Die Rechtsschutzversicherer mit den höchsten Schadenquoten

19.1.2026 – Die Schadenaufwendungen der 25 größten Marktteilnehmer in Rechtsschutz nahmen 2024 um knapp fünf Prozent zu. Sieben von ihnen hatten dagegen Verminderungen von bis zu einem Fünftel (Württembergische) zu verzeichnen. Am stärksten nach oben ging es bei der Continentalen mit über einem Drittel. Die Schadenquoten lagen zwischen 45,7 (Württembergische) und 82,7 Prozent (Huk24). Das zeigt der „Branchenmonitor 2025: Rechtsschutzversicherung“ der V.E.R.S. Leipzig.

Die Schadenaufwendungen (nach Formblatt 2 RechVersV) der 25 umsatzstärksten Rechtsschutzversicherer sind 2024 um 4,6 Prozent auf über 3,3 Milliarden Euro gestiegen.

Dies zeigt der „Branchenmonitor 2025: Rechtsschutzversicherung“ der V.E.R.S. Leipzig GmbH. Darin werden zahlreiche Kennzahlen der 25 größten Akteure mit 98 Prozent Marktanteil dargestellt.

Sieben Rechtsschutzversicherer mit gesunkenem Aufwand

Entgegen dem Branchentrend sank der Schadenaufwand bei sieben Marktteilnehmern. Am stärksten nach unten zeigte die Kurve mit über einem Fünftel (auf 72 Millionen Euro) bei der Württembergischen Versicherung AG. Die Reduzierung fiel mehr als doppelt so stark aus wie ein Jahr zuvor (VersicherungsJournal 19.3.2025)

Bei der Concordia Versicherungsgesellschaft a.G. sank der Betrag um etwa ein Sechstel (auf 72 Millionen Euro). Eine zweistellige Verminderungsrate war ansonsten nur noch bei der WGV-Versicherung AG zu beobachten (auf 85 Millionen Euro).

Verminderungen (Bild: Wichert)
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Der Aufwand stieg bei der Continentalen am stärksten

Bei den übrigen knapp drei Vierteln der aufgelisteten Akteure nahm der Schadenaufwand zu, bei sechs von ihnen sogar im zweistelligen Prozentbereich. Die größte Steigerung war mit über einem Drittel bei der Continentalen Sachversicherung AG (auf über 26 Millionen Euro) zu beobachten.

Um jeweils ein knappes Siebtel wuchs der Aufwand bei der Arag SE (auf über 500 Millionen Euro) und bei der Huk-Coburg-Rechtsschutzversicherung AG (auf fast 215 Millionen Euro).

Zuwachsraten zwischen knapp zwölf und zehn Prozent gab es auch bei der R+V Allgemeinen Versicherung AG (auf 120 Millionen Euro), der Itzehoer Versicherung/Brandgilde von 1691 VVaG (auf 39 Millionen Euro) und der Landschaftlichen Brandkasse Hannover (VGH; auf über 36 Millionen Euro).

Steigerungen (Bild: Wichert)

Große Unterschiede beim Aufwand pro Vertrag

Die Schadenaufwendungen pro Versicherungsvertrag lagen zwischen 66,50 Euro (WGV) und 184,83 Euro (Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG). Über 170 Euro waren es bei der DMB Rechtsschutz-Versicherung AG und der Continentalen, rund 165 Euro bei der Concordia.

Während bei Letzterer die Kurve um ein Sechstel nach unten zeigte, ging es beim Roland und bei der DMB jeweils leicht und bei der Continentalen sogar um fast ein Drittel nach oben. Bei Letzterer stand dem stark gestiegenen Aufwand „nur“ ein Bestandsplus von 1,3 Prozent auf etwa 153.550 Verträge gegenüber.

Zu den Anbietern mit vergleichsweise niedrigen Werten gehören neben der WGV auch die ADAC Versicherung AG und die WGV mit 92,98 Euro sowie die Württembergische (83,18 Euro). Während der Wert bei der ADAC Versicherung um ein Neuntel anstieg, ging es bei der Württembergischen mit fast einem Viertel in etwa doppelt so stark nach unten wie bei der WGV.

Schadenaufwendungen pro Vertrag (Bild: Wichert)

Die Rechtsschutzversicherer mit den höchsten Schadenquoten

Setzt man die Schadenaufwendung in Relation zum Umsatz (verdiente Bruttoprämien), so gaben fünf der aufgeführten Versicherer nur für diesen Posten mehr als sieben Zehntel ihres Umsatzes aus. Die höchste Quote wird mit knapp 83 Prozent für die Huk24 ausgewiesen.

Auf vergleichsweise hohe Werte kamen auch die Continentale, die Huk-Coburg, die DEVK und die Badische. Von den vorgenannten fünf Anbietern konnten sich nur DEVK, Huk24 und Badische zwischen zwei und fünf Prozentpunkte verbessern. Bei der Huk-Coburg zeigte die Quote um sieben, bei der Continentalen gar um über 17 Prozentpunkte nach oben.

Hohe Quoten (Bild: Wichert)

Letztere führt zum Hintergrund im Geschäftsbericht 2024 (PDF, 797 KB) aus, dass der Schadendurchschnitt erneut gestiegen sei und sich die Abwicklungsgewinne durch einen höheren Nachreservierungsbedarf bei den Vorjahresschäden deutlich reduziert hätten. Dem massiv gestiegenen Aufwand stand ein deutlich geringerer Zuwachs der verdienten Bruttobeiträge (plus knapp sechs Prozent) gegenüber.

Württembergische mit der niedrigsten Schadenquote

Die Württembergische schnitt mit einer Schadenquote von 45,7 Prozent am besten ab. Knapp unter der Marke von 50 Prozent blieb die Mecklenburgische, knapp darüber der LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G. und die Itzehoer. Knapp unter 55 Prozent lagen die Arag und die Neue Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG (NRV).

Bei den drei letztgenannten Marktteilnehmern zeigte die Kurve jeweils leicht nach oben, während sich der LVM um etwas über einen und die Mecklenburgische um fast fünf Prozentpunkte verbesserten. Bei der Württembergischen fiel die Schadenquote um 16 Punkte niedriger aus als ein Jahr zuvor.

Niedrige Quoten (Bild: Wichert)

Bei den wie oben beschrieben deutlich gesunkenen Schadenaufwendungen nahm der Umsatz um 6,7 Prozent auf 158 Millionen Euro zu, wie aus dem Branchenmonitor weiter hervorgeht.

Der „Branchenmonitor 2025: Rechtsschutzversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die rund 50-seitige Studie kann als PDF-Version für 654,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

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