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Dies sind die häufigsten BU-Ursachen

15.5.2020 – In annähernd jedem dritten Fall sind psychische und Nervenerkrankungen Ursache für Leistungsfälle zur Berufsunfähigkeit (BU) in der privaten Versicherungswirtschaft. Im Vergleich zu 2008 ist ein kräftiger Anstieg festzustellen. Rückläufig sind bei den Leistungsauslösern hingegen die Anteile von Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates sowie des Herzens und des Gefäßsystems. Dies zeigen aktuelle Daten des Analysehauses Morgen & Morgen.

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Nervenerkrankungen, wozu auch psychische Erkrankungen wie Burn-out, Angststörungen oder Depressionen zählen, sind die häufigste Ursache für Leistungsfälle in der Berufsunfähigkeits- (BU-) Versicherung. Im Geschäftsjahr 2018 war fast jeder dritte BU-Fall auf eine solche Erkrankung zurückzuführen.

Dies hat das Analysehaus Morgen & Morgen GmbH (M&M) im Rahmen der Veröffentlichung des aktuellen Jahrgangs des „M&M Rating Berufsunfähigkeit“ bekannt gegeben (VersicherungsJournal 14.5.2020).

Zu ähnlichen Ergebnissen ist übrigens auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) auf Basis von verschiedenen Teilerhebungen unter seinen Mitgliedsunternehmen gekommen. (22.4.2020, 7.6.2019, 30.11.2018, 29.3.2018).

Nur jede zwölfte Berufsunfähigkeit wird durch Unfälle verursacht

An zweiter Stelle liegen den M&M-Daten zufolge Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates. Auf ihr Konto geht annähernd jeder fünfte BU-Fall. Fast ein Sechstel ist auf Krebs und andere bösartige Geschwulste zurückzuführen.

Unfälle sind nur in etwa jedem zwölften Leistungsfall Grund für die Berufsunfähigkeit, Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems nicht einmal in jedem 14. Fall. Sonstige Erkrankungen machen das verbleibende knappe Sechstel aus.

Häufigste BU-Ursachen (Bild: Wichert)

Ursache Psyche im jüngeren und mittleren Alter tendenziell häufiger

Das Analysehaus hat die BU-Ursachen auch nach Altersklassen aufgeschlüsselt (bis 40 Jahre, 41 bis 50 Jahre sowie ab 51 Jahre). Demnach kommen psychische Erkrankungen in jüngeren und mittleren Jahren tendenziell häufiger vor als in der Altersgruppe ab 51 Jahren. Dies war vor fünf Jahren noch genau andersherum gewesen (17.4.2015).

Mit dem zunehmenden Alter nimmt auch der Anteil von Unfällen als BU-Ursache deutlich ab. Er liegt bei den Bis-40-Jährigen fast drei Mal so hoch wie bei den Betroffenen ab 51 Jahren. Genau umgekehrt verhält es sich bei Krebs und anderen bösartigen Geschwülsten. Diese sind in der Altersgruppe ab 41 Jahre signifikant häufiger Leistungsauslöser als bei den Jüngeren.

Auch Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates treten mit steigendem Alter tendenziell häufiger als Grund für eine Berufsunfähigkeit auf. Wenig überraschend ist diese Tendenz besonders deutlich auch bei Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems zu beobachten.

BU-Ursachen nach Altersklassen (Bild: M&M)
 (Bild: Morgen & Morgen)

Starke Zunahme der psychischen und Nervenerkrankungen

Betrachtet man die zeitliche Entwicklung bei den BU-Ursachen, sind einige auffällige Veränderungen zu beobachten. Zunächst ist über die Zeit eine fast kontinuierliche Zunahme beim Anteil von Nerven- und psychischen Erkrankungen festzustellen. Er ist von knapp einem Viertel im Jahr 2008 um etwa 40 Prozent auf einen neuen Höchststand von aktuell fast einem Drittel gestiegen.

Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates, die 2008 noch die häufigste BU-Ursache darstellten, haben im Betrachtungszeitraum anteilsmäßig um fast fünf Prozentpunkte verloren und liegen seit 2010 nur noch auf dem zweiten Platz.

BU-Ursachen in der Zeitreihe (Bild: Wichert)

Um über ein Drittel abgenommen hat der Anteil der Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems bei den Gründen für eine Berufsunfähigkeit. Auch der Anteil der Unfälle ist auf lange Sicht gesehen rückläufig (minus zwei Prozentpunkte im Vergleich zu 2008).

Bei den sonstigen Erkrankungen sowie Krebs und anderen bösartigen Geschwülsten gab es nur leichte Schwankungen. Deren Anteile lagen relativ konstant in einem Korridor zwischen gut 14 und gut 17 Prozent.

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Berufsunfähigkeit · Rating
 
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