Die PKV-Anbieter mit den höchsten Verwaltungskostenquoten

27.9.2021 – 2020 verzeichneten die privaten Krankenversicherer eine Verwaltungskostenquote von 2,17 Prozent. Laut Map-Report errechnet sich unter den Vollversicherungs-Anbietern für die Huk-Coburg die niedrigste Quote, für die Nürnberger die höchste. Die größte Reduzierung nach absoluten Zahlen gelang der Württembergischen, bei der DEVK ging es am stärksten hinauf. Mit Huk-Coburg, Debeka, Axa und Hansemerkur gehören vier der zwölf Branchengrößen zur Top Ten der Anbieter mit den niedrigsten Kostensätzen.

Die privaten Krankenversicherer haben im vergangenen Jahr 2,17 Prozent der Prämieneinnahmen für den Geschäftsbetrieb ausgegeben. Dies ist dem Map-Report Nummer 920 – „Bilanzrating private Krankenversicherung 2020“ zu entnehmen.

Auf Zwölfjahressicht betrachtet ist die durchschnittliche Verwaltungskostenquote (Verwaltungsaufwendungen in Prozent der verdienten Bruttobeiträge) fast kontinuierlich zurückgegangen. Der aktuelle Wert liegt um etwa ein Siebtel unter demjenigen aus dem Jahr 2009.

Entwicklung Quote (Bild: Wichert)

Die vorgenannten Werte stellen den Durchschnitt von 34 im Map-Report aufgelisteten Marktteilnehmern ab. Nicht berücksichtigt wurden die Ottonova Krankenversicherung AG, die Vigo Krankenversicherung VVaG und die Freie Arzt- und Medizinkasse der Angehörigen der Berufsfeuerwehr und der Polizei VVaG (FAMK). Ihre Geschäftsberichte 2020 lagen bei Redaktionsschluss Anfang August noch nicht vor.

Die Krankenversicherer mit den niedrigsten Verwaltungskostensätzen

Die Verwaltungskostenquoten der einzelnen privaten Krankenversicherer gingen auch 2020 weit auseinander, wie der Map-Report 920 zeigt. Insgesamt neun im Vollversicherungs-Geschäft (noch) aktive Anbieter kommen auf Werte von weniger als zwei Prozent.

An erster Stelle liegt die Huk-Coburg-Krankenversicherung AG, die erneut als einzige Gesellschaft unter der Ein-Prozent-Marke blieb. Den Silberrang belegt der Debeka Krankenversicherungs-Verein a.G. mit einer Quote von etwas weniger als 1,4 Prozent.

Auf den Positionen drei bis fünf folgen die R+V Krankenversicherung AG, die Alte Oldenburger Krankenversicherung AG und die Landeskrankenhilfe V.V.a.G. (LKH). Für diese Akteure hat die Map-Report-Redaktion Verwaltungskostensätze zwischen knapp 1,6 und 1,7 Prozent errechnet.

Quoten zwischen 1,8 bis fast zwei Prozent werden ferner für die Axa Krankenversicherung AG, die Versicherer im Raum der Kirchen Krankenversicherung AG (VRK), die Hansemerkur Krankenversicherung AG und die UKV – Union Krankenversicherung AG ausgewiesen.

Niedrige Quote (Bild: Wichert)

Die Anbieter mit den höchsten Werten

Weitere etwa eineinhalb Dutzend Anbieter kommen auf Quoten zwischen mehr als zwei bis fast drei Prozent. Davon blieben allerdings nur drei unter dem Branchenschnitt. Für etwa eine Handvoll privater Krankenversicherer werden Quoten von drei Prozent oder höher aufgelistet.

Am unteren Ende der Rangliste findet sich die Nürnberger Krankenversicherung AG mit annähernd vier Prozent wieder. Auf vergleichsweise hohe Werte von weit über drei Prozent kommen auch die DEVK Krankenversicherungs-AG und die Generali Deutschland Krankenversicherung AG (früher Central, 2.7.2020).

Dahinter folgen die Württembergische Krankenversicherung AG, die Mecklenburgische Krankenversicherungs-AG, die Münchener Verein Krankenversicherung a.G., die Concordia Krankenversicherungs-AG und die Inter Krankenversicherung AG mit Werten von jeweils um die drei Prozent.

Hohe Quote (Bild: Wichert)

Gewinner und Verlierer

Auffällig ist, dass sich nur bei zehn der über 30 aufgelisteten Anbieter der Kostensatz um mehr als 0,1 Prozentpunkte verändert hat. Die Verwaltungskostenquote am stärksten heruntergeschraubt (jeweils um über 0,2 Prozentpunkte) haben unter den in der Vollversicherung aktiven Gesellschaften die Württembergische und die Mecklenburgische.

Das größte Plus haben die Analysten für die DEVK mit mehr als 0,55 Prozentpunkten errechnet. Die Kölner führen die Erhöhung der Verwaltungskosten von 3,3 auf 4,0 Millionen Euro im Geschäftsbericht 2020 (PDF, 454 KB) „unter anderem auf die aktuell laufende Einführung eines neuen Bestandsführungssystems“ zurück.

Gewinner und Verlierer (Bild: Wichert)

So schlugen sich die Branchengrößen

Von den zwölf größten Marktteilnehmern (mindestens eine Milliarde Euro verdiente Bruttoprämien 2020; 20.9.2021) kam neben der Huk-Coburg, der Debeka, der Axa und der Hansemerkur nur noch die Bayerische Beamtenkrankenkasse AG (BBKK) auf eine unterdurchschnittliche Quote.

Etwas über dem Branchenschnitt lagen die Continentale Krankenversicherung a.G., die Signal Iduna Krankenversicherung a.G. und die Barmenia Krankenversicherung AG.

Die Allianz Private Krankenversicherungs-AG, die Hallesche Krankenversicherung a.G. und die DKV Deutsche Krankenversicherung AG kommen auf Werte von knapp unter beziehungsweise über 2,5 Prozent. Den höchsten Wert unter den Branchengrößen hatte wie oben beschrieben die Generali.

Nicht überinterpretieren

Der Map-Report-Chefredakteur Reinhard Klages warnt davor, die Verwaltungskostenquote zu stark zu gewichten. Niedrige Verwaltungskosten erfreuten sich in der Presse seit jeher einer besonderen Aufmerksamkeit, mit Lob für die vermeintlich kostengünstig arbeitenden Versicherer.

„Oft wird dabei übersehen, dass auch noch andere Kosten, zum Beispiel Aufwendungen für Kapitalanlagen, für Schadenregulierung oder eben Abschlusskosten anfallen“, so der Map-Report-Chefredakteur.

Nichtsdestotrotz bezeichnet er ist die Verwaltungskostenquote als eine interessante Kennzahl. „Bei der Interpretation dieser Quote ist zu berücksichtigen, dass ihre Höhe durch die Dienstleistungsqualität in den Bereichen Kundenbetreuung und -beratung, aber auch durch Investitionen, zum Beispiel in die Datenverarbeitung, beeinflusst wird“, erläutert Klages.

Bezugshinweis und weitere Studieninhalte

Der Map-Report Nummer 920 – „Bilanzrating private Krankenversicherung 2020“ ist bei der Franke und Bornberg Research GmbH erschienen.

Er enthält auf 129 Seiten neben den detaillierten Ratingergebnissen (8.9.2021) auch Übersichten zu insgesamt mehr als zwei Dutzend Bilanzkennzahlen (Geschäftsjahr 2020) von bis zu 35 Anbietern. Hierzu gehören unter anderem die portierten Alterungsrückstellungen, die Rückschlüsse auf die Umdeckungsaktivitäten zulassen (13.9.2021).

Das Heft bietet auch Einzelübersichten mit acht ausgewählten Kennzahlen in der Zeitreihe von 2009 bis 2020 zu 28 Gesellschaften. Es ist als E-Paper ab 305 Euro netto über die Bestellseite von Franke und Bornberg erhältlich.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Geschäftsbericht · Mapreport · Private Krankenversicherung · Rating · Schadenregulierung
 
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