Fünf private Krankenversicherer mit der Bestnote

8.10.2021 – Ascore hat in seinem aktualisierten PKV-Unternehmens-Scoring an fünf Unternehmen die Höchstnote „sechs Kompasse“ vergeben. Hierzu gehören wie im Vorjahr die Hallesche, der LVM, die R+V, die Signal Iduna und die Universa. Die Arag ist aus der Spitzengruppe herausgefallen. Bewertet wurden 17 Bilanz- und Solvabilitätskennzahlen, bis auf wenige Ausnahmen im Schnitt der Jahre 2018 bis 2020.

Die Ascore das Scoring GmbH hat Anfang Oktober die aktuelle Auflage ihres PKV-Unternehmens-Scorings veröffentlicht. Bei dem Scoringverfahren wird für jedes Kriterium, bei dem eine selbst definierte Benchmark inklusive Toleranz erfüllt ist, ein Punkt vergeben.

17 bewertungsrelevante Kennzahlen

Wird diese Vorgabe nicht erreicht, aber die Messlatte mit doppelter Toleranz, so gibt es einen halben Punkt. Wird die Messlatte verfehlt, gibt es keine Punkte. Das Unterschreiten einer Benchmark kann auch nicht durch ein Übererfüllen eines anderen Kriteriums kompensiert werden.

Ausgewertet wurden Kennzahlen der 32 betrachteten Gesellschaften der privaten Krankenversicherung (PKV) aus den Geschäfts- beziehungsweise SFCR-Berichten 2018 bis 2020. Für die Bewertung wurden daraus 17 Kennzahlen (bis auf wenige Ausnahmen im Dreijahresschnitt) aus den Bereichen Erfahrung, Sicherheit, Erfolg und Bestand herangezogen.

Weitere Kennzahlen „außer Konkurrenz“

Gegenüber dem Scoring vom Vorjahr wurden die Benchmarks aktualisiert und einige Änderungen am Bewertungsraster vorgenommen. So wurde unter anderem das Score-Kriterium „Eigenkapitalquote“ durch „Sicherheitsmittelquote“ ersetzt. Zum Hintergrund teilen die Analysten mit, dass bei einigen der bewerteten Gesellschaften mit der Rechtsform AG Beherrschungs- und/ oder Gewinnabführungs-Verträge mit den Mutterunternehmen beständen.

„Hier kommt es vor, dass eine sehr geringe Eigenkapitalquote in der bewerteten Gesellschaft und gleichzeitig eine Verpflichtung zur Verlustübernahme der Muttergesellschaft vorliegen. Solange das Mutterunternehmen selbst eine gute Eigenkapitalausstattung aufweist, lässt sich aus dieser Situation keine verringerte Sicherheit im bewerteten Unternehmen ableiten“, wird erläutert.

Im Unterschied dazu umfasse die Sicherheitsmittelquote auch weitere Sicherheitsmittel wie Bewertungsreserven und freie Rückstellung der Beitragsrückerstattung. „Diese werden im Verhältnis zur Alterungsrückstellung betrachtet. Die Sicherheitsmittelquote gibt also an, wie viel dieser Mittel im Verhältnis zur Höhe der eingegangenen Verpflichtungen im bewerteten Unternehmen vorhanden sind“, heißt es weiter.

Ascore Analyse PKV-Unternehmens-Scoring

Kriterien

Benchmark inklusive Toleranz

Benchmark inklusive doppelter Toleranz

Erfahrung 



Verdiente Bruttobeiträge in Euro

350 Mio.

300 Mio.

Sicherheit



Sicherheitsmittelquote (3-Jahres-Durchschnitt, in Prozent)

24,53

19,86

RfB-Quote nach Art der Leben (3-Jahres-Durchschnitt, in Prozent)

41,45

32,44

RfB-Zuführungsquote nach Art der Leben (3-Jahres-Durchschnitt, in Prozent)

11,98

9,91

Zuführungsquote für Versicherte ab 65 (3-Jahres-Durchschnitt, in Prozent)

1,13

0,52

Bewertungsreservequote (3-Jahres-Durchschnitt, in Prozent)

13,32

10,42

Solvabilitätsquote II mit Volatilitätsanpassung (sofern vorhanden, 3-Jahres-Durchschnitt, in Prozent)

415,0

310,0

Erfolg



Modifizierte versicherungs-geschäftliche Ergebnisquote (VEQ) (3-Jahres-Durchschnitt, in Prozent)

13,28

10,96

Barausschüttungsquote, (3-Jahres-Durchschnitt, in Prozent)

27,31

17,75

Abschlusskostenquote, (3-Jahres-Durchschnitt, in Prozent)

6,74

8,44

Verwaltungskostenquote, (3-Jahres-Durchschnitt, in Prozent)

2,44

2,90

Modifizierte Nettoverzinsung (3-Jahres-Durchschnitt, in Prozent)

2,79

2,51

Differenz laufende Durchschnittsverzinsung zum Rechnungszins (3-Jahres-Durchschnitt, in Prozent)

0,04

-0,12

Bestand



Veränderung des verdienten Bruttobeitrags im Bestand (3-Jahres-Durchschnitt)

1.002,85

575,59

Veränderung versicherte Personen im Bestand (3-Jahres-Durchschnitt)

17,71

0,92

Veränderung vollversicherte Personen im Bestand (3-Jahres-Durchschnitt)

-3,01

-8,91

Schadenquote (3-Jahres-Durchschnitt, in Prozent)

76,39

78,74

Neben den für das Ergebnis der Bewertung maßgeblichen Faktoren werden im Rahmen des Vergleichs zahlreiche weitere Kennzahlen „außer Konkurrenz“ mitgeliefert.

Fünf PKV-Anbieter mit der Höchstnote

Die Punktzahlen wurden schließlich in „Kompasse“ umgerechnet. Auf das höchste Ergebnis von sechs dieser Richtungsanzeiger kamen fünf Unternehmen:

Zehn (Vorjahr: zwölf) weitere Testteilnehmer erhielten fünf (vier) „Kompasse“. An vier Anbieter wurden drei Richtungsanzeiger vergeben. Zwei Kompasse erhielt wie im Vorjahr (VersicherungsJournal 9.10.2020) nur die Versicherer im Raum der Kirchen Krankenversicherung AG.

Notenverteilung (Bild: Wichert)

Fünf Veränderungen

Bei insgesamt fünf Marktteilnehmern gab es Veränderungen um jeweils eine Bewertungsstufe. Verschlechtert haben sich die Arag Krankenversicherungs-AG (jetzt fünf Kompasse) und die Württembergische Krankenversicherung AG (jetzt vier).

Verbessert haben sich hingegen die Gothaer Krankenversicherung AG (auf fünf Kompasse) sowie die Bayerische Beamtenkrankenkasse AG und die Ergo Krankenversicherung AG (jeweils auf vier).

Die Liste aller bewerteten Unternehmen und deren Score-Wert bietet Ascore auf seiner Rechnerseite an. Die Detailergebnisse der einzelnen Unternehmen werden kostenpflichtig herausgegeben.

Überblick zur Marktentwicklung

Zu den Veränderungen des Marktes im Vergleich zum Vorjahr merkt das Analysehaus an, dass die Anzahl der versicherten Personen – getragen von den Zusatzpolicen – erneut leicht gestiegen sei. Erhöht habe sich auch die Sicherheitsmittelquote (plus 1,2 Prozentpunkte auf 16,1 Prozent). Dies lasse sich durch ein Wachstum der Bewertungsreserven im Verhältnis zu Kapitalanlagen von 17,2 auf 18,7 Prozent erklären.

Rückgänge habe es hingegen bei den Solvencyquoten sowie bei der RfB-Quote (nach Art der Leben) gegeben. Letztere habe sich trotz der auf Vorjahresniveau gebliebenen RfB-Zuführungsquote von 38,4 auf 35,5 Prozent vermindert.

„Während im letzten Ratingjahrgang eine positive Veränderung auf der Seite des Kapitalanlage-Ergebnisses und eine Senkung auf der Beitragsseite bei der versicherungs-geschäftlichen Ergebnisquote zu beobachten war, ist die Situation im aktuellen Jahrgang umgekehrt“, so die Analysten.

Die Nettoverzinsung im Geschäftsjahr 2020 liegt bei 2,8 (3,2) Prozent, die versicherungs-geschäftliche Ergebnisquote bei 13,1 (11,6) Prozent. Auf Dreijahressicht betrachtet ist die Nettoverzinsung von 3,2 auf 3,0 Prozent und die versicherungs-geschäftliche Ergebnisquote von 13,0 auf 12,6 Prozent gesunken. Reduziert habe sich auch die Rohergebnisquote (von 11,9 auf 11,2 Prozent).

 
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