auf rund 200 Millionen Euro (VersicherungsJournal Medienspiegel 7.3.2019).

Schätzungsweise bis zu 800 Millionen Euro versicherter Schaden

Deutlich tiefer muss die deutsche Assekuranz offenbar für das das Sturmtief „Eberhard“, das am 10. März über weite Teile Deutschlands zog, in die Tasche greifen. Aon Benfield, ein Geschäftsbereich der Aon Versicherungsmakler Deutschland GmbH, schätzt den versicherten Schaden auf 700 bis 800 Millionen Euro. Die Schätzung basiert auf der sogenannten „Automated Event Response“ (AER).

Dahinter verbirgt sich „die kontinuierliche Sturmmodellierung von Versicherungsbeständen auf Basis der aktuell verfügbaren Wetterinformationen inklusive der Prognose für die nächsten 72 Stunden von Impact Forecasting“, heißt es in einer Pressemitteilung. Bei Impact Forecasting handelt es sich um das Katastrophenmodell-Entwicklungsteam von Aon.

Etwas niedriger – nämlich auf etwa 600 Millionen Euro – schätzt Meyerthole Siems Kohlruss den versicherten Sachschaden durch „Eberhard“. Damit liege dieses Sturmereignis „in einem Bereich, wo ein Teil des Schadens von Rückversicherern übernommen wird“, erläutert MSK.

Bei „Eberhard“ hat nach Angaben der aktuariellen Beratungsgesellschaft mehr als jede vierte Wetterstation Böengeschwindigkeiten von 100 km/h und mehr gemessen. Bei „Bennet“ sei dies nur bei etwa jeder zehnten Station der Fall gewesen.

Sturm Eberhard (Bild: MSK)

Mindestens ein Todesopfer

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD), einer Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), waren von „Eberhard“ vor allem die Mitte und der Süden Deutschlands betroffen.

In einem Streifen von Nordrhein-Westfalen über Hessen, Thüringen bis nach Sachsen sind demnach sogar einzelne Orkanböen aufgetreten. Die Spitzen-Geschwindigkeiten wurden gemessen auf dem Feldberg im Schwarzwald mit 164 km/h, dem Brocken im Harz mit 153 km/h und dem Großen Arber im Bayerischen Wald mit 145 km/h.

Wegen umgestürzter Bäume mussten in den betroffenen Gebieten zahlreiche Straßen und Autobahnen gesperrt werden. In Nordrhein-Westfalen wurde der Bahnverkehr ab dem Nachmittag sogar komplett eingestellt. Das Sturmtief forderte mindestens ein Todesopfer.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Aktuar · Elementarschaden · Katastrophen · Unwetter · Versicherungsmakler
 
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