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Die Lebensversicherer mit dem größten Beitragsschwund

14.4.2021 – Das Prämienvolumen der Lebensversicherer auf dem deutschen Markt ist 2020 nur leicht gesunken (minus 0,4 Prozent auf knapp 103 Milliarden Euro). Dabei sind die Einnahmen nach Daten der Zeitschrift für Versicherungswesen (Ausgabe 7/2021) bei etwa jedem dritten Anbieter zurückgegangen. Am größten fiel das Minus mit über einem Sechstel bei der R+V a.G. aus. Um rund ein Zehntel oder mehr schrumpften Ergo, Neue Leben, R+V Luxembourg und Zurich Deutscher Herold.

Die Branche hat die gebuchten Bruttobeiträge 2020 in der gesamten Lebensversicherung (also inklusive Pensionskassen und Pensionsfonds) trotz Corona fast auf dem Rekordniveau des Vorjahres halten können. Nach vorläufigen Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) betrug das Minus lediglich 0,4 Prozent (auf 102,7 Milliarden Euro).

Bei den Einmalbeiträgen ging es sogar nach oben (plus 0,4 Prozent auf 38,3 Milliarden Euro), während die laufenden Beitragseinnahmen um ein Prozent auf 64,4 Milliarden Euro sanken. Dies gab der Verband Ende Januar im Rahmen der Jahresmedienkonferenz bekannt (VersicherungsJournal 20.1.2020).

Drei Marktgrößen mit rückläufigen Einnahmen

Bei den Branchengrößen (mit mehr als zwei Milliarden Euro gebuchten Bruttobeiträgen) gingen die Entwicklungen weit auseinander. Dies zeigt die aktuelle Neugeschäftsumfrage der Zeitschrift für Versicherungswesen (ZfV), die ausdrücklich auf vorläufigen Zahlen der Anbieter basiert. Die Ergebnisse wurden in der Ausgabe 7/2021 der Zeitschrift veröffentlicht.

Demnach hatten neben Marktführerin Allianz Lebensversicherungs-AG (minus 5,4 Prozent auf 26 Milliarden Euro) nur zwei weitere Platzhirsche Prämienrückgänge zu verzeichnen.

Die Proxalto Lebensversicherung AG (früher Generali, 1.7.2019) schrumpfte um 3,4 Prozent (auf unter 2,5 Milliarden Euro), die Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG um ein Zehntel auf unter 3,3 Milliarden Euro (8.4.2021).

Bis zu einem Sechstel Prämienminus

Bei 21 weiteren der insgesamt 73 aufgelisteten Lebensversicherer sank der Umsatz ebenfalls. Der größte Prämienrückgang stand für die R+V Lebensversicherung a.G. zu Buche (minus ein Sechstel auf knapp 209 Millionen Euro).

Zweistellige Verminderungsraten waren ferner bei der im Run-off befindlichen Ergo Lebensversicherung AG (auf rund 1,86 Milliarden Euro), der Neuen Leben Lebensversicherung AG (auf knapp 786 Millionen Euro) und der R+V Luxembourg Lebensversicherung S.A. (auf etwa 1,14 Milliarden Euro) zu beobachten.

Um jeweils über ein Elftel abwärts ging es bei Zurich Deutscher Herold, Provinzial Nordwest Lebensversicherung AG und Targo Lebensversicherung AG. Bei acht weiteren Akteuren lag das Minus bei über fünf Prozent.

Die Lebensversicherer mit dem stärksten Beitragsrückgang (Bild: Wichert)

„Gebremstes“ Einmalbeitragsgeschäft

Hinter den rückläufigen Entwicklungen steckt laut ZfV-Chefredakteur Dr. Marc Surminski, dass bei den Einmalbeiträgen „bewusst gebremst“ worden sei. „Symptomatisch für viele Versicherer mit rückläufigem Neugeschäft ist dabei die Entwicklung bei der Zurich:

Sie hat nach einem großen Wachstumsschub mit Einmalbeiträgen in 2019 nun dieses Geschäft, das zu einem Großteil von der Deutschen Bank kommt, stark zurückgefahren – weil man mehr Geld in heutigen Zeiten kaum sinnvoll anlegen könne, wie das Unternehmen erklärte.“

Auch R+V a.G., Neue Leben, Provinzial Nordwest, R+V Luxembourg und Targo sammelten 2020 deutlich weniger Einmalbeiträge – zwischen fast einem Drittel und über einem Sechstel.

Wieviel Einmalbeitragsgeschäft ist sinnvoll?

Marc Surminski (Archivbild: Schmidt-Kasparek)
Marc Surminski (Archivbild: Schmidt-Kasparek)

Die Frage, was an Einmalbeiträgen sinnvoll sei, dürfte nach Surminskis Ansicht bei allen deutschen Lebensversicherern immer wieder neu und kontrovers diskutiert werden. Dabei fielen die Antworten erstaunlich unterschiedlich aus – je nach Bestandszusammensetzung, Finanzkraft und Struktur der Kapitalanlagen gebe es gute Gründe für mehr oder weniger Einmalbeitragsgeschäft.

„Es ist aber sicher nicht falsch, wenn man die unterschiedlichen Antworten und die häufigen Wechsel der Strategie auch auf den traditionellen Interessenkonflikt zwischen Vertrieb und Aktuariat zurückführt, der immer wieder neu austariert werden muss.

Und dass es für Vertriebsvorstände, aber auch für Vorstandsvorsitzende immer angenehmer ist, hohe Wachstumszahlen zu verkünden, sollte natürlich auch klar sein“, so der ZfV-Chefredakteur.

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Aktuar · Coronavirus · Einmalbeitrag · Lebensversicherung · Pension · Pensionsfonds · Pensionskasse · Runoff · Strategie
 
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