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Finanzstärke: Immense Differenzen bei den großen LV-Anbietern

19.6.2020 – Im aktuellen Map-Report wurden die Lebensversicherer einer Analyse der Solvabilitätsquoten nach dem Aufsichtsregime Solvency-II unterzogen. Die Spannbreite der SCR-Bedeckungsquoten (mit und ohne Übergangsmaßnahmen) unter den Marktgrößen ist gewaltig. Sie reicht etwa bei der „nackten“ Quote von 67,8 Prozent (Debeka) bis 441,2 Prozent (R+V AG). Fast alle der 17 größten Anbieter haben eine der für den Übergang vorgesehenen Hilfsmaßnahmen in Anspruch genommen.

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Zum Stichtag 2. Juni mussten alle deutschen Versicherungs-Unternehmen im Rahmen des Aufsichtsregimes Solvency II ihren sogenannten SFCR-Bericht auf ihrer Internetseite veröffentlichen.

Übersichten der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH (VersicherungsJournal 9.4.2020) sowie der Policen Direkt Versicherungs-Vermittlung GmbH (23.4.2020) hatten marktweit eine deutliche Absenkung von etwa einem Zehntel gezeigt.

SCR-Quoten der Lebensversicherer im Vergleich

Wie hoch beziehungsweise niedrig die Solvenzquoten (Verhältnis von anrechnungsfähigen Eigenmitteln zur SCR in Prozent) der rund 80 deutschen Lebensversicherungs-Unternehmen sind, zeigt auch der am Mittwoch erschienene Map-Report Nummer 915 – „Solvabilität im Vergleich 2010 bis 2019“.

Dabei wurden die Kennzahlen sowohl mit als auch ohne Hilfsmaßnahmen (Zins- oder Rückstellungs-Transitional und Volatilitätsanpassung) berechnet.

Insgesamt verwendeten den Daten der Analysten zufolge 51 Gesellschaften die Volatilitätsanpassung und die Übergangsmaßnahmen für versicherungstechnische Rückstellungen. Acht Gesellschaften machten ausschließlich von der Volatilitätsanpassung Gebrauch und ein Lebensversicherer von der Übergangsmaßnahme für risikofreie Zinssätze.

Die vorgenannten Maßnahmen machen einen Vergleich schwierig, wie Map-Report-Chefredakteur Reinhard Klages bereits in der Vergangenheit gegenüber der Redaktion erläutert hatte (12.6.2018). Erschwerend kommt laut Klages hinzu, dass die Unternehmen neben der Standardformel auch ein sogenanntes internes Modell anwenden können. Sieben Anbieter haben ein partielles internes und drei Versicherer ein vollständig internes Modell verwendet.

Werte streuen immens

Die „nackten“ Quoten – also ohne oben genannte Hilfen – streuen allein unter den 17 größten Gesellschaften mit mehr als 1,5 Milliarden Euro verdienten Bruttobeiträgen 2019 immens. Sie liegen zwischen 441 Prozent (R+V Lebensversicherung AG) und knapp 68 Prozent (Debeka Lebensversicherungs-Verein a.G.).

Deutlich über dem Branchenschnitt von 249,1 (2018: 269,6) Prozent liegen die Alte Leipziger Lebensversicherung a.G., die Nürnberger Lebensversicherung AG, die Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG, die Provinzial Nordwest Lebensversicherung AG sowie die Aachenmünchener Lebensversicherung AG. Die Quoten liegen zwischen 377 und 316 Prozent.

Für Marktführer Allianz Lebensversicherungs-AG wird ein leicht unterdurchschnittlicher Wert von knapp 218 Prozent ausgewiesen. Neben der Debeka blieb von den Marktgrößen nur noch die Ergo Lebensversicherung AG unter der Marke von 100 Prozent. Knapp darüber liegt die HDI Lebensversicherung AG.

Quoten der Markgrößen (Bild: Wichert)

Plus und Minus bei Branchengrößen

Bei drei Branchengrößen fiel die SCR-Quote höher aus als im Vorjahr – und dies zum Teil sogar sehr deutlich. So legte der Wert der in Proxalto Lebensversicherung AG umfirmierten ehemaligen Generali Leben (1.7.2019) um über 40 Prozent zu.

Eine Steigerung von immerhin über einem Drittel ist bei der Württembergische Lebensversicherung AG zu beobachten. Ansonsten kommt nur noch die Alte Leipziger auf eine höhere als im Vorjahr.

Auf der anderen Seiten hat die Cosmos Lebensversicherungs-AG über die Hälfte ihrer Quote eingebüßt. Bei der Debeka und der Allianz betrug das Minus knapp über beziehungsweise unter ein Drittel.

Veränderungsraten (Bild: Wichert)

Mit Hilfen erheblich höhere Quoten

Mit Volatilitätsanpassung, die unter den Marktgrößen nur die Alte Leipziger, die Nürnberger und die R+V AG nicht genutzt haben, liegen die Quoten zwischen 549 Prozent (Aachenmünchener) und 79 Prozent (Debeka).

Das Rückstellungs-Transitional nahm fast zwei Drittel der Marktgrößen in Anspruch. Die Nürnberger kommt auf den höchsten Wert (493 Prozent). Dahinter folgen die Bayern-Versicherung, die SV Sparkassenversicherung Lebensversicherung AG und die Provinzial Nordwest mit Quoten zwischen 486 und 470 Prozent.

Auch die Württembergische (432 Prozent) und die Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG (372 Prozent) bleiben über dem Marktdurchschnitt von 371 Prozent.

Knapp darunter liegen die Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G. (359 Prozent), die Ergo (345 Prozent) und die Proxalto (331 Prozent). Vergleichsweise niedrige Werte werden für die Debeka (257 Prozent) und den HDI (220 Prozent) ausgewiesen.

Weitere Studiendetails

Der 93-seitige Map-Report Nummer 915 – „Solvabilität im Vergleich 2010 bis 2019“ ist bei der Franke und Bornberg Research GmbH erschienen. Er enthält neben Übersichten zu den Bedeckungsquoten von 81 Lebens- und 37 privaten Krankenversicherern auch Übersichten zu den Beitragseinnahmen.

Das Heft kann als E-Paper ab 363 Euro über die Bestellseite von Franke und Bornberg erworben werden.

Leserbriefe zum Artikel:

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Schlagwörter zu diesem Artikel
Geschäftsbericht · Lebensversicherung · Mapreport · Rating · Solvabilität · Versicherungsvermittlung
 
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