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Die (un)profitabelsten Wohngebäudeversicherer

5.11.2019 – Deutlich weniger als die Hälfte der 50 größten Anbieter erzielte im vergangenen Jahr in der verbundenen Wohngebäudeversicherung eine kombinierte Schaden-Kosten-Quote von unter 100 Prozent. Dies zeigt der jüngst erschienene „Branchenmonitor 2013-2018: Wohngebäudeversicherung“. Auf den besten Wert kam erneut die WGV, auf den schlechtesten die Lippische.

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2018 sind die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Wohngebäudeversicherer nach zwei Gewinnjahren (VersicherungsJournal 15.3.2017, 31.1.2018) wieder in die versicherungstechnische Verlustzone abgerutscht (30.1.2019). Bereits von 2012 bis 2017 hatte die Branche zum Teil tiefrote Zahlen geschrieben.

Laut dem „Statistischen Taschenbuch der Versicherungswirtschaft 2019“ des GDV (21.8.2019) lag die Combined Ratio (nach Abwicklung, in Relation zu den verdienten Bruttobeiträgen im inländischen Direktgeschäft) im vergangenen Jahr bei 104,2 Prozent.

Das sind knapp zwei Prozentpunkte mehr als im Jahr davor und stellt zugleich den höchsten Wert seit 2014 dar. Zum Vergleich: 2007 und 2013 waren es jeweils mehr als 130 Prozent – und 2002 sogar über 140 Prozent.

Combined Ratio (Bild: Wichert)

Fast sechs von zehn Gesellschaften im negativen Bereich

Auf Ebene der einzelnen Gesellschaften betrachtet zeigt sich laut dem jüngst veröffentlichten „Branchenmonitor 2013-2018: Wohngebäudeversicherung“ hinsichtlich der Profitabilität ein äußerst durchwachsenes Bild.

Die Studie wird jährlich von der V.E.R.S. Leipzig GmbH in Kooperation mit der Sirius Campus GmbH durchgeführt. Sie enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 50 nach Beitragseinnahmen größten Anbieter in der verbundenen Wohngebäudeversicherung (VGV), die auf rund 94 Prozent Marktanteil kommen.

Insgesamt wird in dem Branchenmonitor für 28 Anbieter eine kombinierte Schaden-Kosten-Quote von über 100 Prozent für 2018 ausgewiesen. Im Jahr zuvor traf dies nur auf 22 Gesellschaften zu, im Jahr davor sogar nur auf elf Unternehmen (VersicherungsJournal 6.11.2017).

Lippische mit der höchsten Combined Ratio

Der höchste Wert wird mit fast 128 Prozent für die Lippische Landes-Brandversicherungs-Anstalt ausgewiesen. Für das laufende Jahr geht die Gesellschaft wieder von „guten“ versicherungs-technischen Ergebnissen aus, „sofern im Jahresverlauf keine außergewöhnlichen Ereignisse eintreten“, heißt es in dem Ende März verfassten Geschäftsbericht 2018 (PDF, 1,8 MB).

„Im Gegensatz zum Vorjahr wurde die Lippische zu Beginn des Jahres 2019 noch nicht von größeren Sturmereignissen getroffen, so dass die Schadenaufwendungen aktuell deutlich unter denen des Vorjahres liegen“, wird dort weiter aufgeführt.

Höchste Combined Ratio (Bild: Wichert)

Weitere Gesellschaften mit hohen Quoten

Vergleichsweise hohe kombinierte Schaden-Kosten-Quoten von jeweils über 120 Prozent hatten auch die Öffentliche Feuerversicherung Sachsen-Anhalt (Ösa), die Westfälische Provinzial Versicherung AG und die Nürnberger Allgemeine Versicherung AG zu verzeichnen.

Bei der Ösa stiegen die Schadenaufwendungen (brutto) nach einer regelrechten Explosion im Vorjahr (30.10.2018) um weitere zehn Prozent auf 22,4 Millionen Euro. Davon entfielen allein rund 8,8 Millionen Euro auf mehrere Kumulereignisse zu Jahresbeginn. Ein Großteil davon dürfte auf den Sturm „Friederike“ zurückgehen (19.1.2018, 24.1.2018). Insgesamt hatte das Unternehmen rund 21.850 Schäden in der Sparte zu regulieren.

Bei der Westfälischen Provinzial erhöhten sich die Brutto-Schadenaufwendungen infolge von „Friederike“ und weiteren Unwetterereignissen um satte 83 Prozent auf fast 356 Millionen Euro. Bei der Nürnberger nahmen die Aufwendungen aufgrund von Großschäden und verstärkten Regulierungskosten für Elementarereignisse um ein Sechstel auf 42,6 Millionen Euro zu.

Die profitabelsten Anbieter

Auf den niedrigsten Wert kommt erneut die WGV-Versicherung AG. Das Unternehmen aus Stuttgart lag nur leicht über der 60-Prozent-Marke. Mit großem Abstand dahinter folgen die Bayerische Landesbrandversicherung AG und die Huk24 AG mit Quoten von jeweils gut 81 Prozent.

Vergleichsweise niedrige Schaden-Kosten-Quoten zwischen 85 und 86 Prozent standen ferner für die Helvetia Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft AG, Direktion für Deutschland, die BGV-Versicherung AG und die SV Sparkassenversicherung Gebäudeversicherung AG zu Buche.

Niedrige Combined Ratio (Bild: Wichert)

Weitere Studiendetails

Der „Branchenmonitor 2013-2018: Wohngebäudeversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig Hausrat sowie Daten zur Bestandskundenanalyse.

Die knapp 100-seitige Studie kann als PDF-Version für 743,75 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Clemens Wilde per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659265 bestellt werden.

 
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