Die Kompositversicherer mit dem größten Kundenschwund

20.6.2022 – Elf der 50 größten Schaden-/Unfallversicherer hatten zwischen 2015 und 2020 Rückgänge beim Vertragsbestand hinzunehmen. Am stärksten schrumpfte nach absoluten Zahlen wie auch prozentual gemessen der HDI. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2015-2020: Kompositversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.

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Der Bestand der im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Schaden-/Unfallversicherer ist von 2015 auf 2020 um rund 27,4 Millionen auf 331,75 Millionen Verträge gestiegen (plus neun Prozent).

Allerdings hatten elf der 50 nach Beitragseinnahmen größten Anbieter im Betrachtungszeitraum gegen den Branchentrend Bestandsrückgänge hinzunehmen. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2015-2020: Kompositversicherung“.

Die Studie wird jährlich von der V.E.R.S. Leipzig GmbH durchgeführt. Sie enthält zahlreiche Kennzahlen der 50 nach Prämieneinnahmen größten Marktteilnehmer mit rund 86 Prozent Marktanteil.

Die Anbieter mit den größten absoluten Rückgängen

Am stärksten nach absoluten Zahlen (jeweils minus rund 1,25 Millionen Kontrakte) schrumpften die HDI Versicherung AG und die Axa Versicherung AG. Im hohen sechsstelligen Bereich verlor auch die Signal Iduna Allgemeine Versicherung AG.

Die DA Deutsche Allgemeine Versicherung AG (DA Direkt) und die Alte Leipziger Versicherung AG verloren jeweils über 300.000 Policen. Um jeweils mehr als 100.000 Verträge verminderten sich die Bestände bei der Landschaftlichen Brandkasse Hannover (VGH), der Bayerischen Landesbrandversicherung AG und beim DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Sach- und HUK-Versicherungsverein a.G.

Minus absolut (Bild: Wichert)

Hintergründe bei HDI und Axa

HDI und Axa büßten jeweils kontinuierlich an Bestand ein. Die Hannoveraner verloren in den letzten beiden Jahren des Betrachtungszeitraums mit jeweils um die sechs Prozent besonders stark. 2019 war dies neben einem Bestandsrückgang in Haftpflicht zum Großteil auf ein geringeres Neugeschäft im Bereich Kfz-Haftpflicht zurückzuführen. Hintergrund war nach Unternehmensangaben eine „profitabilitäts-orientierte Zeichnungspolitik“.

2020 ging das Minus ebenfalls hauptsächlich auf die Kraftfahrtversicherung zurück. Dies war laut Geschäftsbericht 2020 (PDF, 878 KB) „getrieben durch pandemiebedingte Effekte, das Auslaufen eines Kooperationsmodells sowie Bestandsverluste aus dem Jahreswechselgeschäft 2019/2020“.

Bei der Axa nahm das Schrumpfungstempo in der zweiten Hälfte des Beobachtungszeitraums deutlich an Fahrt auf und betrug zuletzt über drei Prozent. Dies ging zum Großteil auf die Kfz-Versicherung zurück. Hier waren nach eigenen Angaben das Corona-bedingt niedrigere Mobilitätsniveau und dadurch deutlich weniger Neuzulassungen besonders zu spüren (31.3.2022).

Sonderfaktor Gruppenverträge bei der Signal Iduna

Der deutliche Rückgang bei der Signal Iduna geht fast ausschließlich auf den Abgang von zwei Gruppenversicherungs-Verträgen mit jeweils hohem Volumen zurück. 2017 war die Reise-Krankenversicherung betroffen (minus mehr als 660.000 Kontrakte), 2018 die Unfallversicherung (minus mehr als 540.000 Verträge).

In den letzten beiden Jahren des Beobachtungszeitraums kehrte das Unternehmen in die Wachstumsspur zurück. Es baute den Bestand – getragen von der Kraftfahrt- und der Haftpflichtversicherung – um jeweils knapp zwei Prozent aus.

Ausgewählte Versicherer (Bild: Wichert)

Veränderungsraten von bis zu über einem Fünftel

Betrachtet man die Verminderungsraten von 2015 auf 2020, so fiel das Minus mit jeweils über einem Fünftel beim HDI, bei der Alten Leipziger und der DA Direkt am größten aus. Bei der Signal Iduna betrug die Abnahme rund ein Sechstel.

Hohe einstellige Verminderungsraten hatten die Axa, die Garanta Versicherungs-AG und die Condor Allgemeine Versicherungs-AG zu verzeichnen. Bei der Bayerischen Landesbrand ging es um fünf Prozent bergab, beim DEVK VVaG um gut vier Prozent und bei der VGH um drei Prozent. Ein leichter Rückgang von einem Prozent stand für die Oldenburgische Landesbrandkasse zu Buche.

Rückgang prozentual (Bild: Wichert)

Der „Branchenmonitor 2015-2020: Kompositversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die knapp 100-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 803,25 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

 
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