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Die (un)rentabelsten Hausratversicherer

23.11.2020 – Der Versicherungszweig Hausrat war auch im vergangenen Jahr ausnahmslos für die 50 größten Anbieter profitabel. Alle erzielten eine Combined Ratio von zum Teil deutlich unter 100 Prozent. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2013-2018: Hausratversicherung“. Auf den mit Abstand niedrigsten Wert kam die WGV, auf die höchsten die Janitos und die VPV.

Die verbundene Hausratversicherung gehört zu den ertragsreichsten Versicherungszweigen in der Schaden-/ Unfallversicherung. Im vergangen Jahr haben die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Versicherer mehr als 27 Cent Gewinn pro Beitragseuro geschrieben.

Dabei ist die Combined Ratio (nach Abwicklung, in Relation zu den verdienten Bruttobeiträgen im inländischen Direktgeschäft) zum sechsten Mal in Folge gesunken – auf den aktuell niedrigsten Wert seit 2002.

Seit 2002 immer schwarze Zahlen

Eine Quote von unter 75 Prozent gab es im Betrachtungszeitraum nur zwei Mal zuvor, und zwar im Vorjahr (VersicherungsJournal 7.11.2019) und 2008. Im Jahr 2002 machten die Hausratversicherer hingegen nur drei Cent Gewinn.

Entwicklung Combined Ratio (Bild: Wichert)

Letzteres ist auf „die extremen Sturm- und Überschwemmungs-Ereignisse des Katastrophenjahres 2002“ zurückzuführen, schrieb der Versichererverband seinerzeit in seinem Jahrbuch 2003. In der Hausratversicherung war der Schadenaufwand damals um fast ein Fünftel auf knapp 1,5 Milliarden Euro gestiegen. Die Zahl der Schäden erhöhte sich sogar um über ein Viertel auf fast 1,75 Millionen.

Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hat die Branche weniger als 1,24 Milliarden Euro für etwa 870.000 Ereignisse bezahlt. 2018 waren es noch gut 1,27 Milliarden Euro für rund 943.000 Schäden.

Alle 50 größten Versicherer in der Gewinnzone

Auf Ebene der einzelnen Gesellschaften betrachtet, wird die Profitabilität dieses Versicherungszweiges ersichtlich. Dies zeigt der jüngst veröffentlichte „Branchenmonitor 2014-2019: Hausratversicherung“.

Dieser wird von der V.E.R.S. Leipzig GmbH in Kooperation mit der Sirius Campus GmbH durchgeführt und erfasst zahlreiche Kennzahlen der 50 größten Marktteilnehmer in dieser Sparte mit rund 90 Prozent Marktanteil.

Der Publikation zufolge konnten 2019, wie in den drei Jahr zuvor (7.11.2018, 15.11.2017), alle aufgelisteten Unternehmen einen versicherungs-technischen Gewinn in der Sparte Hausrat erzielen. Im Jahr davor war das einem Anbieter nicht gelungen (12.12.2016). Allerdings erhöhte sich die Zahl der Akteure mit Combined Ratios von über 90 Prozent im Berichtsjahr von zwei auf fünf.

Janitos und VPV mit den höchsten Combined Ratios

Auf die höchste kombinierte Schaden-Kosten-Quote (92,2 Prozent) kommt die Janitos Versicherung AG. Auf ähnlichem Niveau hatte das Unternehmen auch in den Jahren 2015 bis 2017 gelegen.

Die Heidelberger weisen mit 50,2 Prozent die vierthöchste Schadenquote auf und belegen bei der Betriebskostenquote mit 42 Prozent Position 40. Bei den Quoten werden die jeweiligen Aufwendungen (brutto direkt) ins Verhältnis zu den verdienten Bruttoprämien (direkt) gesetzt.

Mit einer Combined Ratio von 91,9 Prozent schnitt die VPV Allgemeine Versicherungs-AG nur unwesentlich besser ab als die Janitos. Diese Zahl setzt sich aus der zweithöchsten Betriebskostenquote (52,2 Prozent) und einer Schadenquote von 39,6 Prozent (Rang 34) zusammen.

Verschlechterung um über zehn Prozentpunkte

Bei beiden Unternehmen verschlechterte sich die Combined um über zehn Prozentpunkte, was fast ausschließlich auf die in etwa gleichem Maße gestiegene Schadenquote zurückzuführen ist. Beide Werte waren bei der Janitos in den Jahren 2014 bis 2017 zum Teil deutlich höher ausgefallen.

Die VPV konnte die Schadenquote zuvor vier Mal in Folge senken und lag zuletzt zehn Prozentpunkte unter dem 2014er-Wert. Hinsichtlich der kombinierten Schaden-Koste-Quote war das Unternehmen im Jahr 2019 auf dem Niveau der Jahre 2014 bis 2017, als der Wert ohne größere Schwankungen zwischen knapp 90 und knapp 92 Prozent lag.

Weitere Anbieter mit vergleichsweise hohen Quoten

Bei der Dialog Versicherung AG ergeben die fünfthöchste Schadenquote von rund 47 Prozent und die sechsthöchste Betriebskostenquote von gut 44 Prozent eine Combined Ration von 91,3 Prozent. In der neu gegründeten Gesellschaft hat die Generali Deutschland AG das Geschäft über Makler und unabhängige Vertriebe gebündelt (25.10.2018, 23.10.2018).

Kombinierte Schaden-Kosten-Quoten von über 90 Prozent werfen sonst nur noch die Rhion Versicherung AG und die Arag Allgemeine Versicherungs-AG aus. Die Arag gehört mit einer leicht gesunkenen Betriebskostenquote von über 45 Prozent weiterhin zu den vier teuersten Anbietern. Bei der Schadenquote landete das Unternehmen mit ebenfalls über 45 Prozent an 43. Stelle.

Bei der Rhion stand der höchsten Schadenquote von gut 54 Prozent ein 22. Rang bei der Betriebskostenquote (circa 36 Prozent) gegenüber.

Unrentabelste Versicherer (Bild: Wichert)

Die profitabelsten Hausratversicherer

Auf den ersten beiden Positionen der Rangliste finden sich neuerdings die WGV-Versicherung AG und die Landschaftliche Brandkasse Hannover (VGH) mit Combined Ratios von unter 50 Prozent wieder. Beide machten einen Platz gut, da der Vorjahres-Spitzenreiter, die Cosmos Versicherung AG, mit einer leicht auf über 50 Prozent gestiegenen Quote auf den dritten Platz zurückfiel.

Die Ränge vier und fünf belegen in umgekehrter Reihenfolge zum Vorjahr die Provinzial Rheinland Versicherung AG und die Huk24 AG. Dahinter folgen die Westfälische Provinzial Versicherung AG (von sieben auf sechs), die Itzehoer Versicherung/Brandgilde von 1691 VVaG (von elf auf sieben), die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G. (von sechs auf acht) und der Versicherer im Raum der Kirchen Sachversicherung AG (VRK, von 13 auf neun).

Rentabelste Versicherer (Bild: Wichert)

Unterdurchschnittliche Betriebskosten- und Schadenquoten

Die neun vorgenannten Anbieter weisen ausnahmslos unterdurchschnittliche Betriebskosten- und/oder Schadenquoten auf. Die Westfälische Provinzial und die Itzehoer gehören trotz ihrer recht hohen Betriebskostenquoten zu den profitabelsten Akteuren, weil sie äußerst niedrige Schadenquoten zu verzeichnen hatten.

Genau umgekehrt stellt sich die Situation bei den Huk-Gesellschaften dar. Diese verdanken ihr gutes Abschneiden in Sachen Rentabilität vor allem den niedrigen Betriebskostenquoten. Hinsichtlich der Schadenquoten landeten der Huk-Coburg Verein und die Huk24 nur an 40. und 41. Stelle.

Der „Branchenmonitor 2014-2019: Haftpflichtversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig sowie Daten zur Bestandskundenanalyse. Die knapp 100-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 783 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Clemens Wilde per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659265 bestellt werden.

 
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