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Die Haftpflichtversicherer mit den höchsten Beschwerdequoten

2.6.2020 – Die Bafin hatte im vergangenen Jahr ein paar Reklamationen weniger als 2018 über die Anbieter zu bearbeiten. Bei wem sich die Beanstandungen besonders gehäuft und wie sich die Branchengrößen geschlagen haben. (Bild: Wichert)

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Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) hat im vergangenen Jahr 357 Beschwerden über die deutschen Haftpflichtversicherer abschließend bearbeitet. Dies ist der unternehmens-individuellen Beschwerdestatistik der Behörde zu entnehmen, die die Aufsicht Mitte Mai veröffentlicht hat.

Anders als in Kfz (VersicherungsJournal 13.5.2020) gab es in Haftpflicht eine positive Entwicklung. Allerdings fiel die Verminderung des Reklamationsaufkommens mit unter einem Prozent deutlich niedriger aus als insgesamt (19.3.2020) sowie in den Sparten Kranken (12.5.2020), Leben (19.5.2020) und Gebäude (27.5.2020).

Im Jahr davor hatte es in der Haftpflichtversicherung noch eine fünfprozentige Erhöhung der Beanstandungen gegeben (28.5.2019). Der aktuelle Wert stellt den zweitniedrigsten in der jüngeren Vergangenheit dar. Im Vergleich zu den Jahren 2008 und 2009 hat sich die Zahl mehr als halbiert.

Beschwerden bei der Bafin (Bild: Wichert)

Sehr geringe Beschwerdequote in der Haftpflichtversicherung

Die Beschwerdequote (Reklamationen in Relation zum Bestand an versicherten Risiken von etwa 46,8 Millionen zum Jahresende 2018) liegt mit unter 0,8 Beanstandungen pro 100.000 Verträge weiterhin auf verschwindend niedrigem Niveau.

Selbst wenn man noch die 598 Beschwerden beim Versicherungsombudsmann (6.5.2020) hinzurechnet, ändert dies nichts. Denn selbst dann blieben immer noch etwa 99.998 von 100.000 Kontrakten beschwerdefrei.

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Alte Leipziger mit der höchsten Quote

Insgesamt werden in der Beschwerdestatistik 67 Haftpflichtversicherer aufgeführt. Unter den aufgelisteten Gesellschaften mit einem Vertragsbestand von mehr als 100.000 errechnen sich für insgesamt vier Anbieter Werte von über zwei Reklamationen pro 100.000 versicherte Risiken.

Die höchste Quote weist mit fast fünf Beanstandungen pro 100.000 versicherte Risiken die mit einem Bestand von etwa 186.000 eher kleine Gesellschaft Alte Leipziger Versicherung AG aus. Das Unternehmen hatte auch im Vorjahr die Rangliste angeführt.

Dahinter folgen mit 3,0 bis 2,3 Eingaben pro 100.000 versicherte Risiken die Bayerische Beamten Versicherung AG, die Basler Sachversicherungs-AG und die Sparkassenversicherung Sachsen Allgemeine Versicherung AG.

Höchste Beschwerdequoten (Bild: Wichert)

So schlugen sich die Marktgrößen

Von den neun größten Marktteilnehmern mit mehr als 1,5 Millionen versicherten Risiken im Bestand blieben nur die Arag Allgemeine Versicherung AG, die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G. und die Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG unter dem Branchenschnitt.

Hauchdünn darüber liegende Quoten errechnen sich für die Allianz Versicherungs-AG und die Axa Versicherung AG. Werte von über einer Beschwerde pro 100.000 versicherte Risiken ergeben sich für die Gothaer Allgemeine Versicherung AG, die VHV Allgemeine Versicherung AG, die Ergo Versicherung AG und die R+V Allgemeine Versicherung AG.

Beschwerdequoten der Marktgrößen (Bild: Wichert)

Eine auffällige Veränderung ist nur bei der Ergo zu beobachten. Das Unternehmen erzielte eine Verbesserung um etwa 0,7 Punkte.

Nachteil für wachstumsstarke Versicherer

Seit rund einem Vierteljahrhundert veröffentlicht die Bafin jährlich eine nach Versicherungs-Unternehmen und -zweigen aufgeschlüsselte Beschwerdestatistik. Diese stellt den Angaben zufolge eine Momentaufnahme dar, die durch verschiedene Ereignisse beeinflusst sein kann. Versicherer ohne Beschwerden werden beispielsweise gar nicht aufgeführt.

Die Zahlen sollen „einen Indikator über Qualität und Größe des Versicherungsgeschäfts“ vermitteln, so die Aufsicht. Die Behörde weist jedoch auf die begrenzte Aussagekraft der Statistik über die Qualität einzelner Unternehmen hin. Denn eine Aussage darüber, ob die bearbeiteten Beschwerden begründet gewesen sind oder nicht, geben die Daten nicht her.

Zudem werde die im Laufe eines Jahres abschließend von der Bafin bearbeitete Beschwerdezahl in Relation zu den versicherten Risiken zum Vorjahresende gesetzt. „Stark expandierende Versicherer […] werden durch die Nennung der Bestandszahlen benachteiligt, weil sich der im Laufe des Jahres erhöhte Bestand, aus dem sich die Beschwerden ergeben, nicht in der Statistik wiederfindet“, so die Begründung.

 
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